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Der Notarzt stellte bei einer Frau den Tod fest - doch sie lebte noch (Symbolbild).

Notarzt erklärt Frau für tot – doch sie lebt!

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Landsberg/Lech - Es ist die Horrorvorstellung schlechthin: Für tot erklärt zu werden, obwohl man lebt! Genau das ist einer Frau aus Landsberg/Lech passiert.

Wie die Polizei am Freitagabend der tz bestätigte, ist die 67-Jährige nach dem Vorfall vom Dienstag aber durchaus am Leben und inzwischen auch außer Lebensgefahr. Gegen den Arzt, der den Tod der Frau festgestellt hat, läuft bereits ein Ermittlungsverfahren

Die ganze Geschichte: Es ist Dienstag, der 25. Januar. Ein Mann will seine getrennt von ihm lebende Ehefrau in Landsberg besuchen; sie bewohnt ein schmuckes und gepflegtes Anwesen mit großem Garten im Osten der Stadt. Weil sie nicht öffnet, schaut der Mann durch die Balkontüre. Was er da sieht, lässt ihn erstarren: Seine Frau liegt regungslos am Boden, sie scheint auch nicht mehr zu atmen.

Sofort alarmiert er die Rettung, nach wenigen Minuten ist ein Notarzt zur Stelle. Sanitäter brechen die Türe auf, der Arzt (51) kümmert sich um die 67-Jährige. Seiner Meinung nach ist nichts mehr zu machen, die Frau ist tot. Sie hat Schaum vor dem Mund, auf dem Tisch steht eine Tasse mit einem weißen Pulver darin. Ob der Mediziner aus diesen Umständen seine Schlüsse zieht, ist (noch) nicht bekannt. Fest steht aber: Auf dem Totenschein vermerkt der 51-Jährige, dass es „Anhaltspunkte für einen nicht natürlichen Tod“ gebe. Deshalb wird auch umgehend die Kriminalpolizei verständigt.

Die Kripobeamten sind knapp eine Stunde später vor Ort, ein Mediziner macht eine neuerliche Leichenschau. Er glaubt, seinen Augen und Ohren nicht trauen zu können: Er hört röchelnde Geräusche und sieht eine Bauchatmung bei der Frau. Mit Blaulicht und Martinshorn rast ein Krankenwagen heran, die vermeintlich Tote wird sofort in die Klinik gefahren und dort auf der Intensivstation einquartiert.

Die Behandlung der 67-Jährigen verläuft erfolgreich. Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord in Ingolstadt erklärt am Freitagabend auf Anfrage der tz, die Frau lebe und sei inzwischen auch außer Lebensgefahr.

Gegen den Arzt, der die Frau irrtümlich und vorschnell für tot erklärt hat, läuft derweil ein Ermittlungsverfahren. Wie konnte so etwas einem erfahrenen Mediziner mit 51 Jahren passieren? Wie kam er zu der Vermutung, die Frau sei eines unnatürlichen Todes gestorben? Diese und weitere Umstände müssen jetzt akribisch geklärt werden; der Notarzt wird dabei wohl einige unangenehme Fragen beantworten müssen.

MDU

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