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Notunterkunft statt Spielfeld: Auch in der Turnhalle des Tegernseer Gymnasiums sind Flüchtlinge untergebracht. Den Sportboden schützt eine spezielle Auflage.     

Belegung mit Flüchtlingen

Notunterkünfte in Turnhallen: "Wird die Belegung dauerhaft, gibt es enormen Unmut"

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München - Immer mehr Turnhallen werden mit Flüchtlingen belegt. Das stellt die Sportvereine vor große Herausforderungen, sie müssen ihren Spielbetrieb umplanen. Auch um die Böden gibt es Sorge. 

In Wolfratshausen haben die Sportvereine schon vorsorglich protestiert: Finger weg von den Turnhallen, verlangen die Vorsitzenden dreier großer Vereine in einem Schreiben an den Stadtrat. Die Integrationsleistung der Vereine stehe auf dem Spiel. Die drei Bürgermeister stehen hinter der Forderung. Eine Belegung der Halle mit Asylbewerbern wird im Zweifel aber kein Protestbrief oder Stadtratsbeschluss verhindern, machte Landrat Josef Niedermaier klar: „Die Alternative heißt Beschlagnahmung.“

Wogegen sich die Wolfratshauser Vereine noch wehren, ist in vielen anderen Gemeinden in Oberbayern Realität. Die Sporthallen wurden zu Flüchtlingsunterkünften umfunktioniert. Einige als reguläre Quartiere, andere im Zuge des Notfallplans als Erstaufnahmeeinrichtungen. Das Nachsehen haben die Schulen und Sportvereine. Sie müssen ausweichen – oder auf ihr Training verzichten. Die Handballerinnen des SC Weßling (Kreis Starnberg) zum Beispiel fanden nach der Sperrung ihrer Halle Unterschlupf in Gilching. Die dortigen Handballer boten Trainingszeiten an. Doch jetzt wird auch diese Halle belegt, die Suche beginnt von vorn.

"Es gibt vereinsübergreifende Kooperationen und einen schönen Zusammenhalt"

„Bislang sind die Vereine mit der schwierigen Situation im Ligabetrieb zurecht gekommen und konnten ihre Spiele verlegen“, sagt Susanne Prinz, Geschäftsstellenleiterin beim Bayerischen Handballverband (BHV). „Das Problem wird sich aber weiter verstärken.“ Viele Vereine rücken momentan zusammen. „Es gibt vereinsübergreifende Kooperationen und einen schönen Zusammenhalt“, sagt Prinz. Der BHV, zu dem rund 500 bayerische Vereine mit 90 000 Mitgliedern gehören, arbeite nun an einem Maßnahmenkatalog, der beispielsweise die vorgeschrieben Aufwärmzeiten vor Ligaspielen verkürzt und das Zeitfenster für Ligaspiele erweitert. So sollen künftig mehr Spiele pro Tag ausgetragen werden können.

Der Bayerische Fußballverband (BFV) wird derzeit noch nicht mit Belegungsschwierigkeiten konfrontiert, weil Trainings und Spiele zur Zeit noch im Freien stattfinden. „Wir haben das Thema aber auf dem Schirm“, sagt ein Sprecher. Auch die Basketballspieler kommen noch gut über die Runden, berichtet Florian Breitkreuz vom Basketballbezirk Oberbayern. „Mit viel Glück und Ausweichterminen können wir den Spielbetrieb aufrecht erhalten.“

Unmut gibt's meist erst, wenn die Belegung zur dauerhaften Lösung wird

Für eine kurzzeitige Belegung der Turnhallen hätten die meisten Bürger Verständnis, sagt Landkreispräsident Christian Bernreiter (CSU). Schließlich könne man niemanden auf der Straße erfrieren lassen. „Wenn die Belegung aber zur dauerhaften Lösung wird, gibt es enormen Unmut, weil die Vereinsarbeit zum Erliegen kommt.“

Bernreiter rechnet damit, dass die zahlreichen Großunterkünfte im Freistaat noch mindestens drei Jahre lang belegt sein werden. „Wir bringen die Menschen nicht aus den Einrichtungen, weil gar nicht so viele Wohnungen vorhanden sind.“ Das müsse man ehrlich kommunizieren, „da dürfen wir uns nichts vormachen“. Auch Wohnbauprogramme bräuchten mindestens ein Jahr, bis sich Ergebnisse zeigen.

Wie überstehen die elastischen Böden die unsachgemäße Nutzung?

Ob die Turnhallen nach dem Auszug der Asylbewerber wieder zeitnah für den Sport nutzbar sind, ist fraglich. Beispiel Erding: Die Halle der Berufsschule wird am 30. Oktober frei. Dann erst können Experten untersuchen, ob der Hallenboden der permanenten Belastung durch die aufgestellten Betten standgehalten hat. Auch Betonfüße von Abtrennzäunen könnten die elastischen Sportböden beschädigt haben. Zur Dämpfung wurden zwar spezielle Schutzböden verlegt. Doch wie es unter denen aussieht, ist unklar. „Noch wissen wir nicht, ob Reparaturen nötig sind“, heißt es aus dem Landratsamt.

Mögliche Schäden würde die Regierung von Oberbayern bezahlen. Die erstatte auch die Kosten für die Anschaffung der Schutzböden, sagt eine Sprecherin.

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