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Nürnberger Christkindlesmarkt darf nicht stattfinden - Schausteller sind entsetzt

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Von: Tanja Kipke

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Alexander Weiß, Standbetreiber für Holzschnitzereien und Krippenfiguren auf dem Nürnberger Christkindlesmarkt, baut seinen Stand wieder ab.
Die Absage des Nürnberger Christkindlesmarkt ist für Standbetreiber Alexander Weiß eine Katastrophe. © Daniel Karmann/dpa

Alle Weihnachtsmärkte in Bayern werden abgesagt, verkündete Markus Söder am Freitag. So auch der Nürnberger Christkindlesmarkt. Für viele eine Katastrophe.

Nürnberg - Das Entsetzen in Nürnberg* ist groß. Erneut muss der berühmte Christkindlesmarkt* wegen der dramatischen Corona*-Lage ausfallen. Und das, obwohl man sich auf alle Möglichkeiten vorbereitet hatte. Die Stadt hätte auf eine 2G-Regel reagieren und eventuell sogar den Verkauf von Bratwürsten und Glühwein untersagen können, berichtet der Bayerische Rundfunk (BR). Nach der Entscheidung von Markus Söder ist das jedoch hinfällig. Der Markt darf - wie alle anderen bayerischen Weihnachtsmärkte - nicht stattfinden. „Für Nürnberg ist es hart. Ich bin traurig“, teilte Nürnbergs Wirtschaftsreferent Michael Fraas (CSU) mit.

Nürnberger Christkindlesmarkt abgesagt: OB König für Impfpflicht

„Wir haben lange gehofft und daran gewissenhaft gearbeitet, den Christkindlesmarkt 2021 veranstalten zu können. Doch die landesweiten Vorgaben sind eindeutig“, wird Oberbürgermeister Marcus König (CSU) in einer Mitteilung der Stadt zitiert. „Ein normales Leben bekommen wir nur zurück, wenn die Impf-Welle die Corona-Welle bricht.“ Daher begrüße König Söders Aussage zu einer Impfpflicht.

Der Prolog des neu gewählten Christkinds Teresa Windschall bei der Eröffnungszeremonie wird auch in diesem Jahr wieder ins Wasser fallen. Stattdessen plane man einen digitalen Adventskalender mit 24 Videos des Christkinds, hieß es. Windschall werde außerdem zweimal pro Woche eine Telefonsprechstunde wahrnehmen.

Nürnberg nach Absage des Christkindlesmarkt: Schausteller bangen um Zukunft

Die Enttäuschung und das Entsetzen bei den Schaustellern ist groß. „Das hat sich doch alles abgezeichnet“, sagte Markthändlerin Gisela Schaar dem BR. Die Entscheidung hätte nach ihrer Meinung viel früher fallen müssen. Ihr Stand sei jetzt fast komplett fertig aufgebaut und eingeräumt. So wie auch bei Alexander Weiß, der Krippenfiguren und Weihnachtsschmuck aus Holz verkaufen wollte. „Die Südtiroler Figuren sind hochwertig und teuer“, sagt er dem Sender. Er habe dafür einen Kredit aufgenommen. Die Absage des Christkindlesmarkts sei für ihn daher eine Katastrophe.

Video: Weihnachtsmärkte abgesagt: Neue Corona-Verschärfungen in Bayern

Christkindlesmarkt in Nürnberg: Forderung nach Hilfen für Standbetreiber ist groß

Wirtschaftsreferent Michael Fraas forderte Hilfen von Bund und Land. „Für die Standbetreiberinnen und -betreiber ist die Absage ein schwerer Schlag“, sagte Fraas. „Wir haben seit Frühjahr an einem sicheren Christkindlesmarkt in Corona-Zeiten gearbeitet. Jetzt müssen die angekündigten Hilfen von Bund und Land an die Betroffenen so schnell wie möglich und unbürokratisch fließen.“

Die Nürnberger FDP forderte die Stadt selbst auf, Hilfe zu leisten. „Das Christkind ist gewählt, die Buden sind aufgebaut“, wird Stadtrat Ümit Sormaz in einer Mitteilung zitiert. „Auf dem Schaden werden die Betreiber noch lange sitzen bleiben, wenn, wie im letzten Jahr, die Dezemberhilfen erst im April gezahlt werden. Deshalb fordere ich für alle Budenbesitzer einen Abschlag von 5000 Euro sofort, der aus einem Nürnberger Sonder-Fonds der Stadt als Entschädigung zu überweisen ist“, so Sormaz. Wie die Stadt auf diese Forderung reagiert, bleibt abzuwarten. (tkip) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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