Mit den Kindern in den Krieg

Nürnberger IS-Mutter steht vor Gericht

Dana Maria L. (40) aus Nürnberg soll in Syrien an der Seite des IS in den Krieg gezogen sein - und das mit ihren vier Kindern. Nun steht die Mutter vor Gericht. 

Nürnberg - Vor zwei Jahren verschwand Dana Maria L. (40), ebenso wie ihre vier Kinder, auf einmal spurlos. Nun ist die gebürtige Dresdnerin angeklagt und muss sich ab Donnerstag in Nürnberg vor Gericht verantworten, wie die Abendzeitung schreibt. 

Laut Medienberichten ergaben die Ermittlungen, dass Dana Maria L. in der Nacht heimlich mit ihren Kindern in Richtung Syrien aufbrach. Zu diesem Zeitpunkt lebte sie mit ihrem inzwischen geschiedenen Ehemann in Nürnberg. Dieser soll von der Aktion nichts mitbekommen haben. Zunächst soll Dana Maria L. in die Türkei gereist sein, dann weiter nach Syrien.

In Syrien zog sie, den Ermittlungen zufolge, an der Seite des IS und der Terroristen der al-Nusra-Front in den Krieg gegen „Ungläubige“, wie die Abendzeitung berichtet.

Ihre Tochter wurde angeschossen  

In einem Video, das die Ermittler als Beweismittel sichergestellt haben, rühmt sich die Mutter mit ihrem Einsatz. Zudem spricht sie im Video, das auf einer arabischen Internet-Plattform erschienen war, darüber, dass ihre älteste Tochter von einer Kugel am Arm getroffen worden sei.  

Die Videosequenzen sind ein wichtiges Beweismittel im Verfahren gegen Dana Maria L., denn sie geben Hinweise darüber, wie sehr die Kinder gefährdet waren. "Sie haben bei einer Verurteilung Auswirkungen auf die Höhe der Strafe, da sich bei einem hohen Gefährdungspotenzial auch der Strafrahmen verschieben kann", sagt Justizsprecher Weitner gegenüber der Abendzeitung

Festgenommen wurde Dana Maria L. im November letzten Jahres auf dem Frankfurter Flughafen. Allerdings bestand zu diesem Zeitpunkt noch kein Verdacht auf die Straftaten, wegen derer sie nun vor Gericht steht. Gegen die Mutter bestand ein Haftbefehl des Nürnberger Amtsgerichts, weil sie mehrere Rechnungen nicht bezahlt hatte und dann auf einmal verschwunden war. Auf den mutmaßlichen Terror-Einsatz der Mutter kamen die Ermittler im Laufe der Vernehmungen.  

Es besteht Terror-Verdacht

Inzwischen besteht auch der Verdacht, dass Dana Maria L. Mitglied einer terroristischen Vereinigung ist. Deshalb wurde ein Teil des Verfahrens nach Karlsruhe abgegeben. Dies würde für die Mutter ein weiteres Strafverfahren bedeuten. Dana Maria L. bestreitet indes die Vorwürfe. Die vier Kinder sollen mittlerweile bei ihrem Vater in Afrika leben.

laf

Rubriklistenbild: © dpa

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Berg im Allgäu bricht auseinander: Gigantischer Felssturz droht - Spektakuläres Video
Ein gigantischer Felssturz droht im Allgäu: Am Hochvogel hat sich ein Spalt im Gestein gefährlich geweitet. Forscher warnen vor den Gefahren - und überwachen das …
Berg im Allgäu bricht auseinander: Gigantischer Felssturz droht - Spektakuläres Video
Eurojackpot: Bayer gewinnt 7,5 Millionen Euro - und hat immer noch nicht genug
Unglaubliche 7,5 Millionen Euro hat ein Bayer beim Eurojackpot am Freitag gewonnen. Sich zurücklehnen und Geld ausgeben will der Mann aber erstmal nicht. Er hat schon …
Eurojackpot: Bayer gewinnt 7,5 Millionen Euro - und hat immer noch nicht genug
Er war einer von Seehofers „69 Afghanen“: Der zähe Kampf um Marofs Rückkehr
Marof Khail saß in dem Abschiebeflugzeug, das am 4. Juli von München nach Kabul startete. Trotz Härtefallantrag und Arbeitsstelle. Er war einer von Seehofers „69 …
Er war einer von Seehofers „69 Afghanen“: Der zähe Kampf um Marofs Rückkehr
Schlimmes Unglück an Betonwerk: Arbeiter (62) stürzt aus großer Höhe in den Tod
Im Landkreis Altötting hat sich am Dienstagmorgen ein schweres Unglück ereignet. Ein Arbeiter eines Betonwerks stürzte aus großer Höhe. Er starb noch am Unfallort.
Schlimmes Unglück an Betonwerk: Arbeiter (62) stürzt aus großer Höhe in den Tod

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion