Niederbayer gefangen im Hochseilgarten

Achensee/Regen - Abenteuer Hochseilgarten: Für den Niederbayern Josef B. wäre die mutige Hangelei durch einen Parcour am Achensee beim Tirol-Urlaub fast zur bösen Falle geworden.

Beim Überqueren einer Seilbrücke erlitt der 49-Jährige plötzlich eine Kreislaufschwäche und stürzte kopfüber in den Rettungsgurt. Dort hing er unendlich lang scheinende 30 Minuten – bis ihn die Crew eines Rettungshubschraubers bergen konnte.

Es war am Dienstagnachmittag. Josef B. aus Drachselsried (Kreis Regen) ist mit seinen Kindern im Hochseilgarten unterwegs. Das Quartett kommt gut voran – bis es an einer Seilbrücke in zehn Metern Höhe über einen Bach geht. Doch während der Nachwuchs auch dieses Hindernis schließlich souverän überwindet, erwischt es den Papa. Sein Kreislauf schwächelt, er verliert das Gleichgewicht und fällt in die Tiefe. Bis ihn mit einem heftigen Ruck das Rettungsseil auffängt. Jetzt hängt er zwar sicher, aber das Seil schnürt ihm die Beine ab. Schnell sind die Retter vor Ort. Aber von der Brücke aus gibt es keine Chance, den 100-Kilo-Mann nach oben zu ziehen. Ein Rettungshubschrauber muss her.

Und zwar schnell: Josef B. droht ein Hängetrauma. Aber der Niederbayer beißt die Zähne zusammen. Seit fast 30 Jahren ist er bei der Freiwilligen Feuerwehr, vielen Menschen hat er schon geholfen – „jetzt war ich einmal das Opfer“ gesteht er später seinen Rettern. Nach 30 Minuten wird er schließlich erlöst. Flugretter Sigi Stöckl (43) gelingt die Bergung mittels eines 50 Meter langen Seils. Der Einsatz ist gefährlich. „Aber ohne Risiko geht’s nicht“, erklärt Stöckl. Jetzt macht sich bezahlt, dass das Heli-Team erst vor ein paar Wochen einen ähnlichen Einsatz geprobt hat. Am Boden muss sich Josef B. erst einmal erholen. Aber nach 15 Minuten steht er schließlich wieder auf den Beinen – und bedankt sich ganz herzlich bei Stöckl.

tz

Rubriklistenbild: © Kurzendörfer

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