Nürnberg: Türkische Gemeinde erhält abscheulichen Brief: „Ihr werdet niemals sicher sein“
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Nürnberg: Türkische Gemeinde erhält abscheulichen Brief: „Ihr werdet niemals sicher sein“

Kripo ermittelt

Türkische Gemeinde erhält üblen Drohbrief, „Zugabe“ löst Entsetzen aus - Polizei fasst Tatverdächtige

  • Katarina Amtmann
    VonKatarina Amtmann
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Eine türkische Gemeinde im Nürnberger Land hat einen abscheulichen Brief bekommen. Darin stand: „Ihr werdet niemals sicher sein“. Doch das war noch nicht alles.

  • Schrecklicher Vorfall im Nürnberger* Land.
  • Eine Moschee erhielt einen abscheulichen Brief.
  • Doch das war noch nicht alles.

Update, 20. März: Nach dem Versand von Drohbriefen und Munition an eine türkische Moscheegemeinde und zwei Lokalpolitiker hat die Polizei in Mittelfranken eine Tatverdächtige festgenommen. Die Polizei machte am Freitag (20. März) zunächst keinen Angaben, ob die Tat einen ausländerfeindlichen Hintergrund hat.

In den Briefen waren seit Dezember vergangenen Jahres Grußkarten mit teilweise echten Patronen verschickt worden. Nähere Informationen wollen Polizei und Staatsanwaltschaft demnächst mitteilen.

Türkische Gemeinde erhält üblen Drohbrief, „Zugabe“ löst Entsetzen aus - Kripo vermutet Serie

Update vom 11. März: Nach mehreren Drohbriefen an Kommunalpolitiker und die Türkisch-Islamische Gemeinde im Nürnberger Land bittet die Polizei die Bevölkerung um Hilfe. Seit Dezember hatten ein oder mehrere Unbekannte sechs Grußkarten mit Drohungen verschickt, denen teilweise Patronen beilagen. Eine Sonderkommission bei der Kriminalpolizei Schwabach sucht jetzt Zeugen, die unter anderem jemanden beim Kauf von mehreren solcher Karten beobachtet haben.

Experten werten derzeit die Fingerabdrücke und DNA-Spuren aus, die auf den Karten und Umschlägen gefunden wurden. „Wir ermitteln in alle Richtungen“, sagte Michael Konrad vom Polizeipräsidium Mittelfranken am Mittwoch in Nürnberg. Der Drohbrief an die Türkisch-Islamische Gemeinde in Röthenbach lasse aber vermuten, dass der oder die Täter zur rechten Szene gehören. Außerdem könnten diese möglicherweise aus der Region stammen, da alle Empfänger aus dem Nürnberg Land sind. „Wir prüfen noch, ob ähnliche Fälle woanders aufgetreten sind“, sagte Konrad.

Ende Dezember und Anfang Januar hatten die Bundestagsabgeordneten Judith Skudelny (FDP) aus Stuttgart und Carsten Träger (SPD) aus Fürth Drohbriefe mit Patronenhülsen erhalten. Bei den Absendern handelt es sich aber um mutmaßliche Linksextremisten. In dem Schreiben berufen sie sich unter anderem auf Holger Meins. Das Mitglied der linksterroristischen Rote Armee Fraktion (RAF) war 1974 im Gefängnis gestorben.

Drohbrief gegen türkische Gemeinde: Polizei ermittelt

Update vom 6. März, 18.45 Uhr: Nach einem Drohbrief an die Türkisch-Islamische Gemeinde im mittelfränkischen Röthenbach a. d. Pegnitz (Landkreis Nürnberger Land) ermittelt die Kriminalpolizei Schwabach. In dem Schreiben, dem eine Patrone beigelegt war, heißt es drohend: „Ihr werdet niemals sicher sein!“. Der Brief wird jetzt kriminaltechnisch untersucht, auch soll das Schreiben inhaltlich analysiert werden.

Die Polizei geht nach eigenen Angaben von Freitag davon aus, dass der Brief einer Serie gleichartiger Bedrohungsschreiben zuzuordnen ist. Denn bereits seit Dezember ermittelt der Staatsschutz in ähnlich gelagerten Fällen. Auch damals waren Drohbriefen teilweise Patronen beigefügt worden. Die Briefe waren an Personen des öffentlichen Lebens adressiert worden. Anfang Dezember wurde eine spezielle Ermittlungskommission, bestehend aus acht Beamten, eingerichtet.

Türkische Gemeinde erhält abscheulichen Drohbrief - „Zugabe“ in Kuvert löst großes Entsetzen aus

Erstmeldung: Röthenbach/Nürnberg - Ein Vorfall in einer Moschee im Nürnberger Land beunruhigt die türkisch-islamische Gemeinde Röthenbach. Der gemeinnützige Verein gehört zur Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB) - und erhielt jetzt einen Drohbrief.

DITIB Röthenbach erhält Drohbrief: „Ihr werdet niemals sicher sein“

Auf Facebook berichtet die DITIB Röthenbach, dass in den Briefkasten ihrer Moschee ein blauer Briefumschlag mit einer Patrone und einer Postkarte mit einem Schweinskopf eingeworfen wurde. Darauf zu lesen: „Ihr werdet niemals sicher sein“.

Sofort wurde die Polizei* benachrichtigt und die Tat angezeigt. „Noch bevor der terroristische Anschlag vor ein paar Tagen in Hanau von unseren Gemeinden verarbeitet werden konnte, hat uns dieser Drohbrief erheblich beunruhigt. Wir verurteilen wiederholt jegliche Art von Hass und Terror“, schreibt der Verein auf Facebook.

Drohbrief gegen Moschee: unnötige Panik vermeiden

Erst vor ein paar Tagen waren unter anderem der Bürgermeister und Landräte in der Moschee zu Besuch, „um Zusammengehörigkeit zu demonstrieren und zugleich den terroristischen Angriff zu verurteilen. Wir sind fest davon überzeugt, dass auch unsere Röthenbacher Bürger diese abscheuliche Tat missbilligen und ebenso beunruhigt sind.“

Die DITIB Röthenbach bittet Mitbürger zu erhöhter Aufmerksamkeit und darum, bei Verdachtsmomenten die Polizei zu verständigen. Aber: „Wir bitten zudem um Vermeidung unnötiger Panik.“

Für Beunruhigung sorgten zuletzt auch neue Daten zur Zahl der auf rechten Feindeslisten stehenden Menschen in Bayern, wie Merkur.de* berichtet.

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