Mindestens acht Kunstwerke

NS-Raubkunst in Nürnberg entdeckt

Nürnberg - Im Rahmen des Forschungsprojektes "Lost Art" hat die Stadt Nürnberg ihre Sammlungen nach NS-Raubkunst durchsucht. Tatsächlich sind einige Werke eindeutig aus jüdischem Besitz.

Die Stadt Nürnberg hat ihre Sammlungen nach NS-Raubkunst durchforstet und ist fündig geworden: Bei acht Objekten handle es sich eindeutig um Raubkunst aus jüdischem Besitz, bei elf weiteren sei die Herkunft nicht vollständig geklärt, teilte das Stadtarchiv am Freitag mit. Um die rechtmäßigen Eigentümer zu finden, hat die Einrichtung auf ihrer Internetseite Bilder und detaillierte Beschreibungen der Kunstgegenstände veröffentlicht.

Auf der Liste stehen unter anderem ein etwa 300 Jahre alter Deckelkrug aus indischer Jade, eine vergoldete Taschenuhr in Form eines Buchs aus dem 17. Jahrhundert und ein Ölbild aus dem 19. Jahrhundert, das den „Schönen Brunnen“ in Nürnberg zeigt.

Forschungsprojekt "Lost-Art"

Nürnberg hat das Forschungsprojekt „Lost Art“ vor neun Jahren gestartet. In einem ersten Schritt wurden 600 Objekte überprüft, die zwischen 1933 und 1945 in den Besitz der Stadt gelangten. Als nächstes soll auch die Herkunft von 1600 Gemälden, 11 000 Grafiken und 1000 Skulpturen geklärt werden, die von 1947 an als Geschenk oder Ankauf in die städtische Sammlungen kamen.

Die Wissenschaftler erforschen dabei mit Hilfe unterschiedlicher schriftlicher Quellen die Herkunft von Gemälden, Druckgrafiken, Zeichnungen, Goldschmiedearbeiten, Keramiken, Skulpturen und Möbeln.

dpa

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa/dpaweb

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