Durch Zufall fanden Polizisten eine größere Menge Marihuana in einer Wohnung in Nürnberg.
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Durch Zufall fanden Polizisten eine größere Menge Marihuana in einer Wohnung in Nürnberg. (Symbolbild)

„Überdurchschnittlich“ große Menge

Zufälliger Drogenfund in Nürnberg: Besitzerin (23) rastet aus - und greift Polizisten an

  • Thomas Eldersch
    vonThomas Eldersch
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Ein Kampfhund, Drogen und Widerstand gegen die Staatsgewalt. Was Polizisten in Nürnberg bei einem Einsatz erlebten, klingt nach dem Erfolgsrezept eines Krimis.

Nürnberg - Was zunächst als reine Routine-Kontrolle eines Kampfhundes gedacht war, entwickelte sich für die Polizei in Nürnberg* schnell zu einer brenzlichen Situation. Was sie hinter einer Tür im Süden der Stadt erlebten, hätte aus einer Netflix-Krimiserie stammen können. Nicht nur das die Beamten angegriffen und beinahe gebissen worden wären. In der Wohnung fanden sie auch noch eine enorme Menge Rauschgift.

Polizeieinsatz in Nürnberg: Verdächtiger wirft Drogen vom Balkon

Am Dienstag (2. Februar) machten sich zwei Streifenwagenbesatzungen der Nürnberger Polizei* auf den Weg in den Süden der Stadt. Das Veterinäramt hatte sie als Unterstützung angefordert, weil es dort in der Rangierbahnhof-Siedlung einen Kampfhund überprüfen sollte, schreibt das Präsidium Mittelfranken in einer Pressemitteilung. Vor Ort angekommen sicherten zwei Beamte den Eingang des Hauses, während die anderen Kollegen zur Wohnung der 23-jährigen Hundehalterin aufbrachen.

Dann geschahen gleich mehrere Dinge auf einmal. Als die Frau die Wohnungstür öffnete, strömte den Polizisten starker Marihuana-Duft entgegen. Zur selben Zeit wurde die Balkontür geöffnet und eine Kühltasche flog in hohem Bogen direkt vor die Füße der wartenden Beamten. Diese war mit einer großen Menge des illegalen grünen Krauts gefüllt. Anscheinend hatte der 25-jährige Lebensgefährte der Hundebesitzerin noch schnell versucht, die Tasche zu entsorgen.

Einsatz in Nürnberg: Polizisten werden von Hundebesitzerin angegriffen

Von der Entsorgungsaktion bekamen die Polizisten vor der Tür aber nichts mit und fuhren mit der Überprüfung des vermeintlichen Kampfhundes fort. Die zuständige Amtstierärztin stellte schnell fest, dass es sich bei dessen Rasse um einen Pitbull handelte. Diese darf nur mit spezieller Genehmigung gehalten werden, die der Besitzerin jedoch fehlte. Deshalb stellte die Ärztin das Tier noch vor Ort sicher.

Die Untersuchung seines Gefährten gefiel einem zweiten Hund in der Wohnung wohl gar nicht. Er verhielt sich „aggressiv“ und „unkontrolliert“ schreibt die Polizei. Deshalb forderten die Beamten die Frau auf, ihn für die Zeit der Untersuchung in ein anderes Zimmer zu bringen. Das gefiel wiederum der 23-Jährigen nicht. Sie weigerte sich vehement. Den Einsatzkräften blieb nichts anderes übrig, als ihr mit dem Anlegen der Handschellen zu drohen. Das brachte die Frau noch mehr auf und sie griff die beiden Beamten an. Dabei schlug sie der 27-jährigen Polizistin ins Gesicht und zog dem 31-jährigen Kollegen an den Haaren. Als sie dann auf dem Boden fixiert werden konnte, trat sie noch mehrmals in Richtung der 27-jährigen Ordnungshüterin. Sie wurde bei dem Einsatz leicht verletzt.

Polizeieinsatz in Nürnberg: Drogen und Bargeld in der Wohnung sichergestellt

Als sich die Wogen wieder geglättet hatten, durchsuchten die Beamten die Wohnung. Der Marihuana-Duft reichte als Durchsuchungsgrund. Sie wurden auch schnell fündig. Insgesamt stellten die Einsatzkräfte über zwei Kilogramm Cannabis sicher. Dazu noch eine Menge Bargeld. Der 23-Jährigen und ihrem Lebensgefährten droht jetzt eine Anklage wegen des illegalen Handels mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge. Auf die Frau kommt noch zusätzlich eine Anklage wegen des Verdachts der Körperverletzung sowie des tätlichen Angriffs auf und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte zu. Gegen beide wurde später von einem Richter ein Haftbefehl erlassen.

Der Pitbull befindet sich derweil noch in der Obhut des Veterinäramts. Es muss noch endgültig geklärt werden, ob es sich wirklich um einen verbotenen Kampfhund handelt. Der zweite Vierbeiner kam in der Zwischenzeit bei Bekannten des Paars unter. Der Marihuana-Einzelfund wurde von der Polizei Mittelfranken anschließend als „überdurchschnittlich“ bezeichnet. Das Gras hat einen geschätzten Marktwert von 20.000 Euro. Auf das Paar kann jetzt eine Haftstrafe von mindestens einem Jahr zukommen. (tel) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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