1. Startseite
  2. Bayern
  3. Nürnberg & Franken

PCR-Tests bald auch in bayerischen Kitas? Elterninitiative mit offenem Brief an Söder

Erstellt:

Von: Katarina Amtmann

Kommentare

Corona-Tests für Kitakinder
Für Kita-Kinder in Bayern gilt ab dem 10. Januar eine Testpflicht. © Friso Gentsch/dpa/dpa-Bildfunk

Ab 10. Januar gilt eine Testpflicht für Kita-Kinder ab dem 1. Geburtstag. Einer Elterninitiative reicht das jedoch nicht. Sie fordert PCR-Tests und schreibt an Söder.

Update vom 3. Januar, 15.08 Uhr: Eine Elterninitiative fordert per Online-Petition und offenem Brief an die Staatsregierung flächendeckende PCR-Tests in den bayerischen Kitas. Die geltende Testnachweispflicht ab 10. Januar sei nicht ausreichend. „In den Kitas gibt es keine Möglichkeit, Schutzmaßnahmen wie Masketragen und Abstandhalten zu treffen. Deswegen ist es für uns als Eltern ganz wichtig, dass die Kinder wenigstens regelmäßig getestet werden“, erläuterte Mit-Initiator Florian Weber am Montag in Baiersdorf. „Vielen Eltern wird es im morgendlichen Ablauf schwerfallen, diese Tests zu machen. Im Zweifel werden sie nur halbherzig oder gar nicht gemacht, so dass der Nachweis, den man erbringen muss, keine Aussagekraft hat“, argumentiert Weber.

Wegen Omikron: Elterninitiative fordert PCR-Tests in Kitas

„Da würden die Lolli-PCR-Tests aus den Grundschulen viel mehr bringen, weil sie deutlich genauer sind und die Kinder im Beisein der Erzieher getestet werden, so dass auch sichergestellt wird, dass der Test wirklich durchgeführt wurde.“ Mehr als 4200 Menschen sehen dies ähnlich und haben bereits die Petition „PCR-Pool-Tests in bayerischen Kitas jetzt“ unterstützt. Weber fordert mit Blick auf die Omikron-Variante, dass die Staatsregierung die PCR-Tests sofort und zentral einführt. „Aktuell ist es auf Träger und Einrichtungen abgewälzt, indem man sagt, „ihr könnt ja, wenn ihr wollt“. Aber die einzelnen Einrichtungen und Träger haben gar nicht die Möglichkeiten und Kapazitäten, um mit den Laboren in Verhandlungen zu treten.“

Letztlich sei aber die Gruppe der unter Fünfjährigen die einzige, die bislang nicht die Chance habe, sich durch eine Impfung zu schützen, erläuterte der dreifache Vater. Zwar sei die Gefahr von schweren Verläufen oder Long Covid in dieser Altersgruppe relativ gering. Doch bei einer hohen Anzahl von Infizierten werde die absolute Zahl der Betroffenen auch hoch sein. „Das wollen wir vermeiden.“

Erstmeldung vom 1. Januar: Nürnberg - Ab dem 10. Januar sind drei Corona-Tests pro Woche auch für Kindergartenkinder Pflicht. Doch die Umsetzung der neuen Vorgaben stellt Träger vor Probleme und sorgt bei Eltern für Kritik.

Corona-Testpflicht in Bayerns Kitas ab 10. Januar - Kritik wird laut

Schon seit Ende November gilt in den katholischen Kitas in Nürnberg: Einmal pro Woche müssen Eltern nachweisen, dass ihr Kind keine Corona-Infektion hat. Dafür ist ein Nachweis aus einem Testcenter nötig. Dass diese Vorgabe damals plötzlich eingeführt wurde und die Eltern mit ihren Kindern zu überfüllten Testcentern mussten, hatte für viel Kritik gesorgt, wie nordbayern.de berichtet. Mittlerweile hat sich das Ganze eingespielt. Und nun gilt bald für alle Kinder ab dem 1. Geburtstag: Drei Corona-Tests pro Woche. Dafür sind aber keine zertifizierten Tests nötig, auch Selbsttests werden akzeptiert.

Allerdings gibt es weiter Kritik: Dass drei Tests pro Woche nötig sind, findet Uwe Kriebel, Vorsitzender des Gesamtelternbeirates der Kindertagessstätten in Nürnberg, überzogen. „Eltern von kleinen Kindern sind schon genug gefordert“, heißt es auch in einer Stellungnahme des Evangelischen Kita-Verbandes Bayern. Außerdem sei immer wieder das Testmaterial knapp, insbesondere kindertaugliche Tests seien oft Mangelware in Apotheken, kritisiert Christiane Münderlein vom Vorstand des Verbandes.

Bayern: Corona-Tests nach Weihnachten auch in Kitas Pflicht

(Übrigens: Unser Nürnberg-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Franken-Metropole. Melden Sie sich hier an.)

Kita-Testpflicht - Corona-Maßnahmen müssen „transparent, nachvollziehbar und verhältnismäßig“ sein

Eltern und Träger lehnen die Testplicht aber nicht grundsätzlich ab, wie nordbayern.de berichtet. Im Gegenteil: Da es für Kinder unter fünf Jahren noch keinen zugelassenen Corona-Impfstoff gibt, sei es wichtig, eine Infektion schnell zu erkennen, so Münderlein. Auch Kriebel befürwortet eine Testpflicht, die Mehrheit der Eltern sei aufgeschlossen. Allerdings müssten die Maßnahmen „transparent, nachvollziehbar und verhältnismäßig“ sein.

Zwei Möglichkeiten bei Kita-Testpflicht

Der Freistaat Bayern gibt zwei Varianten vor. Für welche sie sich entscheiden bleibt dem Träger überlassen.

Corona-Testpflicht: „Damit werden jede Menge Konflikte in die Kita getragen“

Genau diese Formulierung („glaubhaft“ versichern) sorgt für Kritik, denn „damit werden jede Menge Konflikte in die Kita getragen“, fürchtet Münderlein gegenüber nordbayern.de. Kriebel hätte sich eine einheitliche Lösung gewünscht. „Das wirft weniger Fragen auf, als wenn jeder Träger seinen eigenen Weg gehen muss.“ Insbesondere müsse die Regierung dafür sorgen, dass es ausreichend Tests gebe. „Wenn der Freistaat einen Nachweis fordert, muss er sich auch um die Umsetzung kümmern,“ so seine Forderung.

Eine Elterninitiative aus der Region geht noch weiter und fordert PCR-Pool-Tests, so wie sie an Schulen bereits üblich sind, auch für die Kitas. Denn: Selbsttests seien zu fehleranfällig. Wenn der Freistaat Bayerrn daran festhalte, gefährde er „die gesamte Kita-Familie.“ Schließungen und Arbeitsausfälle unter den Eltern könnten die Folge sein. Im Internet sammeln die Initiatoren Stimmen für ihr Anliegen, mehr als 3700 Menschen haben die Petition schon unterschrieben, wie nordbayerrn.de berichtet. (kam)

Auch interessant

Kommentare