+
Muss er nun doch gehen? Der afghanische Flüchtling Asef N.

Vorfall im Mai 2017

Nach Tumult bei Abschiebeversuch: Asif N. soll Arbeitsstunden leisten

Nach einem tumultartigen Abschiebeversuch ist der Afghane Asif N. in Nürnberg zu 100 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt worden.

22-Jähriger soll Arbeitsstunden leisten

Update vom 19. Dezember: Die Jugendrichterin am Amtsgericht sprach den 22-Jährigen des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte mit Körperverletzung schuldig, außerdem der Sachbeschädigung und des unerlaubten Aufenthalts ohne Pass, wie ein Gerichtssprecher am Mittwoch erklärte. Der Prozess fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Asylantrag von Asif N. erneut abgelehnt

Update vom 29. November: Nürnberg - Der Asylantrag von Asif N., bei dessen versuchter Abschiebung sich im Mai 2017 Mitschüler und Linksautonome der Polizei in den Weg gestellt hatten, ist erneut abgelehnt worden. Das teilte der Anwalt des 22-jährigen Afghanen, Michael Brenner, am Donnerstag mit. Zuvor hatte die Süddeutsche Zeitung darüber berichtet. Brenner habe Klage eingereicht und sehe durchaus Chancen, dass N. vor Gericht doch Recht bekommt und Asyl erhält. 

Sollte das nicht klappen, gebe es noch weitere Möglichkeiten, einen Aufenthaltstitel zu bekommen, zum Beispiel wegen guter Integration. Vorerst habe N. eine Aufenthaltsgestattung, bis das Verwaltungsgericht Ansbach über die Klage entschieden hat. Das passiert Brenner zufolge frühestens in einem Jahr.

Die geplante Abschiebung des Flüchtlings sorgte im vergangenen Juli für Tumulte und einen Polizeieinsatz vor einer Nürnberger Berufsschule.

N. sollte im Mai 2017 in Abschiebegewahrsam genommen werden, nachdem sein erster Asylantrag abgelehnt worden war. Unterstützer stellten sich der Polizei in den Weg. Der Einsatz hatte bundesweit für Aufmerksamkeit und Kritik gesorgt. Das Asylverfahren von N. wurde daraufhin neu aufgerollt.

Am 19. Dezember soll dem Oberlandesgericht Nürnberg zufolge die Hauptverhandlung im Strafprozess gegen N. beginnen. Weil er sich bei dem Abschiebeversuch im Mai 2017 heftig gewehrt und Polizisten verletzt haben soll, ist N. wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Körperverletzung und Störung des öffentlichen Friedens angeklagt. Außerdem soll der 22-Jährige Anfang Mai Flaschen auf eine Ampel geworfen haben, was die Staatsanwaltschaft als Sachbeschädigung wertet. Die Verhandlung findet vor einem Jugendrichter unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Mitschüler kämpften gegen Abschiebung - jetzt steht der Flüchtling vor Gericht

Artikel vom 12. Januar:Nürnberg - Knapp acht Monate nach dem umstrittenen Polizeieinsatz an einer Nürnberger Berufsschule wegen der Abschiebung eines jungen Afghanen droht dem jungen Flüchtling ein Prozess: Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth hat gegen den 21-Jährigen Anklage wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte erhoben. Auch eine Reihe anderer Delikte werde ihm vorgeworfen, sagte eine Sprecherin der Behörde am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

Im Oktober stand bereits einer der rund 300 Demonstranten vor Gericht. Die Anklage sei beim zuständigen Jugendschöffengericht eingegangen. Der Richter habe aber noch nicht darüber entschieden, ob sie zugelassen werde, erläuterte Justizsprecher Friedrich Weitner. Nur dann kommt es auch zu einem Prozess.

Bei dem Polizeieinsatz sollte am 31. Mai 2017 der junge Afghane Asif N. abgeschoben werden - die Beamten wollten ihn dazu in der Berufsschule abholen. Schüler und später hinzugekommene Linksautonome wollten die Abschiebung mit einer Sitzblockade und einer spontanen Demonstration verhindern. Das Landgericht entschied wenige Tage später, dass Asif N. nicht in Abschiebehaft muss.

Das bayerische Innenministerium hatte damals den umstrittenen Polizeieinsatz an der Nürnberger Berufsschule verteidigt. Warum die Abschiebung aus dem Ruder lief, lesen sie hier.

dpa/lby

*Merkur.de ist Teil der Zentralredaktion von Ippen-Digital. 

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Tödlicher Badeunfall: 30-Jähriger ertrinkt in Weiher
Bei einem tragischen Badeunfall in Oberbayern ist am Mittwoch ein 30-Jähriger Mann ums Leben gekommen.
Tödlicher Badeunfall: 30-Jähriger ertrinkt in Weiher
Hitze-Rekord im Freistaat: In diesem Ort war es bayernweit am heißesten
Wetter in Bayern: Die Hitze-Welle rollt über den Freistaat. Am Mittwoch gab es den ersten Temperatur-Rekord im Juni.
Hitze-Rekord im Freistaat: In diesem Ort war es bayernweit am heißesten
Frau fährt seit 15 Jahren schwarz - jetzt muss sie ins Gefängnis
Weil eine Frau seit Jahren schwarz fährt, muss sie jetzt ins Gefängnis. Den Beamten ist die 65-Jährige seit 15 Jahren als Schwarzfahrerin bekannt.
Frau fährt seit 15 Jahren schwarz - jetzt muss sie ins Gefängnis
Hitzefrei in Schule und Büro: So ist die Regelung in Bayern
Ob Bayerns Schüler und Arbeitnehmer bei den hohen Temperaturen auf "Hitzefrei" spekulieren dürfen? Das ist die Regelung für Schulen und Büros im Freistaat.
Hitzefrei in Schule und Büro: So ist die Regelung in Bayern

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion