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„Aktenzeichen XY“ sucht nach „Lissy“ aus Franken: Polizei erhält konkreten Hinweis - Suchaktion am Samstag

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Archäologiehund sucht nach verschwundener Frau
Am Samstag wurde nach der vermissten Lissy Lauer gesucht. © Ralph Goppelt/Vifogra /dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Könnte ein 29 Jahre alter Kriminalfall aus Franken bald gelöst werden? „Aktenzeichen XY... ungelöst“ lieferte der Polizei zahlreiche Hinweise zum Verschwinden von „Lissy“.

Update vom 21. November: Seit Sommer 1992 ist Lissy Lauer aus dem mittelfränkischen Haundorf spurlos verschwunden - nun haben Fahnder mit einem Spezialhund nach Überresten der damals 30-Jährigen gesucht (siehe vorheriges Update). Man habe den Archäologiehund an verschiedenen Orten suchen lassen, wo jahrelangen Gerüchten zufolge ihre Leiche vergraben sein könnte, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Mittelfranken am Sonntag. Das Tier könne menschliche Knochen erschnüffeln, sogar wenn sie in mehr als zwei Metern Tiefe vergraben seien. Die Suche wurde nach Auskunft der Ermittler allerdings am Samstagabend ergebnislos abgebrochen.

Das Bundeskriminalamt (BKA) geht in seinem Fahndungsaufruf von einem Mord aus. Es ist ein sogenannter Cold Case, in dem die Kriminalpolizei und die Staatsanwaltschaft Ansbach seit Mai wieder ermitteln und bei dem für entscheidende Hinweise 10.000 Euro als Belohnung ausgesetzt sind. Am vergangenen Mittwoch hatte auch die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ darüber berichtet. Darin ist auch von beunruhigenden, anonymen Anrufen die Rede, die Lauer vor ihrem Verschwinden erhalten haben soll. Nach der Sendung seien an die 40 Hinweise eingegangen, denen die Ermittler nun nachgingen, berichtete der Polizeisprecher.

„Aktenzeichen XY“ sucht nach „Lissy“ aus Franken: Polizei erhält konkreten Hinweis - Suchaktion am Samstag

Update vom 20. November: Rund 29 Jahre fehlt von Lissy Lauer aus Franken in Bayern bereits jede Spur, nun könnte der Kriminalfall tatsächlich vor der Aufklärung stehen. Nachdem der Fall am Mittwoch, 17. November, in der ZDF-Sendung Aktenzeichen XY ausgestrahlt worden war, kommt nun offenbar Bewegung in den Fall. Rund zwei Dutzend Hinweise seien seitdem bei der Polizei eingegangen, Ermittler sollen auf ein mögliches Versteck der Leiche der jungen Frau hingewiesen worden sein (siehe Ursprungsmeldung unten).

Wie der BR nun berichtet, soll die Polizei Ansbach mit einem Spürhund am Samstag, 20. November, nach der Leiche der jungen Frau gesucht haben. Demnach sei die Suchaktion bereits am Mittwoch in der ZDF-Sendung angekündigt worden, am Samstag sei gemeinsam mit dem Hund dann im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen nach den sterblichen Überresten von Lissy Lauer gesucht worden sein. Weitere Details zu der Suche sind nicht bekannt.

Bei Aktenzeichen XY geht es um die Vermisste Lieselotte Lauer.
Bei Aktenzeichen XY geht es um die Vermisste Lieselotte Lauer. © Sina Schuldt/dpa/Polizeipräsidium Mittelfranken

„Aktenzeichen XY... ungelöst“ mit Fall „Lissy“ aus Franken: Polizei erhält Hinweise zum Versteck der Leiche

Erstmeldung vom 19. November: Nürnberg - Dank „Aktenzeichen XY… ungelöst“ könnte ein Kriminalfall aus dem Jahr 1992 möglicherweise bald gelöst werden. In der ZDF-Sendung am Mittwochabend (17. November) war unter anderem das Verschwinden der Lieselotte Lauer vor 29 Jahren Thema. Rund zwei Dutzend Hinweise gingen seitdem bei der Polizei ein. Die weiß nun möglicherweise, wo das Versteck der Leiche der damals 30-jährigen Frau liegt. 

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Nürnberg: Lieselotte Lauer verschwand vor 29 Jahren 

„Seit einiger Zeit häufen sich bei uns die Cold Cases, also ungeklärte Fälle, die schon viele Jahre zurückliegen“, sagt Moderator Rudi Cerne zu Beginn der Sendung. „Warum ist das so? Die Antwort ist ganz einfach: Mord verjährt nie“, erklärt er weiter. 

Im Film zu dem Kriminalfall erfährt man in der Folge, dass Lieselotte Lauer zum Zeitpunkt ihres Verschwindens 1992 30 Jahre alt war, nach einer Trennung eine eigene Wohnung brauchte, zu ihrem Ex-Freund aber noch ein gutes Verhältnis pflegte. Sie arbeitete in Gunzenhausen*, wie die meisten ihrer Freunde und Bekannten, bei der Firma SEL. Sie sei nach dem Umzug aufgeblüht, war viel unterwegs, und mehrere Männer zeigten wohl Interesse an ihr. Über eine neue Beziehung sei aber nichts bekannt gewesen. 

„Aktenzeichen XY... ungelöst“ - Arbeitskollegen bemerken Verschwinden von „Lissy“

Ihr Ex-Freund, der bereits mit einer neuen Frau zusammenlebte, erhielt im Juni 1992 kurz vor Lauers Verschwinden immer wieder seltsame Anrufe und fährt einmal sogar beunruhigt zu ihr. Am 1. Juli 1992 kommt sie dann etwa um 0.30 Uhr von der Spätschicht nach Hause. Etwa zehn Minuten später hört eine Nachbarin, wie jemand das Haus verlässt und sieht, dass jemand mit Lissys Auto wegfährt. Am Morgen muss Lissy wieder zurückgekommen sein, denn etwa um 9 Uhr wird sie beobachtet, als sie wieder von der Wohnung wegfährt, so viel weiß die Polizei. Eine Stunde später will sie eine Zeugin in der Gunzenhausener Innenstadt gesehen haben. 

Als sie am Nachmittag nicht zu ihrer Spätschicht erscheint, werden ihre Freundinnen und Arbeitskollegen stutzig. Es stellt sich heraus: Das Auto ist weg, die Katze nicht gefüttert. Das sei untypisch für „Lissy“, wie sie genannt wird. Auch habe sie sich nicht krankgemeldet und das gemeinsame Einkaufen mit einer Freundin nicht abgesagt. Ihre Freunde gehen also zur Polizei und melden sie als vermisst. 

Auto wird zwei Tage später auf Parkplatz gefunden 


Zwei Tage nach ihrem Verschwinden, wird das Auto von Lieselotte Lauer auf einem Parkplatz in Gunzenhausen nahe der Altmühl entdeckt. Die Beamten stellten damals starke Beschädigungen am Unterboden des orange-roten Ford Fiestas fest. Heute ist die Kripo Ansbach mit dem Fall betraut, und Kriminalhauptkommissar Gunnar Scharar an dem Abend Rudi Cerne zugeschaltet. Scharar erklärt, dass er und sein Team mittlerweile davon ausgehen, dass die Beschädigungen nichts mit dem Verschwinden zu tun haben und bereits vorhanden waren. Der Fiesta sei ein Gebrauchtwagen gewesen.  

Es sei gut möglich, dass Lissy Lauer ihren Wagen selbst auf dem Parkplatz abgestellt hat. Hinweise auf ein freiwilliges Verschwinden, Suizid oder einen Unfall, gebe es aber nicht. „Sie war dabei, ihr Leben neu zu ordnen. Sie galt als sehr zuverlässig im Kollegenkreis, aber auch im Freundeskreis“, erklärt Scharar. „Uns liegen Puzzleteile vor und Details, die für ein vorliegendes Verbrechen sprechen“, führt der Kriminalhauptkommissar weiter aus.  

„Erfolgreiches Feedback“ nach Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“

„Wir haben Anhaltspunkte für das mögliche Versteck des Leichnams. Und hier ist eine Absuche in Vorbereitung, die unmittelbar bevorsteht“, verrät Scharer in der Sendung. Bereits während der Ausstrahlung von „Aktenzeichen XY… ungelöst“ gingen 20 Hinweise zum Fall Lieselotte Lauer ein. Bis zum Folgetag seien „gut zwei Dutzend Hinweise eingegangen“, so ein Sprecher. Er spricht von einem „erfolgreichen Feedback“ nach der Sendung. Unter den Personen befänden sich viele, die bereits 1992 Aussagen getätigt haben. Diese wollten sie noch mal konkretisieren beziehungsweise ergänzen, aber auch neue Zeugen. „Es ist schon die ein oder andere Spur dabei, die Potenzial hat, die Ermittlungen vorantreiben zu können“, lautet die erste Einschätzung. 

Die Kriminalpolizei Ansbach* sucht weiterhin nach Zeuginnen und Zeugen, die Angaben zu ihrem Verschwinden am 1. Juli 1992 machen können und bittet um Anrufe unter der Telefonnummer (0981) 90 94 0. Für Hinweise, die zur Aufklärung eines möglichen Verbrechens führen, sind 10.000 Euro Belohnung ausgelobt worden. *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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