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Studenten der Hochschule München vermessen am Mittwoch in Nördlingen (Schwaben) die historische Stadtmauer.

Studentische Baupläne für Sanierung

Nördlingen - Grundlage für die nächste Sanierung der Nördlinger Stadtmauer könnten die Pläne von Münchner Studenten sein. Rund 120 angehende Architekten vermessen und zeichnen dort historische Gebäude.

Ehrfürchtig blickt Architekturstudentin Julia Einödshofer auf den historischen Turm an der Nördlinger Stadtmauer. Sie steht vor der Aufgabe, das Dachwerk des Spitzturms zu vermessen und formgetreu aufzuzeichnen. „Es gibt ein paar Ecken, die schwierig werden könnten“, sagt sie. „Am Anfang waren wir erschrocken, als wir die vielen Dachbalken gesehen haben.“ Rund 120 Architekturstudenten der Hochschule München arbeiten für je sechs Tage am historischen Baubestand der kleinen nordschwäbischen Stadt.

In Dreiergruppen sind die Zweitsemester mit Bleistift, Papier und Messgeräten am Werk, um das sogenannte Aufmaß zu lernen. Zum ersten Mal müssen die Studenten solch eine komplexe architektonische Aufgabe bewältigen.

Sie merken in Nördlingen schnell, ob Bauen im Bestand etwas für sie ist oder nicht. Julia Einödshofer weiß die Antwort schon am ersten Tag der Exkursion. „Das ist genau das, was mich interessiert“, sagt sie. „Was ich immer schon mochte, sind Altbauen, die haben Charakter. Neubauten sind mir oft zu steril.“ Allerdings liege ihr das Zeichnen eher als das Vermessen - das überlasse sie den beiden Männern in ihrer Gruppe. „Ich bin der zeichnerische Part - die Kollegen werfen mir die Maße zu.“

Mit seinem kreisrunden Grundriss, den vielen Türmen und der komplett begehbaren Stadtmauer bietet Nördlingen den Studenten gute Übungsobjekte. Der historische Bestand ist das Aushängeschild der Stadt, sein Erhalt aufwändig und teuer.

An den Plänen der Studenten ist die Stadt daher sehr interessiert. In ein paar Jahren könnten sie die Grundlage für Baumaßnahmen sein - eine besondere Motivation für die künftigen Architekten. „Irgendwann stehen ja all die Gebäude mal zur Sanierung an“, sagt der Stadtbaumeister. Sicherlich müsse in den Zeichnungen dann noch das ein oder andere ergänzt werden, doch nützen könnten sie der Stadt auf jeden Fall.

dpa

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