Arbeitsvertrag. Person schreibt im Hintergrund
+
Beschäftigte mit einem befristeten Arbeitsvertrag werden laut einer Studie seltener übernommen.

Daten vom Sommer 2020

Wegen Corona: Weniger Beschäftigte mit Befristung übernommen - Studie zeigt beunruhigenden Trend

  • vonTanja Kipke
    schließen

Die Corona-Pandemie hat Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Eine Studie des IAB zeigt die Folgen für die Übernahme von befristeten Beschäftigten auf.

Nürnberg - Im letzten Jahr wurden weniger befristet Beschäftigte in ein unbefristetes Vertragsverhältnis übernommen. Das geht aus einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor, die am Montag (26. April) veröffentlicht wurde. Bedingt sei das hauptsächlich durch die sinkende Zahl der Neueinstellungen: „Sowohl unbefristete als auch befristete Verträge werden weniger häufig neu geschlossen“, heißt es in einer Mitteilung des IAB in Nürnberg*.

Nürnberg: Studie des IAB zeigt Rückgang bei befristeten Anstellungen und Übernahmen

Die Zahl der befristeten Beschäftigten ging zwischen 2018 und 2020 von 3,2 auf 2,4 Millionen zurück. Befristungen verloren schon im Jahr 2019 an Bedeutung, wie die deutsche Presseagentur (dpa) berichtet. Diese Entwicklung habe sich mit der Corona*-Krise verstärkt. 2019 lagen auch die Übernahmequoten der Studie zufolge noch höher. So sank der Anteil der Übernahmen in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis im vergangenen Jahr verglichen mit 2019 von 44 auf 39 Prozent.

Außerdem wurden zwei Prozent weniger Verträge verlängert. Der Anteil der Personen, die den Betrieb nach Auslaufen ihres Vertrags verlassen haben, stieg signifikant von 25 auf 32 Prozent, heißt es in der Mitteilung des IAB. Besonders deutlich zeige sich dieses Muster im verarbeitenden Gewerbe, im Gastgewerbe und in der Nahrungs- und Genussmittelindustrie. „Befristungen erweisen sich für die Beschäftigten vor allem in Krisenzeiten als Problem, weil sie dann deutlich seltener als Brücke in unbefristete Beschäftigung dient“, erklärt IAB-Forscher Christian Hohendanner.

„Konjunkturellen Aufschwung“ könnte Lage wieder ändern

Es sei zu erwarten, dass befristete Verträge bei einem erneuten konjunkturellen Aufschwung wieder an Bedeutung gewinnen. In der Folge würden auch die Übernahmen in unbefristete Beschäftigung erneut zulegen. Das IAB hat bei dieser Studie Daten aus dem Sommer des vergangenen Jahres analysiert.

Die Anteile der befristeten Beschäftigungsverhältnisse beziehe sich auf die betriebliche Gesamtbeschäftigung ohne Auszubildende. Sie umfasse neben sozialversicherungspflichtig Beschäftigten auch nicht sozialversicherungspflichtig Beschäftigte sowie geringfügig und sonstige Beschäftigte, heißt es in der Mitteilung. (tkip/dpa) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Übrigens: Die wichtigsten Geschichten aus dem schönen Nürnberg gibt‘s jetzt auch in unserem brandneuen, regelmäßigen Nürnberg-Newsletter.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare