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Bordell über dem Kindergarten muss dichtmachen

Nürnberg - Unten spielende Kinder, ein Stockwerk höher Prostituierte bei der Arbeit - ein solches Nebeneinander will die Stadt Nürnberg künftig nicht mehr dulden. Sie ordnete deshalb die Schließung eines Bordells über einer Kita an. Das Jugendamt ist erleichtert.

Ein Bordell über einem Nürnberger Kindergarten muss dicht machen. Nach Beschwerden besorgter Eltern hat die Stadt am Donnerstag mehreren Prostituierten die Nutzung von Wohnungen als “Stunden-Appartements“ direkt über der Kita untersagt, teilte die Leiterin des städtischen Jugendamtes, Kerstin Schröder, am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa mit.“

Die Bauordnungsbehörde hat festgestellt, dass sich der bordellartige Betrieb in einem allgemeinen Wohngebiet befindet. Dort ist die Nutzung für derartige Zwecke nicht erlaubt“, erläuterte Schröder nach einem Runden Tisch mit Polizei, Bauordnungsbehörde und Elternvertretern am Mittwochabend.

Allerdings werde es noch einige Monate dauern, bis die entsprechende baurechtliche Anordnung umgesetzt und die letzte Prostituierte ausgezogen sei. Bis dahin solle ein Sichtschutz auf dem Kindergartengelände verhindern, dass Freier während ihres Besuchs bei den Prostituierten spielende Kinder vom Fenster der Appartements aus beobachten können.

“Prostitution und Kindertagesstätte unter einem Dach, das geht einfach nicht“, stellte die Jugendamtsleiterin fest. Zunächst bleibe die Sorge, dass die Nähe des Bordells zur Kita vor allem Männer mit pädophilen Neigungen anziehen könnte. Kindergarten-Mitarbeiter, Eltern und Polizei sollten daher in den nächsten Wochen verstärkt darauf achten, dass Kinder nicht belästigt werden.

Nach Angaben der Stadt bieten die Prostituierten ihre Dienste schon seit einigen Jahren über der Kita an. Eltern wurden erst auf den Plan gerufen, als plötzlich im Umfeld des Kindergartens Flugblätter auftauchten, in den es hieß: Väter sollten doch zu einer der Prostituierten kommen, wenn sie ihre Kinder im Kindergarten abgegeben hätten. Vom Fenster aus könnten sie dann ihren Kindern gleich beim Spielen zusehen.

Nach Schröders Angaben stellte sich inzwischen heraus, dass das anstößige Flugblatt nicht von den Prostituierten stammte. Vielmehr habe es sich um die Aktion eines verschmähten Liebhabers gehandelt, der sich damit wohl an einer der Frauen habe rächen wollen. Der Kindergarten sei dadurch so in den Blickpunkt der Öffentlichkeit geraten, dass sich vor allem potenzielle Kinderschänder davon angezogen fühlen könnten, fürchtet die Behördenchefin.

dpa

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