Medizinisches Personal nimmt Corona-Nasenabstrich bei einer Frau.
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Ein Nürnberger Arzt hatte die Idee, nach einem Corona-Abstrich, die Menschen als Stammzellenspender typisieren zu lassen. (Symbolbild)

Testlauf soll am Donnerstag starten

Erst Corona-Test, dann Stammzellenspender werden? Nürnberger Arzt hat eine geniale Idee

  • Leyla Yildiz
    vonLeyla Yildiz
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Nach dem Corona-Test zum Stammzellenspender werden - diese Idee hatte der Nürnberger Arzt Falk Stirkat, um ausgefallene Typisierungsaktionen zu kompensieren.

Nürnberg - Mund auf. Stäbchen rein. Spender sein. Der Slogan der Deutschen Knochenmark Stiftung (DKMS ), ist einer der bekanntesten, wenn es um die Registrierung als Stammzellenspender für Blutkrebspatienten geht. Doch wegen der Corona-Pandemie gibt es solche Typisierungsaktionen nahezu nicht mehr. Bisher ist nur noch die Spenderregistrierung über ein Test-Kit zu Hause möglich. Darum hat sich nun das Nürnberger Medic-Center etwas Neues überlegt: Sie wollen die Leute dazu animieren, bei einem Abstrich für einen Corona-Test gleich noch einen Wangenabstrich zum Typisieren machen zu lassen, wie nordbayern.de berichtet.

Der Kopf hinter der Idee ist der Arzt Falk Stirkat. Er arbeitet in dem Ärztezentrum und ist im Nürnberger* Raum einer der bekanntesten Ärzte - nicht zuletzt durch seinen Medizin-Podcast „Doc Pod“, den er auf nordbayern.de betreibt, und seinem eigenen YouTube-Kanal. In beiden Formaten sprach er über genau dieses Thema. „Ich habe zwei kleine Töchter und kann mir die Panik von Eltern vorstellen, deren Kinder Leukämie haben und die dringend auf einen lebensnotwendigen Stammzellspender warten“, sagte er laut nordbayern.de. Sie müssten sich noch mehr fürchten, dass ihr Kind sterbe, weil schon seit einem Jahr kaum neue Spender hinzugewonnen würden.

Im Video: Nürnberger Arzt Falk Stirkat erklärt seine Idee - erst Corona-Abstrich, dann typisieren lassen

Unterstützung kriegt der Mediziner nicht nur von seinem Arbeitgeber, auch die Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern (AKB) ist laut nordbayern.de begeistert von der Idee. Die bekannte Schauspielerin Monika Baumgartner (unter anderem zu sehen in „Der Bergdoktor“) will nun sogar die Schirmherrschaft übernehmen.

Am Donnerstag (15. April) wollen die AKB und das Medic-Center einen nicht-öffentlichen Testlauf mit Personal der Sabel-Schule in Nürnberg durchführen. Neben den Corona-Abstrichen* möchten sie den Getesteten anbieten, gleichzeitig einen Wangenabstrich zur Typisierung machen zu lassen.

Vom Corona-Test zur Typisierung: Nürnberger Ärztezentrum macht bereits Corona-Abstriche

Für das Medic-Center sind Corona-Tests nichts Neues: An der Gustav-Adolf-Straße in Nürnberg testen die Mitarbeiter mithilfe ihres Zentrums an manchen Tagen mehrere hundert Personen mittels PCR- oder Schnelltest auf das Coronavirus*. Und diese Menschen seien laut Falk Stirkat „eh schon da“, wie er gegenüber nordbayern.de erklärte. So können sie sich dann rein theoretisch auch typisieren lassen.

Die Idee hört sich auf jeden Fall gut - allerdings sei sie laut Cornelia Kellermann von der AKB noch nie ausprobiert worden. Der Grund dafür: Knochenmark- bzw. Stammzellenspende sei ein erklärungsintensives Thema. Die Aufklärung müssten in Zukunft die Mitarbeiter für die Corona-Abstriche übernehmen. (ly) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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