Noch ein Fall von Wachkoma-Geburt

Nürnberg/Erlangen - Die Wachkoma-Geburt einer 40 Jahre alten Mutter an der Uniklinik Erlangen ist offensichtlich kein Einzelfall.

Erst im vergangenen Sommer habe eine 30 Jahre alte Frau am Klinikum Nürnberg unter ähnlichen Umständen ein Kind zur Welt gebracht, sagte die Chefärztin der Frauenheilkunde am Klinikum Nürnberg, Prof. Cosima Brucker, der Deutschen Presse-Agentur dpa. Die Klinik habe damals aber darauf verzichtet, die Öffentlichkeit zu informieren, betonte Brucker.

Ähnlich wie in dem am Freitag bekannt gewordenen Erlanger Fallsei die schwangere 30-Jährige nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand ins Koma gefallen. Die Frau sei in ihrer Wohnung gefunden und anschließend in die Klinik gebracht worden. Das Kind sei nach einem siebenwöchigen Wachkoma der Mutter zur Welt gekommen.

Das Austragen eines Kindes sei im Zustand des Wachkomas dank der modernen Medizin inzwischen ohne weiteres möglich, erläuterte die Nürnberger Chefärztin. Bei Wachkoma-Patienten sei die Herz-Kreislauf-Funktion ganz normal, weshalb das Ungeborene mit ausreichend Blut versorgt werde. Während der Schwangerschaft würde die Patientin künstlich ernährt, die Organe würden normal arbeiten. Das Kind werde später per Kaiserschnitt auf die Welt gebracht: “Man darf nur unter kontrollierten Bedingungen entbinden“, erklärte die Ärztin.

Erst am Freitag hatte die Mitteilung der Uniklinik Erlangen für Schlagzeilen gesorgt, eine 40 Jahre alte Frau habe ein gesundes Baby zur Welt gebracht. Sie habe in der 13. Schwangerschaftswoche einen Herzinfarkt erlitten und sei danach in ein Koma gefallen. Ärzten und dem Pflegeteam sei es gelungen, die Schwangerschaft 22 Wochen bis zur Entbindung fortzusetzen. Die Fall liege bereits einige Monate zurück, sagte ein Klinik-Sprecher. Über Einzelheiten will die Uni-Klinik Erlangen bei einer Pressekonferenz am kommenden Mittwoch (14. Oktober) informieren.

dpa

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