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Tod durch Gift: Verendeter Greifvogel in Mittelfranken gefunden – „erschreckend“

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Von: Felix Herz

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Der Greifvogel wurde in Gerolfingen tot aufgefunden. Er war mit einem Köder vergiftet worden.
Vergifteter Köder: Verendeter Rotmilan in Mittelfranken gefunden. © Martina Widuch/LBV Bildarchiv/dpa

In Mittelfranken wurde ein toter Greifvogel gefunden. Die Laborergebnisse haben nun ergeben, dass der Rotmilan vergiftet worden war. Das Mittel ist auch bekannt.

Gerolfingen – Ein Greifvogel ist in Mittelfranken verendet, nachdem er einen vergifteten Köder gefressen hat. Eine toxikologische Untersuchung habe ergeben, dass ein in Gerolfingen (Landkreis Ansbach) tot aufgefundener Rotmilan mit dem Wirkstoff Pentobarbital vergiftet worden ist, teilte die Regierung von Mittelfranken mit.

Mittelfranken: Greifvogel mit Schlafmittel vergiftet

Die Substanz Pentobarbital wird in der Humanmedizin als Schlafmittel und in der Tiermedizin als Mittel zum Einschläfern verwendet. Unbekannte hätten offensichtlich gezielt Köder ausgelegt, um Greifvögel zu töten, so die Regierungsmitteilung.

Bereits im vergangenen Jahr waren zahlreiche Greifvögel getötet worden - allerdings mit dem seit 2007 in der EU verbotenen Insektizid Carbofuran. Betroffen zeigt sich auch Markus Bachmann, der Vorsitzende der Kreisgruppe Ansbach des Landesbundes für Vogelschutz (LBV): „Es ist erschreckend, dass streng geschützte Arten wie Wanderfalke, Habicht, Rotmilan, Mäusebussard, aber auch Eulen, Störche, Reiher und Raben illegal getötet werden.“ Bachmann und seine Kollegen hoffen nun auf Zeugenhinweise.

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Vergiftete Greifvögel in Bayern: Seltene Vögel haben viele Feinde

Greifvögel werden in trauriger Regelmäßigkeit Opfer von Giftködern. Meist stecken Brieftauben- und Geflügelzüchter hinter den Attacken, doch werden auch immer wieder Jäger hinter den Taten vermutet, die die Greifvögel als Konkurrenz in der Jagd auf Niederwild wie Feldhasen betrachten.

Hinter dieser illegalen Jagd verbirgt sich oft der Irrglaube, Greifvögel seien für den starken Rückgang von unter anderem Feldhasen verantwortlich. Dieser Rückgang liegt aber vielmehr daran, dass die Tiere laut Naturschutzbund weniger Brutplätze und Insekten finden – industrieller Landwirtschaft sei Dank. (fh)

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