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1000-Euro-Schirm von Adidas und Gucci sorgt für Häme: „So nützlich wie ein Löffel mit Löchern“

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Von: Magdalena von Zumbusch

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In der Gucci-Adidas-Kollaboration gibt es auch einen Schirm.
In der Gucci-Adidas-Kollaboration gibt es auch einen Schirm. (Symbolbild) © IMAGO/Alexander Pohl/dpa/Daniel Karmann (Merkur.de-Collage)

Ein Hashtag, der den hohen Preis des nicht wasserfesten Regenschirms anprangert, ist auf Twitter viral gegangen. Jetzt wird er als „Sonnenschirm“ verkauft.

Nürnberg - Eine neue Partnerschaft zwischen dem fränkischen Sportartikelhersteller Adidas und dem Luxuslabel Gucci soll „eine neue Serie hybrider Looks“ hervorrufen, indem sie die Retro-Streifen des Sportartikelgiganten mit der Ästhetik des italienischen Modehauses verbindet.

Adidas und Gucci: Auf dem chinesischen Markt kostet der Schirm sogar 1500 Euro

In der Adidas x Gucci Kollektion mischen sich das Adidas Trefoil und die drei Streifen mit dem Interlocking G, Horsebit, Web und dem GG-Monogramm-Canvas in Konfektionskleidung und Accessoires, wie es auf der offziellen Gucci-Website heißt. Als Accessoire wird auch ein Schirm angeboten, der auf Twitter viel Kritik geerntet hat: Der Schirm kostet in Europa bereits 990 Euro, in China ist er laut der Modeplattform fashionunited.de noch fast 50 Prozent teurer und kostet über 1500 Euro (11.100 Yuan).

Der Artikel wurde auf Weibo, der chinesischen Mikroblogging-Website (Plattformen wie etwa auch Twitter, auf denen Nutzer kurze SMS-ähnliche Einträge veröffentlichen können) von vielen Seiten angegangen. Die Nutzer beschwerten sich über den hohen Preis. Vor allem für die naheliegende Nutzung als Regenschirm sei der Preis hoch, denn: Gegen Regen schützt er nicht. Gucci gibt auf seiner Website an, dass der Schirm nicht im Regen benutzt werden dürfe, da er nicht wasserdicht sei.

Adidas - Nach Shitstorm auf Twitter und Co.: Gucci ändert Produktbeschreibung zu „Sonnenschirm“

Der Schirm kann also nur zu dekorativen Zwecken oder als Sonnenschutz eingesetzt werden. In China, einem wichtigen Zielmarkt für Gucci, ist Sonnenschutz wegen des traditionellen Schönheitsideals heller Haut für Frauen immerhin ein Anliegen. Das Ideal gebräunter Haut hat sich im Gegensatz zu vielen anderen europäischen (Schönheits-)Trends nicht durchgesetzt. So reagierte Gucci auch schnell auf die Kritik und änderte die Produktbeschreibung auf seiner chinesischsprachigen Website in „Sonnenschirm“ (statt „Regenschirm“). Auch in Deutschland wird er als Sonnenschirm beworben.

Doch in China findet man den Preis des Schirms, der nicht mal Regenschutz bietet, überzogen: Ein Hashtag auf der Website Weibo lautet übersetzt: „Der Kollaboration-Regenschirm, der für 11.100 Yuan verkauft wird, ist nicht wasserdicht“ und hat laut BBC bisher mehr als 140 Millionen Aufrufe verzeichnet. „EINE Aufgabe“ schrieb eine Nutzerin zu dem Foto des Schirms und monierte damit den fehlenden Regenschutz, der ja doch gemeinhin die wichtigste Aufgabe eines Schirms darstellt. „You can stand under my umbrella. But not when it‘s raining“, spielt eine andere Nutzerin auf einen alten Rihanna-Hit an.

Gucci-Adidas-Kollaboration: Twitter-Nutzer aus China kritisieren Schirm

Die Kritik wurde auf Twitter sehr deutlich geäußert: „Ich würde lieber öffentlich um 1600 Dollar in einem Schneeballsystem auf niedrigem Niveau betrogen werden, als mit einem Gucci-Regenschirm gesehen zu werden“, meint ein Nutzer oder ein anderer: „So nützlich wie ein Löffel mit Löchern“. Trotz aller Kritik gibt es aktuell bereits eine Warteliste für den Sonnenschirm, der ab dem 7. Juni (auch online) erhältlich sein wird, berichtet fashionunited.de.

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