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Ein Metallsammler findet in Nürnberger Waldstück eine Weltkriegsgranate. (Symbolbild)

Schatzsuche wird zum Verhängnis

Mann findet Weltkriegs-Granate und nimmt sie mit: Er will sie reinigen - plötzlich explodiert sie

Ein Nürnberger Metallsammler (35) findet in einem Waldstück nahe des Eisweihers in Nürnberg-Fischbach eine Weltkriegsgranate. Bei der Reinigung in seiner Wohnung kommt es zur Explosion. Erst Tage später wird die Polizei verständigt.

Nürnberg – Dass ihm diese Schatzsuche zum Verhängnis wird, damit hatte der Nürnberger vermutlich nicht gerechnet. Am 25. Juli war der 35-Jährige mit seinem Metallsuchgerät in einem Waldstück nahe des Eisweihers in Nürnberg-Fischbach unterwegs. Dort suchte er im Boden nach Metallteilen. Er spürte eine noch intakte 2-cm-Sprenggranate aus dem Zweiten Weltkrieg auf und nahm das Geschoss anschließend mit nach Hause.

In seiner Nürnberger Wohnung angekommen wollte er die Munition reinigen, doch dabei kam es zur Explosion. Der Mechatroniker wurde schwer an beiden Händen verletzt und musste ins Krankenhaus. 

Nürnberg: Weltkriegsgranate explodiert - Polizei wird erst Tage später verständigt

Erst Tage nach seiner Entlassung verständigte er am vergangenen Mittwoch eine Privatfirma, die sich auf die Beseitigung von Kampfmitteln spezialisiert hat, um die Munition zu entsorgen. Als deren Mitarbeiter dann einen Tag später in der Wohnung den wahren Sachverhalt erkannten, informierten sie umgehend die Polizei. 

Als eine Streife der Polizeiinspektion Nürnberg-West dann mögliche weitere Munitionsreste fand, übernahmen die Waffen- und Sprengstoffexperten des Bayerischen Landeskriminalamtes zusammen mit der Staatsanwaltschaft Nürnberg/Fürth die weiteren Ermittlungen. Entgegen den Vermutungen wurde keine weitere Munition gefunden.

Nürnberg: Weltkriegsgranate explodiert - Landeskriminalamt ermittelt

Das Landeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft ermitteln nun gegen den Nürnberger wegen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz. Laut Polizeiangaben sind Krankenhäuser normalerweise verpflichtet, solche Vorfälle zu melden. Warum das diesmal nicht passiert ist, konnte ein Sprecher des Bayerischen Landeskriminalamts auf unsere Nachfrage hin nicht beantworten. Es sei jedoch sehr unüblich.   

Das LKA warnte davor, sprengstoffverdächtige Gegenstände wie Granaten in die Hand zu nehmen. Finder sollten den Polizeinotruf wählen.

In Geltendorf gab es einen ähnlichen Vorfall. Bei der Explosion einer Flak-Granate aus dem Zweiten Weltkrieg sind zwei junge Männer (17 und 24 Jahre) schwerst verletzt worden. Eine Granate aus dem 2. Weltkrieg ist auch auf der Autobahn A1 explodiert. Die Gründe dafür sind noch unklar, die Polizei untersucht den Vorfall. In Aschheim ist einem 20-jährigen Elektriker ein Sprengkörper in der linken Hand explodiert. Ein illegales Waffenlager hat die Polizei im August 2019 im niederbayerischen Vilsbiburg ausgehoben.

dpa/svw

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