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An der fahrerlosen U-Bahn in Nürnberg ist ein vierjähriges Kind beim Einsteigen zwischen Zug und Bahnsteigkante gefallen.

Notfall nicht automatisch erfasst

Nürnberg: Kind fällt in U-Bahn-Schacht - Fahrgast reagiert

An der fahrerlosen U-Bahn in Nürnberg ist ein vierjähriges Kind beim Einsteigen zwischen Zug und Bahnsteigkante gefallen - das System kann solche Notfälle nicht erkennen.

Nürnberg - Gefährliche Lücke: An der fahrerlosen U-Bahn in Nürnberg ist ein vierjähriges Kind beim Einsteigen zwischen Zug und Bahnsteigkante gefallen. Schlimmeres verhindert wurde nur, weil ein Fahrgast die Notbremse zog. Denn die automatisierte U-Bahn kann diese Notfälle nicht erkennen, wie eine Sprecherin der Verkehrsbetriebe VAG am Donnerstag sagte. Zuerst hatten die Nürnberger Nachrichten über den Unfall berichtet, der sich bereits am 18. Juli an der Haltestelle des Hauptbahnhofs zutrug. Nach Angaben der VAG-Sprecherin war dies der erste solche Vorfall an der automatisierten U-Bahn.

21-cm-breiter Spalt zwischen Bahnsteig und U-Bahn

Die Lücke zwischen Zug und Bahnsteig ist an den breitesten Stellen 21 Zentimeter breit, der Durchschnitt beträgt 8 Zentimeter. Erlaubt sind laut Baubetriebsverordnung für Straßenbahnen maximal 25 Zentimeter. Die fahrerlosen U-Bahnen sind seit 2008 in Nürnberg unterwegs.

Auch an den normalen U-Bahnen mit Fahrer habe es solche Unfälle beim Einsteigen bereits gegeben, sagte die Sprecherin. Etwa alle drei bis fünf Jahre komme das vor. Passiert sei auch hier bislang nichts Schlimmeres als Prellungen, denn die Fahrer hätten die Notfälle stets vor dem Losfahren bemerkt. In der Londoner U-Bahn weist der berühmte Spruch „Mind the gap“ auf die Lücke zwischen Zug und Bahnsteig hin.

Lücke zwischen Zug und Bahnsteig kann nicht überwacht werden

„Wir gehen solchen Vorfällen immer nach, um herauszufinden, ob wir etwas tun können“, sagte die Sprecherin. Die Mutter des Vierjährigen habe gesagt, sie habe beim Warten auf das Einsteigen ihr Kind zwischen sich und die Bahn gestellt, es aber dabei an der Hand gehalten. Aufgrund schweißnasser Finger sei ihr das Kind dann entglitten und in den Spalt gerutscht. „Unser Rat ist: Kinder immer auf die andere Seite stellen“, sagte die Sprecherin. Und sollte doch einmal etwas passieren: Sofort die Notbremse im Zug ziehen oder den Notruf am Bahnsteig betätigen.

Das Bahnsteigsicherungssystem erkenne nur, wenn etwas auf die Gleise fällt, wenn gerade kein Zug in der Haltestelle steht. Ein heranfahrender Zug wird dann gestoppt. Auch die Lücke zwischen zwei gekoppelten Zügen wird im Bahnhof überwacht. Den Spalt zwischen Zug und Bahnsteig könne man technisch jedoch nicht überwachen.

dpa

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