Nürnberg kann sich Konzertsaal nicht leisten

Nürnberg - Es ist der Traum vieler Nürnberger Musikfreunde - eine Konzerthalle mit modernster Ausstattung und bester Akustik. Die Stadt könne sich ein solches Projekt nicht leisten, meint jetzt Kämmerer Harald Riedel.

Im Streit um einen millionenteuren Konzertsaal für Nürnberg hat Stadtkämmerer Harald Riedel (SPD) die Hoffnung auf eine baldige Umsetzung eines solchen Projekts gedämpft. Angesichts der angespannten städtischen Kassenlage und anderer vordringlicher Projekte könne sich die Stadt ein solches Projekt schlichtweg nicht leisten, machte Riedel am Donnerstag in einem Stadtratsausschuss deutlich. Riedel schätzt die Kosten eines Konzertsaal-Neubaus auf rund 120 Millionen Euro. Allein die dringend notwendige Sanierung des Nürnberger Opernhauses werde 50 bis 60 Millionen Euro verschlingen.

Die Ausschussmitglieder sprachen sich dennoch dafür aus, nach einer Ausweichspielstätte für das zu sanierende Opernhaus zu suchen, die eventuell später als Konzertsaal genutzt werden könnte. Dabei äußerten Mitglieder der SPD-Fraktion allerdings wegen der hohen Kosten deutliche Vorbehalte. Zunächst gehe es um eine Ausweichspielstätte für das Opernhaus. „Eine Konzerthalle wäre eher ein Abfallprodukt“, sagte der frühere SPD-Fraktionschef Gerhard Schönfelder. Dagegen forderte der CSU-OB-Kandidat Michel Brehm eine rasche Weichenstellung für einen Konzerthallenbau und warf der SPD Zaudern und Unentschlossenheit vor.

Als mögliche Ausweichspielstätte während der Schließung des Opernhauses befürwortet eine verwaltungsinterne Arbeitsgruppe unter Leitung von Kulturreferentin Julia Lehner (CSU) neben dem leerstehenden früheren Quelle-Versandzentrum auch ein Gelände unweit des Hauptbahnhofs sowie eine Fläche im Südosten der Stadt, das derzeit noch von einem Authaus genutzt wird. Stadträte sprachen sich außerdem dafür aus, auch einen Neubau neben der Meistersingerhalle zu prüfen. Nach Angaben von Kulturreferentin Lehner fehlt in der Stadt eine Konzertsaal mit rund 1200 Plätzen. Die Meistreringerhalle sei mit 2000 Plätzen für manche Konzerte zu groß, die Akustik unbefriedigend.

dpa

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