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Wieder verschobene OPs: Klinikum Nürnberg im Corona-Würgegriff

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Von: Thomas Eldersch

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Zu wenig Personal, um alle Operationen zeitnah durchführen zu können. Mit diesem Problem kämpft derzeit das Klinikum Nürnberg. Schuld ist auch Corona.

Nürnberg – Es war ein Schreckgespenst aus der Corona-Hochzeit. Personal wurde auf Corona-Intensivstationen gebunden oder fiel selbst erkrankt aus. Krankenhäuser mussten ein bestimmtes Kontingent an Betten vorhalten. Nicht lebenswichtige Operationen mussten verschoben werden. Aber die Zeiten sind vorbei. Oder doch nicht? In Nürnberg müssen jetzt wieder OPs wegen Corona verschoben werden.

Corona legt das Klinikum Nürnberg immer noch teilweise lahm

Patienten mit Schmerzen müssen teilweise wieder mehrere Tage warten, bis sie einen OP-Termin bekommen. Das berichtet Chirurg Atilla Dubecz dem BR. Schuld daran ist das Virus. „Corona ist leider immer noch nicht vorbei. Es fehlt Personal auf den Stationen, auf den Intensivstationen und auch im OP-Bereich.“ Verschobene OP-Termine gehören jetzt wieder zum Alltag im Klinikum Nürnberg. Mitunter werden Patienten wochenlang vertröstet.

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Dieses Mal sind es nicht die Kapazitäten, die freigehalten werden müssen. Es ist das fehlende Personal. „Tatsächlich ist es so, dass wir tagtäglich Mitarbeiter haben, die wegen einer Corona-Infektion oder auch aus anderen Gründen nicht zum Dienst kommen können. Dabei ist es so, dass die Mitarbeiter, die Corona haben, über ein bis zwei Wochen, manchmal auch drei Wochen ausfallen und damit auch eingeschränkt sind in ihrer Leistungsfähigkeit“, schildert der Chefarzt der operativen Intensivmedizin, Christian Kubitz, die Situation an seiner Klinik dem BR. Drei Jahre am Stück sei jetzt schon die OP-Planung eingeschränkt. 15 Prozent weniger Kapazitäten zum vor Pandemie-Niveau habe man eingebüßt.

Corona am Klinikum Nürnberg: Wichtige Operationen werden „zeitnah“ durchgeführt

Die gefürchtete Triage ist es noch nicht, aber die Ärzte müssen abwägen, wer als erstes operiert wird. „Selbstverständlich werden Patienten, die vital gefährdet sind, bei denen das Leben oder Organe in Gefahr sind, sehr zeitnah operiert. Krebspatienten, bei denen der Tumor fortschreiten würde, sollen und werden innerhalb kürzester Zeit operiert“, bekräftigt Kubitz. Alles anderen müssen erst einmal warten. Meistens wird in der darauffolgenden Woche ein Termin frei. (tel)

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