Nürnberg: Erste deutsche Stadt mit einem "Männerbeauftragten"

Extra für Männer: Nürnbergs neue Nummer für Kummer

Nürnberg - Nürnbergs Männer können sich künftig bei Problemen etwa nach Trennung oder Scheidung einem kommunalen „Ansprechpartner“ anvertrauen.

Entsprechenden Rat und Hilfe bietet seit Mai der Sozialpädagoge Matthias Becker an. Nürnberg sei damit die erste deutsche Stadt mit einem Männerbeauftragten, sagte der bundesweit gut vernetzte 52-Jährige. Er ist unter anderem an Münchner Hochschulen Lehrbeauftragter für Männerfragen.

Nach dem Ende des zunächst auf ein Jahr befristeten Modellprojekts unter dem Dach des Nürnberger Menschenrechtsbüros solle entschieden werden, ob das Projekt „Ansprechpartner für Männer“ verlängert werden soll, teilte die Leiterin des Menschenrechtsbüros, Martina Mittenhuber, am Dienstag mit. Bislang sei Becker sieben Stunden in der Woche im Einsatz, von September an sei dafür eine 50-Prozent-Stelle vorgesehen.

Männer sollen traditionelle Rollenbilder aufbrechen

Eine solche Stelle ist aus Sicht Beckers notwendig, da sich nach seinen Erfahrungen Männer mit ihren Sorgen nur in den seltensten Fällen an Frauenbeauftragte wenden. Bereits in den ersten drei Monaten hätten sich etliche Männer an ihn gewandt, um bei ihm etwa nach der Trennung von ihrer Partnerin Rat zu suchen. Häufig gehe es auch um Streit mit Ex-Partnerinnen über das Umgangsrecht mit den gemeinsamen Kindern.

Nach Beckers Ansicht wird es auch höchste Zeit, dass Männer traditionelle Rollenbilder aufbrächen - etwa die weit verbreitete Meinung, Männer dürften offen keine Emotionen zeigen. Auch sei das Thema „Gesundheit“ bei vielen Männern tabu oder sie nähmen es nicht ausreichend ernst. „Viele Männer sehen ihren Körper noch immer wie ein Auto. Wenn etwas daran kaputt ist, gehen sie zum Arzt und gehen davon aus, dass nach dem Arztbesuch wieder alles repariert ist“, berichtete Becker. Männer müssten bei dem Thema ganz anders angesprochen werden.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa (Symbolfoto)

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