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Stadt Nürnberg will Corona-Impfquote erhöhen - und startet Kampagne

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Corona-Impfung
In Nürnberg will man die Impfquote durch Kampagnen erhöhen. (Symbolbild) © Christian Charisius/dpa

Da weiterhin ein Großteil der Bevölkerung ungeimpft ist, versucht die Stadt Nürnberg anhand von Studien und Kampagnen Impfskeptiker aufzuklären.  

Nürnberg – Um die 36.000 Menschen haben sich bisher allein im Dezember impfen lassen. Arzttermine und Kinderimpfungen einbezogen, rechnet die Stadt im Dezember sogar mit 120.000 Impfungen. Die meisten seien allerdings Auffrischungsimpfungen, hier 80 Prozent, so der Sprecher der städtischen Impfzentren Markus Hack gegenüber nordbayern.de. Bisher seien knapp 360.000 Menschen komplett geimpft. Die Motive und die demografische Zusammensetzung der Ungeimpften sei daher bislang wenig bekannt.  

Mit Parolen wie „Denkpflicht statt Impfpflicht“ und „Nein zur Impfpflicht“ machen die Impf(pflicht)gegner auf sich aufmerksam. Allein am Montagabend ist wieder ein Spaziergang in Nürnberg mit 2000 Teilnehmern geplant. Wer zur Gruppe der Ungeimpften gehöre, bliebe weitgehend spekulativ und könne nicht näher klassifiziert werden, so nordbayern.de. Ein Impfregister gebe es laut dem Leiter des Amtes für Statistik und Stadtforschung, Wolf Schäfer, nicht. „Wir haben nur die reinen Zahlen.“ Eine Impfquote werde von der Stadt Nürnberg* nicht ermittelt.  

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Nürnberger Impfquote soll steigen: 13 Prozent der Ungeimpften impfwillig  

Im Rahmen der Cosmo-Studie ermitteln das Robert-Koch-Institut und die Universität Erfurt mit weiteren Institutionen zusammen die Motive der Ungeimpften und erforschen die Einstellung der Bevölkerung zum Impfen. Aktuelle Ergebnisse von Mitte Dezember lauten demnach: 13 Prozent der Ungeimpften sind impfwillig, 26 Prozent sind zögerlich oder unsicher und 61 Prozent wollen sich auf keinen Fall impfen lassen – die Tendenz sinkt allerdings. 

Beweggründe seien unter anderem möglicherweise die fehlende Aufklärung sowie sprachliche Barrieren. Dies sagen Daten des Corona*-Impfquoten-Monitorings in Deutschland (Covimo), bei der das Robert-Koch-Institut die Impfquoten in verschiedenen Bevölkerungsgruppen erhebt. Nachholbedarf gebe es bei den 30- bis 39-Jährigen, bei Erwerbslosen und bei Menschen, die Kurzarbeitergeld beziehen – hier liegt die Impfquote unter dem Durchschnitt. Niedriger geschätzt wird die Impfquote auch bei Menschen mit Migrationshintergrund. Befragt wurden jedoch hierzu bisher nur deutschsprachige Teilnehmer.  

Nürnberg: Impfinformationen bereits in 17 Sprachen vorhanden 

Aus Sicht der Experten spiele vor allem fehlendes Vertrauen in die Sicherheit der Impfung und die Annahme, das eigene Erkrankungsrisiko sei gering für Impfskeptiker, eine große Rolle. Mehr Aufklärung sei laut Forscher die Lösung, hierbei sollen laut „Cosmo-Studie“ vor allem Personen mit Migrationshintergrund, Menschen mit Kindern und Personen, die niemanden kennen, der Corona hatte, die Adressaten sein.  

„Wir versuchen, die Leute da abzuholen, wo sie sind“, erzählt Markus Hack, der davon ausgeht, dass neben allgemeinen Vorbehalten und sprachlichen Schwierigkeiten bei manchen auch die Bequemlichkeit eine Rolle spielt. Und ergänzt: „Deshalb versuchen wir, auf allen Ebenen die Barrieren zu reduzieren.“ Daher plant die Stadt Nürnberg ab Januar verstärkt Angebote wie Aktionen in Kooperation mit Gemeinden verschiedener Religionen, um Ungeimpfte zu erreichen. Ein Impfbus soll in den wärmeren Jahreszeiten fahren und Informationen zur Impfung in 17 verschiedenen Sprachen geben.  

Ziel sei Dynamik im Impfgeschehen  

Auch ein Brief wird gerade Schritt für Schritt an alle Einwohner ab zwölf Jahre versandt. Darunter zum Unmut der Empfänger auch an Geimpfte, welche das Schreiben als Verschwendung von Geld und Ressourcen ansehen. „Weil wir nicht erfassen, wer geimpft ist, können wir nur alle anschreiben“, sagt Markus Hack. „Wir erwarten, dass damit Dynamik ins Impfgeschehen kommt. Und das ist es uns wert“, verteidigt die Kommune jedoch die Aktion. *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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