Innenminister Joachim Herrmann.
+
Autobahnblockade gegen Corona-Maßnahmen: Innenminister Joachim Herrmann sieht diese Aktion als verantwortungslos und hochgefährlich.

Hochgefährliche Aktion

Querdenker blockieren Autobahn - Für Herrmann Eskalation: „Das hat mit friedlichem Protest nichts zu tun“

  • Katarina Amtmann
    vonKatarina Amtmann
    schließen

Mehrere Corona-Gegner taten sich in Bayern zu einer Aktion zusammen und blockierten die A73. Die Polizei sprach von einer „erheblichen Gefährdung.“

Update vom 7. Januar, 15.12 Uhr: Bayerns Innenminister Joachim Herrmann sieht die Blockade von Autobahnen als eine deutliche Eskalation des Protests gegen die Corona-Maßnahmen. „Das hat mit friedlichem Protest und dem verfassungsrechtlich geschütztem Recht auf freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit überhaupt nichts mehr zu tun“, sagte er am Donnerstag in Nürnberg. Diese Aktionen seien hochgefährlich und verantwortungslos. Wer einen künstlichen Stau auf Autobahnen herbeiführen wolle, der riskiere auch Menschenleben.

Auf den Autobahnen 73 bei Erlangen und 94 bei München waren am Mittwoch nach Angaben von Herrmann mehrere mit Bannern versehene Autos sehr langsam gefahren und hatten dadurch teilweise den Verkehr behindert (siehe Erstmeldung).

Gefährliche Aktion: Corona-Gegner blockieren Autobahn - Polizei muss eingreifen

Erstmeldung vom 7. Januar, 7.57 Uhr: Nürnberg* - Mehrere Gegner der Corona*-Regeln behinderten am Mittwochnachmittag (6. Januar) auf der A73 „massiv den Straßenverkehr.“ Das teilte die Polizei* mit.

Corona-Gegner sorgen auf A73 nahe Nürnberg für Verkehrschaos - Polizei ermittelt

„Im Laufe des Tages erlangte die mittelfränkische Polizei Kenntnis davon, dass mehrere offensichtliche Gegner der derzeit im Zusammenhang mit der Corona*-Pandemie geltenden Beschränkungen, möglicherweise Blockadeaktionen mit Fahrzeugen auf der Autobahn durchführen wollen“, heißt es von Seiten der Polizei. Zahlreiche Beamte wurden hinzugezogen und entsprechend mobilisiert.

Gegen 16.15 Uhr stellten Beamte der Erlanger Verkehrspolizei acht Fahrzeuge fest, die auf der Autobahn in Richtung Nürnberg* unterwegs waren. Die Fahrzeuge waren teilweise beschriftet und bemalt sowie mit Fähnchen und Schildern versehen. „Im weiteren Verlauf fuhren die Fahrzeuge neben- bzw hintereinander und verlangsamten die Geschwindigkeit teilweise auf deutlich unter 50 km/h, sodass nachfolgende Verkehrsteilnehmer teilweise stark bremsen und nicht mehr vorbeifahren konnten. Dieses Fahrverhalten stellte eine erhebliche Gefährdung für den nachfolgenden Verkehr dar“, teilte die Polizei mit. Um die Gefahr abzuwenden, sicherten die Beamten den Tross entsprechend ab.

Corona-Gegner behindern Verkehr auf A73: Polizei leitet Ermittlungsverfahren ein

Im Bereich der Jansenbrücke konnten dann acht Fahrzeuge, die an der Aktion beteiligt waren, angehalten und kontrolliert werden. Gegen die Fahrer wurden Ermittlungsverfahren unter anderem wegen des Verdachts der Nötigung sowie des Verdachts der Gefährdung des Straßenverkehrs eingeleitet. Außerdem werden mehrere Personen wegen versammlungsrechtlicher Verstöße zur Anzeige gebracht. Die beteiligten Fahrzeuge wurden sichergestellt, wie die Polizei mitteilte.

Auf einem Firmenparkplatz im nahegelegenen Fürth entdeckten Einsatzkräfte weitere fünf Fahrzeuge an, „die in ähnlicher Weise gekennzeichnet waren.“ Auch gegen diese Personen wurden Ermittlungen eingeleitet, wie es weiter heißt.

Corona-Gegner behindern in Bayern den Verkehr: Polizei sucht nach Zeugen

„Die Polizei sucht in diesem Zusammenhang Zeugen, insbesondere weitere Fahrzeugführer, die durch das o. b. Fahrmanöver behindert und/oder gefährdet wurden. Sachdienliche Hinweise nimmt die Verkehrspolizei Erlangen unter der Telefonnummer 09131/7600 entgegen“, heißt es in der Presseemitteilung abschließend. (kam) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Alle Nachrichten zum Coronavirus in Bayern lesen Sie in unserem Ticker.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare