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Impfgegner behaupten, Kliniken melden falsche Zahl Ungeimpfter auf Stationen - Häuser widersprechen deutlich

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Von: Veronika Mahnkopf

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Eine Mitarbeiterin läuft in Schutzkleidung durch eine Intensivstation für Covid-Patienten.
Impfgegner haben das Gerücht in die Welt gesetzt, dass Kliniken geimpfte Patienten mit niedriger Antikörperzahl als „ungeimpft“ deklarieren. © IMAGO / Reichwein

Impfgegener behaupten, dass Kliniken Covid-Patienten auf Antikörper testen und sie bei niedrigen Werten als „ungeimpft“ deklarieren. Krankenhäuser in Bayern widersprechen vehement.

Nürnberg - Das Gerücht hält sich hartnäckig: Impfgegner und -skeptiker behaupten im Internet, dass Krankenhäuser, wenn sie Covid-Patienten aufnehmen, standardmäßig einen Antikörpertest machen. Fällt der Wert niedrig aus, so die Behauptung, werde der Patient als „ungeimpft“ in die Statistik aufgenommen - auch wenn er gegen das Coronavirus geimpft ist. So treibe man die Zahl derer, die ungeimpft mit einer Covid-19-Erkrankung in Bayerns Krankenhäusern liegen, nach oben.

Ungeimpft auf Corona-Station: So entsteht der Status in den Kliniken

Diesem Gerücht ist nordbayern.de nachgegangen für die Region Nürnberg*. Bei einer umfangreichen Umfrage unter neun Krankenhäusern der Region ergab sich ein eindeutiges Bild: Keine Klinik macht standardmäßig Corona-Antikörpertests, um den Impfstatus der Patienten zu erfassen.

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Im Klinikum Nürnberg zum Beispiel werde der Patient bei der Aufnahme gefragt, ob er gegen das Coronavirus* geimpft ist und man lässt sich den Impfnachweis zeigen. Ist der Kranke dazu nicht mehr in der Lage, werden Angehörige kontaktiert. So berichtet es das Krankenhaus gegenüber nordbayern.de. Im Theresienkrankenhaus in Nürnberg gehe man genauso vor, ein Antikörpertest werde nicht gemacht, dieser würde ohnehin „kein eindeutiges Ergebnis liefern“, so eine Sprecherin.

Als ungeimpft gilt ein Patient nur, wenn er sich nicht (vollständig) hat impfen lassen

Das gleiche Vorgehen gebe es laut nordbayern.de in Kliniken in Fürth* oder Erlangen*. Als geimpft gilt man allerorten, wenn man den sogenannten vollständigen Impfschutz hat, also mindestens seit zwei Wochen die zweite Dosis Biontech/Moderna/Astrazeneca oder eine Dosis Johnson&Johnson erhalten hat. Also ungeimpft gelten in allen befragten Kliniken Patienten, die sich nicht oder nicht vollständig gegen das Coronavirus* haben impfen lassen.

Das Uniklinikum Erlangen erklärt allerdings, dass in bestimmten Fällen ein Antikörpernachweis gemacht werde, um zum Beispiel festzuhalten und auch für weitere Forschung zu dokumentieren, wenn jemand trotz Impfung gar keine Antikörper gebildet hat. Der Patient gelte dann aber trotzdem als geimpft.

Alle befragten Kliniken betonen übrigens: Auf die Behandlung habe der Impftstatus keinen Einfluss. Der Pandemiebeauftragte des Klinikums Fürth sagt es so: „Wie überall gilt auch bei uns der ganz klar definierte ethische Grundsatz: Wenn ein Mensch Hilfe benötigt, dann wird ihm geholfen. Immer!“*Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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