An der Ecke Scharrerstraße und Lorschstraße, wo Imbissbetreiber Ismail Yasar am 05.06.2005 ermordet wurde, nahmen 200 Nürnberger an der Schweigeminute teil.

Neonazi-Morde: Rund 200 Menschen schweigen in Nürnberg

Nürnberg - Tausende Deutsche haben heute um 12 Uhr zum Gedenken an die Opfer der Neonazi-Morde eine Schweigeminute eingelegt. Allein in Nürnberg waren rund 200 Menschen an einer Kundgebung beteiltigt.

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Im Gedenken an die Opfer der Neonazi-Morde haben am Donnerstagmittag in Bayern zahlreiche Beschäftigte von Behörden vorübergehend ihre Arbeit ruhen lassen. In einigen bayerischen Städten legten Menschen auch im Rahmen öffentlicher Veranstaltungen eine Schweigeminute ein. In Nürnberg, wo der DGB zu einer Kundgebung in der „Straße der Menschenrechte“ eingeladen hatte, nahmen rund 200 Menschen teil.

In Augsburg standen am Donnerstag Busse und Trams um 12.00 Uhr für eine Minute im Rahmen der bundesweiten Aktion still. In Würzburg und Nürnberg hatten Mitarbeiter der Stadtverwaltungen ihre Arbeit für eine Schweigeminute unterbrochen. In Hof versammelten sich rund 200 Rathaus-Mitarbeiter, Bürger und Vertreter des Stadtrats zur Schweigeminute vor dem Stadthaus. Auch im Polizeipräsidium München gedachten Beamte am Mittag kurz den Opfern der neonazistischen Zwickauer Terrorzelle.

Der Vorsitzende des DGB Mittelfranken, Stephan Doll, erinnerte in einer kurzen Ansprache vor allem an die drei in Nürnberg verübten Neonazi-Morde. Opfer sind drei Kleinunternehmer mit türkischer Abstammung. Als Konsequenz forderte der Gewerkschafter verstärkten Widerstand gegen Neonazi-Umtriebe im Land. „Wir stehen alle in der Pflicht, rechtsextremem Gedankengut entschieden entgegenzutreten“, appellierte er an die Kundgebungsteilnehmer.

dpa

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