Empfehlung sei schwierig

Corona-Impfung: Erlanger Immunologe sieht derzeit keinen Grund für Impfungen bei Kindern

  • vonTanja Kipke
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Ein Erlanger Immunologe sieht derzeit keinen Grund Kinder gegen das Coronavirus zu impfen. Der Immunschutz sei durch eine überstandene Infektion höher.

Erlangen - Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren können sich seit dem 7. Juni auch um einen Impftermin bemühen. Vorausgesetzt ihre Eltern sind damit einverstanden. Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat bisher keine generelle Empfehlung zur Impfung von Kindern und Jugendlichen herausgegeben. Sie rät zur Corona*-Impfung bisher nur bei bestimmten Vorerkrankungen und wenn ein erhöhtes Risiko besteht. Immunologe Prof. Dr. Christian Bogdan, der auch ein Mitglied der Stiko ist, sieht das ähnlich.

Erlangen: Zu wenig Daten für allgemeinen Corona-Impfempfehlung für Kinder

Bogdan ist Direktor des Instituts für Klinische Mikrobiologie, Immunologie und Hygiene der FAU Erlangen*-Nürnberg* und des Universitätsklinikums Erlangen. Für eine generelle Impfempfehlung der Corona-Impfung* für Kinder gäbe es schlichtweg noch nicht genug Daten im Hinblick auf die Impfstoffsicherheit. „Ohne eine ausreichende Datengrundlage ist es schwierig, eine Empfehlung auszusprechen“, sagt Bogdan gegenüber infranken.de.

Das Hauptziel einer Impfempfehlung sei immer der Schutz des Geimpften. „Grundsätzlich sollte es so sein, dass eine Impfung immer zum Nutzen und Wohle des Geimpften ist“, sagt er. Eine untergeordnete Rolle spielt laut Bogdan daher, inwieweit durch die jeweilige Impfung Dritte geschützt werden.

Erlanger Immunologe sieht keinen Grund für Corona-Impfungen bei Kindern

Der Erlanger Immunologe sehe derzeit keinen Grund Kinder und Jugendliche generell gegen Corona zu impfen, da deren Risiko am Virus schwer zu erkranken extrem gering ist, wie infranken.de berichtet. Er rät, dass sich Eltern mit einem Kinderarzt zusammensetzen und vertraulich erörtern, ob das Risiko einer möglichen Corona-Infektion* bei dem betreffenden Kind zum Beispiel in Folge von bestehenden Grunderkrankungen höher ausfalle.

Des Weiteren sei der Immunschutz durch eine überstandene Infektion im Allgemeinen breiter und robuster als bei einer Impfung, die derzeit nur gegen einen einzigen Erregerbestandteil gerichtet ist. „Daraus kann man aber kein universelles Prinzip zum Impfverzicht bei Kindern und Jugendlichen ableiten“, betont Bogdan. Es komme immer auf den individuellen Nutzen einer Impfung an. Bogdan rät dennoch, dass es aktuell sinnvoller ist, „Menschen zu impfen, die aufgrund ihres Alters oder einer Vorerkrankung besonders gefährdet sind“. (tkip) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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Rubriklistenbild: © Fabian Sommer/dpa

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