+
Gegner eines geplanten Baus von Stromautobahnen in Mittelfranken und der Oberpfalz protestieren am Mittwoch in Nürnberg.

In Nürnberg

Massive Proteste gegen Stromautobahn-Pläne

Nürnberg - Mit einem lautstarken Trillerpfeifen- und Trötenkonzert haben am Mittwochabend in Nürnberg mehrere hundert Bürger gegen den Bau einer Stromautobahn durch Franken und die Oberpfalz protestiert.

Auch Sprechchöre wie „Keine Gasse für die Trasse“ verzögerten immer wieder den Beginn einer Informationsveranstaltung des Stromnetzbetreibers Amprion in der Meistersingerhalle. Zeitweise skandierten Hunderte Besucher auch „Wir sind das Volk“.

Als die Veranstalter schließlich den Ordnungsdienst zum Einschreiten gegen die Störer aufriefen, drohte kurzzeitig ein Eklat. Aufgebrachte Bürger erhoben sich von den Plätzen und versuchten sich den Ordnern in den Weg zu stellen. Erst als eine Bürgerin die Protestierenden zur Besonnenheit aufrief, konnte die Veranstaltung fortgesetzt werden. Insgesamt hatten mehr als 1000 Bürger aus den betroffenen Landkreisen Nürnberger Land, Roth und Neumarkt die Veranstaltung besucht.

Viele Redner bezweifelten die Notwendigkeit der Trasse. Es werde in Bayern schon jetzt genügend erneuerbare Energie erzeugt; in Zukunft werde sich der Freistaat komplett mit Strom selbst versorgen können. Sollte die Stromautobahn dennoch gebaut werden müssen, sollten etwa in der Nähe von Ortschaften Erdkabel verlegt werden.

Betreiber: Windstrom für Energiewende

Der Netzbetreiber verwies dagegen auf den gesetzlichen Auftrag, die Trassenpläne umzusetzen. Für die Energiewende müsse der im Norden und Osten produzierte Windstrom in den Süden geschafft werden. Amprion will den Antrag für die Trasse im März bei der Bundesnetzagentur einreichen. Die von einem Gutachter erarbeitete 450 Kilometer lange Trasse sei aber nicht unbedingt das letzte Wort sei: „Hier kann sich substanziell in Teilbereichen noch was ändern“, sagte Projektleiter Dirk Uther.

Die Trasse, die von 2022 an Sachsen-Anhalt mit Schwaben verbinden soll, stoßen in Franken auf Widerstände, in vielen Ortschaften haben sich in den vergangenen Wochen Bürgerinitiativen gebildet. Neben Gesundheitsgefahren fürchten sie eine Verschandelung ihrer Heimat und einen Wertverlust ihrer Grundstücke.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Bayerische Narren zum Blutspenden aufgefordert
München- Die Narren im Freistaat feiern die fünfte Jahreszeit - und haben die Gelegenheit, gleich nach dem Fasching noch eine gute Tat zu vollbringen.
Bayerische Narren zum Blutspenden aufgefordert
Datenschützer warnt: Überwachungsgesetz betrifft auch normale Bürger
München - Gefährliche Personen sollen künftig besser überwacht werden können. Dieser Gesetzesentwurf soll jedoch die Freiheitsrechte aller Bürger einschrenken.
Datenschützer warnt: Überwachungsgesetz betrifft auch normale Bürger
Seehofer ärgert sich über Kultusminister in Abi-Debatte
München - Der Bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer zeigt sich kritisch gegenüber der Arbeit des Kultusministers Ludwig Spaenle. Es geht um das bayerische Abitur.
Seehofer ärgert sich über Kultusminister in Abi-Debatte
Tochter behält Pflegekosten ein: Heim verklagt 90-Jährige
Weil ihre demenzkranke Mutter in der Kurzzeitpflege „total verwahrloste“, bezahlte Martina S. nicht die volle Rechnung des Pflegeheims. Nun wurde die 90-Jährige vom Heim …
Tochter behält Pflegekosten ein: Heim verklagt 90-Jährige

Kommentare