Markus Söder nennt Lockerungen beim Corona-Gipfel schwieriger als Schließungen.
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Markus Söder und Angela Merkel beraten sich am Freitag mit bayerischen Lokalpolitikern zu den Corona-Maßnahmen.

Am Freitag ist es soweit

Vor Videoschalte mit Merkel und Co: Frankens Politiker haben klare Forderungen - aber auch viel Verständnis

  • Veronika Mahnkopf
    vonVeronika Mahnkopf
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Am Freitag schalten sich Bayerns Lokalpolitiker mit Merkel und Söder zusammen, um über die Corona-Maßnahmen zu diskutieren. Frankens Politiker haben sich vorbereitet.

Nürnberg - Es knirscht in Bayerns Politikgefüge. Während zu Beginn und im weiteren Verlauf der Corona-Pandemie viele Politiker den Kurs von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Ministerpräsident Markus Söder (CSU) weitgehend kommentarlos mitgingen, regt sich allmählich Widerstand. Grund ist vor allem das zögerliche Vorgehen in Sachen Exit aus dem Lockdown trotz sinkender Inzidenzen in ganz Bayern.

Am Freitag nun wollen Merkel, Söder und Bayerns Landräte und Bürgermeister der kreisfreien Städte per Videoschalte beraten. Frankens Lokalpolitiker haben sich einiges auf die To-Do-Liste geschrieben. Sie wollen in bestimmten Punkten Druck machen.

Vor Videoschalte mit Merkel und Söder: Marshall-Plan für Innenstädte gefordert

So will sich Fürths Oberbürgermeister Thomas Jung (SPD) dafür einsetzen, dass so manche, für die Bürger nicht nachvollziehbare Maßnahme überdacht wird: zum Beispiel die Schließung von Gartenbaubetrieben und Floristen. In anderen Bundesländern seien diese geöffnet. „Im Vorfeld des Valentinstags drängen sich die Menschen in den Supermärkten an den Blumen. So etwas erzeugt bei unseren Floristen Verzweiflung“, sagt Jung gegenüber nordbayern.de.

Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König (CSU) will sich für das Wohl der Kinder einsetzen - und für eine gute Vorbereitung von weiteren Öffnungen im Bereich Schule und Kindergärten plädieren. Sein zweiter Punkt: ein Marshall-Plan für deutsche Innenstädte. Die Menschen werden nach dem Lockdown wohl nicht einfach so „in Scharen wieder in die Innenstädte kommen“, so König bei nordbayern.de.

Franken-Politiker fordert: weniger apokalyptische Sprache von Söder und Merkel

Armin Kroder (Freie Wähler), Landrat des Landkreises Nürnberger Land, will ein anderes Thema ansprechen: die Sprache der Politiker in der Corona-Pandemie. Sie solle „Mut machender“ und „weniger apokalyptisch“ sein.

Viele Lokalpolitiker in Franken befürworten im Großen und Ganzen aber die Politik von Merkel und Co. Das schrittweise Vorantasten bei Öffnungen mit Vorsicht und Umsicht habe sich als der richtige Weg erwiesen, so die Mehrheit der von nordbayern.de befragten Landräte und Bürgermeister.

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