Gas löst Explosion aus - Koch gibt Tat zu

Nürnberg - Nach dem großen Knall zeigte sich der Täter vor Gericht reumütig: Der Koch einer beliebten Nürnberger Gaststätte hat zugegeben, das Lokal in die Luft gejagt zu haben.

Vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth räumte er am Dienstag ein, die Gasleitung in der Küche aufgedreht zu haben. Er habe im Auftrag seiner Chefin gehandelt. Dafür habe er von der Wirtin 1000 Euro bekommen. Später habe er mit einem Drittel der von der Versicherung gezahlten Summe beteiligt werden sollen. Er habe nicht damit gerechnet, dass das gesamte Haus zerstört wird. Der 50-Jährige sagte, er sei davon ausgegangen, dass nach der Explosion lediglich die Küche renoviert werden müsse.

Der Koch und seine Wirtin sollen das Wirtshaus im Januar in die Luft gejagt haben. Die 63-Jährige stritt die Vorwürfe zum Prozessauftakt ab. Beide müssen sich wegen versuchten Versicherungsbetrugs verantworten.

Die Explosion in der Traditionsgaststätte “Zum Klösterle“ hatte in Nürnberg-Pillenreuth neben der Gaststätte auch sechs umliegende Häuser schwer beschädigt. Außerdem wurden durch die Druckwelle Bäume in den Vorgärten ausgerissen. Die Staatsanwaltschaft schätzte den entstandenen Schaden auf 800 000 Euro. Die Versicherungssumme hätte 200 000 Euro betragen. Da die Staatsanwaltschaft bereits Ermittlungen eingeleitet hatte, zahlte die Versicherung nicht.

In dem Prozess sind zehn weitere Verhandlungstage terminiert. Mit einem Urteil wird Mitte August gerechnet.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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