Auch bekannte Moderatorin ist begeistert

Aushilfstrinker gesucht: Fränkische Brauerei nach Spaßanzeige überrannt - „Traumjob“

  • Katarina Amtmann
    vonKatarina Amtmann
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Eine fränkische Brauerei sorgt mit einer Spaßanzeige für Aufsehen. Die Facebook- und Instagram-Nutzer sind begeistert, sogar eine Moderatorin hat den Beitrag kommentiert.

Spalt - Aushilfen gesucht, die Fassbier in Flaschen umfüllen und notfalls die Lagerbestände austrinken - nach dieser Spaßanzeige in einer Faschingszeitung stehen bei der Stadtbrauerei im mittelfränkischen Spalt, rund 45 Kilometer von Nürnberg* entfernt, die Telefone nicht mehr still. Zahlreiche Menschen hätten sich beworben, zum Teil richtig mit Lebenslauf. Das sagte Brauerei-Sprecher Markus Böhm am Donnerstag.

Faschingsscherz von fränkischer Brauerei geht viral: „Zapferfahrung und Trinkfestigkeit von Vorteil“

Zuvor hatte der Bayerische Rundfunk über die scherzhaft gemeinte Anzeige in der Spalter Faschingszeitung Razet-Bote berichtet. Diese macht nun auch in den sozialen Medien die Runde - allerdings ohne den Hinweis, dass diese ein Spaß ist. Seit Mittwoch gehe das Ganze durch die Decke, sagte Böhm weiter. Inzwischen seien sie bei der Brauerei zu zweit damit beschäftigt, die Anrufe und E-Mails zu beantworten.

In der Anzeige, die laut der Facebook-Seite der Brauerei ein Faschingsscherz sein sollte, stand zu lesen: „In diesem Jahr hat sich die Biernachfrage durch die geschlossenen Kneipen stark verschoben - weg vom Fass, hin zur Flasche! Aus diesem Grund sucht die Stadtbrauerei Spalt Aushilfen auf 450-Euro-Basis. Zu Ihren Aufgaben gehören das Umfüllen von Fassbier in Flaschen, das anschließende Verkorken derselben sowie im Notfall das Austrinken von Lagerbeständen. Zapferfahrung und Trinkfestigkeit sind von Vorteil.“

Scherz-Anzeige von fränkischer Brauerei: Aushilfen gesucht? Facebook-Nutzer sind begeistert

„Ich habe diese Aufgabe schon seit Jahren ehrenamtlich erledigt“, scherzt jemand unter dem Facebook-Post der Brauerei. „Gern kommen wir alle vorbei und helfen vor Ort beim Fässer leer machen“, meinte ein weiterer Facebook-Nutzer. „Ab ‚Notfall‘ hatten sie mich“, schrieb die Seite „Perlen des Lokaljournalismus“, die die Anzeige auf Instagram teilte. Viele Kommentatoren sprachen von einem „Traumjob“, sogar Moderatorin Ruth Moschner war begeistert: „Traum!“

Corona-Krise trifft vor allem kleine Brauereien in Bayern: Absatz dramatisch eingebrochen

Die Corona-Krise trifft vor allem die kleinen Brauereien im Freistaat. Wegen der geschlossenen Gastwirtschaften und dem Verbot von Volksfesten büßen diese nach Angaben des Bayerischen Brauerbundes bis zu 70 Prozent ihres Absatzes ein. Falls es möglich ist, füllen die Brauereien ihr Bier deshalb verstärkt in Flaschen ab, um es im Handel zu verkaufen.

Damit vor dem Lockdown gekauftes Bier nicht schlecht wird, verschenken einige Gastwirte zur Zeit sogar die Fässer oder verkaufen sie günstiger. Andere geben diese den Brauereien zurück. Bei der Brauerei in Spalt (Landkreis Roth) stapeln sich nach Angaben von Böhm noch keine Bierfässer. „Aber es könnte dazukommen, wenn der Lockdown noch länger anhält, und das Bier Retoure kommt.“ (kam/dpa) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Hotel: geschlossen, Gaststätte: geschlossen - Corona-Hilfen? Fehlanzeige. Um irgendwie über die Runden zu kommen, hat eine Brauerei in Franken den Monster-Bierkasten erfunden. Mit Erfolg.

Rubriklistenbild: © Armin Weigel/dpa/dpa-Bildfunk

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