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Heftiger Lkw-Unfall auf A9 Richtung Nürnberg: Gaffer filmt minutenlang Schwerverletzten

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Von: Klaus-Maria Mehr, Thomas Eldersch

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Bei einem Lkw-Unfall auf der A9 südlich von Nürnberg wurde ein Fahrer lebensgefährlich verletzt. Die Polizei ärgert sich über reihenweise Gaffer.

Update vom 10. November, 9.39 Uhr: Der Lkw-Auffahrunfall auf der A9 am gestrigen Mittwoch (siehe Erstmeldung) war so heftig, dass die Aufräumarbeiten noch bis spät in die Nacht andauerten. Noch um 22 Uhr war laut BR der Stau in Fahrtrichtung Nürnberg gut zehn Kilometer lang. Erst einige Stunden nach dem Zusammenstoß konnte über erst eine Fahrbahn freigegeben werden.

Nach einem schweren Unfall auf der A9, war die Fahrtrichtung Nürnberg über mehrere Stunden gesperrt.
Nach einem schweren Unfall auf der A9, war die Fahrtrichtung Nürnberg über mehrere Stunden gesperrt. © NEWS5 / Grundmann

Besonders ärgerlich für die Polizei war laut Angaben des News-Portals News5, dass ein Gaffer den Unfall zwischen Greding und Hilpoltstein gefilmt hatte. Minutenlang soll er auf den schwerverletzten und eingeklemmten Fahrer des zweiten Lkw einfach draufgehalten haben. Die Polizei soll im Anschluss die Aufnahmen sichergestellt haben, dennoch kam es aufgrund von Gaffern weiter zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. News5 zitiert den Verkehrspolizisten der VPI Feucht, Gerhardt Grad, folgendermaßen: „Wir sind zum nichts tun verdammt.“ Man könne schließlich nicht über die Leitplanke auf die andere Fahrbahn springen und die Gaffer festnehmen.

Kilometerlanger Stau bis tief in die Nacht hinein

Update, 20.21 Uhr: Immer noch sind zwei Spuren auf der A9 wegen Bergungsarbeiten gesperrt. Laut BR hat sich ein Stau von über 22 Kilometern gebildet. Es wird weiterhin geraten, die Unfallstelle weiträumig zu umfahren.

Update, 17.24 Uhr: Langsam geht wieder was voran. Wie die Polizei Mittelfranken auf Twitter mitteilte, wurde jetzt die linke Fahrspur wieder freigegeben. Weiter heißt es: „Bitte fahrt vorsichtig und haltet Abstand zum Vorausfahrenden.“ Weiterhin kommt es auf der Strecke rund um Greding zu erheblichen Verkehrsverzögerungen.

Nach schwerem Unfall: Rückstau reicht zehn Kilometer weit

Update, 16.17 Uhr: Die Autobahn Richtung Berlin/Nürnberg ist nach wie vor ab Greding total gesperrt. Der Rückstau reicht rund zehn Kilometer zurück. Aktuell laufen die Bergungsarbeiten. Die Sperre wird noch länger andauern. Wie lange genau ist derzeit schwer zu prognostizieren.

Erstmeldung, 13.45 Uhr: Nürnberg/Roth ‒ Der Unfall ereignete sich gegen 12.45 Uhr am frühen Mittwochnachmittag (9. November). Genauer gesagt handelte es sich um zwei Unfälle. Der erste Unfall Höhe Hilpoltstein (Kreis Roth) verlief laut einem Sprecher des Polizeipräsidiums Mittelfranken in Nürnberg relativ glimpflich. Der Fahrer wurde nur leicht verletzt, der Lkw konnte schnell auf die Standspur geschleppt werden.

Die Unfallstelle: Bei diesem Auffahrunfall auf der A9 Richtung Berlin wurde ein Lkw-Fahrer lebensgefährlich verletzt.
Die Unfallstelle: Bei diesem Auffahrunfall auf der A9 Richtung Berlin wurde ein Lkw-Fahrer lebensgefährlich verletzt. © Haubner/vifogra

Der zweite Unfall hatte es allerdings in sich. Er passierte weiter südlich zwischen Greding (Kreis Roth) und Hilpoltstein etwa Höhe Thalmässing. Dort fuhr ebenfalls ein Lkw auf einen anderen Lkw auf. Der Fahrer des hinteren Lkws wurde dabei lebensgefährlich verletzt. Er musste von der Feuerwehr aus dem Wrack herausgeschnitten und mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen werden.

Schlimmer Lkw-Unfall auf der A9: Autobahn war zwischenzeitlich in beide Richtungen gesperrt

Dafür musste die Polizei die A9 zwischenzeitlich in beide Richtungen total sperren. Der Unfall ereignete sich im Baustellenbereich. Die Bildung einer Rettungsgasse gestaltete sich mehr als schwierig. So mussten die Rettungsfahrzeuge teils über die Gegenspur anrücken.

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Totalsperre der A9 wird noch lange andauern: Erst Gutachter, dann Bergungsarbeiten

Ab Greding Richtung Nürnberg, beziehungsweise Berlin bleibt die Autobahn total gesperrt. Aktuell ist laut Polizei ein Gutachter auf dem Weg zur Unfallstelle. Sobald dieser seine Arbeit beendet hat, können die Aufräumarbeiten starten. Erfahrungsgemäß dauert das alles seine Zeit. Autofahrer Richtung Berlin/Nürnberg sollten also viel Zeit mitbringen und die Unfallstelle ab Greding weiträumig umfahren.

Auch Richtung Ingolstadt/München staut es sich derzeit ab Hilpoltstein zurück. Grund ist die kurzzeitige Totalsperre der A9.

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