Ein Mann spricht hinter einem „Stammtisch“-Schild in die Kamera.
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Kaum Einnahmen, hohe Kosten: Bierbrauer Mike Schmitt spricht über die aktuelle Corona-Lage.

Kleine Brauerei in Nöten

Wegen Corona-Politik: Braumeister aus Bayern rechnet in emotionalem Video mit Söder ab - „Unverschämtheit“

  • Marion Neumann
    vonMarion Neumann
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„Alles andere als lustig“ - so beschreibt ein Braumeister aus Oberfranken seine Lage aufgrund der Corona-Politik in Bayern. Seinen Ärger richtet er auch direkt an Markus Söder.

Pretzfeld - Mike Schmitt, Bierbrauer aus Oberfranken, wird emotional. „Wisst ihr überhaupt, was bei uns los ist?“, fragt er in einem auf Instagram veröffentlichtem Video. Es geht um die aktuelle Corona-Politik in Bayern - und die damit verbundene Situation seiner Brauerei Nikl Bräu im Landkreis Forchheim.

„Eigentlich geht der Laden gut“, erklärt Schmitt in dem Video weiter. Doch „mit dem ganzen Corona*“ sei die Situation nun „alles andere als lustig“. Sein Betrieb in Pretzfeld, das etwa 45 Kilometer von Nürnberg* entfernt ist, gilt als Mischbetrieb. Für viele Corona-Hilfen passe er deshalb nicht ins Raster.

Pretzfeld bei Nürnberg: Braumeister teilt auf Instagram emotionales Video - Wut auf Corona-Politik in Bayern

Seinen Ärger richtet der Braumeister direkt an die Politik. „Ich will jetzt konkret wissen: Scholz, Altmaier, Söder, Merkel - wie soll diese Scheiße weitergehen?“, wird er deutlich. Wütend macht ihn auch, dass der Betrieb ein „super Hygienekonzept“ ausgearbeitet hatte und nun trotzdem geschlossen bleiben muss.

„Möchte mal wissen, wie ihr euch das vorstellt - wie wir das zahlen sollen. Wir sind ein kleiner Betrieb“, sagt Schmitt. Mit jedem Satz in dem etwa drei Minuten langen Video wirkt er noch aufgewühlter. „Wir haben im Monat Grundkosten von über 10.000 Euro - ohne Personal“, erklärt er weiter. Ein wenig To Go-Betrieb und der Verkauf von Flaschenbier könnten die hohen Kosten nicht abfangen.

Wegen Corona-Politik in Bayern: Braumeister bei Nürnberg hat verzweifelte Bitte

An alle Zuschauer richtet der verzweifelte Braumeister eine Bitte. „Ich hoffe, dass viele Leute das Video teilen. Vielleicht sieht es auch einmal ein Scholz, ein Söder oder ein Altmaier“, sagt er. Was aktuell geschehe, sei „Wahnsinn“ und „eine Unverschämtheit“.

Eine Solidaritätsbekundung hat Schmitt im Übrigen schon erhalten - allerdings nicht von Angela Merkel* oder Markus Söder. Am vergangenen Sonntag (14. Februar) hatten sich rund 25 Landwirte aus der Region mit Traktoren und Mähdreschern auf den Weg zu seiner Brauerei gemacht, um Bier einzukaufen. Mit der Aktion wollten sie laut infranken.de Schmitt unterstützen und gleichzeitig auf die Situation der kleinen Bauern aufmerksam machen. „Das war einfach super“, so der Braumeister gegenüber infranken.de. (nema) (*Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks)

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