Coronavirus - Intensivstation
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Intensivpfleger haben jede Menge auf den Corona-Intensivstationen zu tun. (Symbolbild)

„Ein Schlag ins Gesicht“

Bayerischer Arzt empört über Schlagzeile zu Lage auf Intensivstationen - „Ich bin sprachlos“

  • vonTanja Kipke
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Die Politik versucht durch härtere Maßnahmen die enorme Auslastung auf den Intensivstationen einzudämmen. Ein Arzt empört sich auf Instagram über Schlagzeile.

Fürth - Die Lage auf den deutschen Intensivstationen bereitet Sorge. Auch dass die Patienten im Krankenhaus immer jünger werden, macht den Medizinern zu schaffen. Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung der Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) meldete in ihrem täglichen Report am Mittwoch 4966 Intensivbetten, die in Deutschland mit Corona*-Patienten belegt sind. Eine Schlagzeile der Bild-Zeitung zur Lage auf den Intensivstationen sorgte bei einem Fürther Arzt für große Empörung.

Corona/Fürth: Arzt postet bewegendes Video auf Instagram - „Ein Schlag ins Gesicht“

Der medizinische Direktor des Klinikum Fürth*, Dr. Manfred Wagner, machte seinem Ärger über die Schlagzeile auf Instagram Luft. Ein Arzt der Moerser Lungenklinik hat der Bild erzählt, die tatsächlichen Zahlen entsprächen nicht den unverhältnismäßigen Warnungen der DIVI. „Der Alarmismus der Intensiv-Mediziner sei unverantwortlich“. Dieses Zitat landete als Schlagzeile über dem Artikel. „Ich bin sprachlos, frustriert und ratlos nach dieser unsäglichen Schlagzeile in der Bild-Zeitung heute früh“, schreibt er unter das Video. Alle, die diese Schlagzeile verursacht haben, lädt er ein, einen Tag mit ihm im Krankenhaus zu verbringen, so Wagner.

In dem dreieinhalb Minuten langem Video schildert er die Situation im Fürther Klinikum. Es seien zwei OPs geschlossen, um das Personal von dort auf die Intensivstationen zu ziehen. Dafür rufen die Ärzte täglich zahlreiche Patienten an, um ihnen zu erklären, warum sie deren Operation verschieben müssen. Auch die Praxisanleiter, die normal für die Ausbildung zuständig sind, seien auf die Intensivstation beordert. Sogar die Leitungen würden zum Teil am Patientenbett mitarbeiten, um die Schichten auszugleichen.

Fürther Arzt: „Auch ich bin nach einem Jahr Pandemie ausgebrannt“

„Nur mit all diesen Maßnahmen kommen wir im Moment mit den Intensivbetten und der Versorgung hin“, so Wagner im Video. Seine Mitarbeiter würden alles geben, um die Patienten zu versorgen. Und auch er sei nach einem Jahr Pandemie „ausgebrannt“. So eine Aussage von „Pseudo-Medizinern“ dann zu lesen, sei wie ein „Schlag ins Gesicht“ für alle, die sich seit einem Jahr bemühen, die Pandemie in den Krankenhäusern zu bewältigen. (tkip) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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