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John Demjanjuk.

Sachverständiger von Demjanjuks Schuld überzeugt

München -­ Die Verteidigung des mutmaßlichen NS-Verbrechers John Demjanjuk hat am Dienstag einen holländischen Historiker als Sachverständigen wegen Besorgnis der Befangenheit abgelehnt.

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Professor Johannes Houwink ten Cate habe in Rundfunkinterviews im Vorfeld und während des Prozesses seine Überzeugung von der Schuld des mutmaßlichen KZ-Wächters geäußert, begründete Anwalt Ulrich Busch den Antrag vor dem Schwurgericht München II. Das Gericht schob wie schon bei früheren Anträgen Buschs die Entscheidung auf und hörte den Professor für “Holocaust und Genozid“ aus Amsterdam als Zeugen. Der 89-jährige Demjanjuk soll als Wachmann im Vernichtungslager Sobibor im besetzten Polen 1943 bei der Ermordung von 27 900 Juden in den Gaskammern geholfen haben.

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Busch hat seit Beginn des Prozesses Ende November 2009 bereits zahlreiche Anträge gestellt, unter anderem auf Aussetzung des Verfahrens, die jedoch bisher abgewiesen wurden. Um seinen Befangenheitsvorwurf gegen Johannes Houwink ten Cate zu untermauern, legte Busch am Dienstag Interview-Abdrucke vor. Demnach hat der Experte unter anderem gesagt, er habe “nicht den geringsten Zweifel“, dass der ehemalige ukrainische Kriegsgefangene Demjanjuk am “industriellen Mord“ an Juden in dem Vernichtungslager in Polen beteiligt war. Er sei “ein Komplize des Massenmordes“. Houwink ten Cate äußerte sich in den Interviews “überzeugt, dass Demjanjuk in München verurteilt wird“.

Wer sich ein solches Urteil bereits gebildet habe, könne nicht Sachverständiger in einem Prozess sein, in dem die Frage der Schuld geklärt werden solle, argumentierte Busch. Sein Kollege Günther Maull schloss sich dem Antrag an. Die Nebenklage regte an, das Gericht solle nötigenfalls einen neuen Sachverständigen benennen und den niederländischen Professor nur als Zeugen hören, “um das Verfahren nicht unnötig zu belasten“. Der Befangenheitsantrag wurde nach einem Wortgefecht zwischen Verteidigung und Gericht zurückgestellt.

dpa

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