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Corona in Bayern: Nadel-Phobie? Erlanger Wissenschaftler forschen zu Booster-Impfungen via Mundspray

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In Erlangen wurden am Freitag neue Erkenntnisse zur Pandemiebekämpfung vorgestellt. Unter anderem soll man bald via Mundspray impfen können.

Erlangen - Die Impfung per Nadel ist für viele eine große Hürde - und dann auch noch dreimal hintereinander? Forscherinnen und Forscher aus Erlangen* haben nun eine neue Auffrischungsimpfmethode vorgestellt, die einen Lichtblick für alle Spritzen-Phobiker darstellen könnte: die Booster-Impfung via Mundspray. 

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Corona in Bayern: Booster-Impfung als Mundspray? 

Professor Doktor Klaus Überla, Direktor des Virologischen Instituts des Uni-Klinikums Erlangen, stellte am Freitag, 10. Dezember, eine Methode vor, die Menschen mit Spritzenangst zumindest bei der Booster-Impfung aufatmen lassen könnte: eine Auffrischung per Mundspray. Mit der Methode soll ein Vektorimpfstoff direkt auf die Schleimhäute im Mund gesprüht werden, heißt es in einer Pressemitteilung der Universität Erlangen (FAU). Der virale Vektorimpfstoff habe die Eigenschaft, die Schleimhaut zu überwinden, was mit mRNA-Impfstoffen nicht möglich sei. Unterhalb der Schleimhäute sei das Immunsystem sehr stark präsent, wie der Virologe erklärt. Ebenfalls ein Einfallstor für das Coronavirus*. Der Ansatz werde nun „möglichst rasch“ in einer ersten klinischen Studie geprüft, so Überla. 

Erlangen: Neue Erkenntnisse zur Corona-Impfung  

Zudem präsentierte Professor Überla die neuen Erkenntnisse der Forschung an seinem Institut. So nähmen die Forscherinnen und Forscher derzeit an, dass der Schutz vor einer Coronainfektion und -übertragung bei der neuen Virusvariante Omikron* nach einer Impfung deutlich schlechter sei als bei Delta, wie Überla, der seit 2017 Mitglied der Ständigen Impfkommission (STIKO) ist, erklärt. Den Schutz der Impfung vor schweren COVID-19-Verläufen stelle dies aber nicht infrage, versichert der Virologe in der Mitteilung.  

In seinem Bericht aus dem bayerischen Corona-Vakzin-Konsortium (CoVaKo) gab Überla Zwischenergebnisse einer bayernweiten Studie zu Durchbruchsinfektionen bekannt: Im gesamten Freistaat verglich das Forschungsteam bei über 300 geimpften und ungeimpften Studienteilnehmenden den Verlauf der Infektion. Bei denjenigen mit einer Durchbruchsinfektion – die sich also trotz Impfung infiziert hatten – waren die Antikörperspiegel gegen das Spike-Protein des Coronavirus* sehr viel höher als bei ungeimpften Infizierten. „Es ist deutlich besser, die Infektion geimpft durchzumachen, als sich der Infektion ungeschützt auszusetzen“, so Überla.

Corona-Forschung an der Uni Erlangen: Erste Ergebnisse zu Impfnebenwirkungen 

Doktor Susann Hueber vom Allgemeinmedizinischen Institut präsentierte bei der Vorstellung erste Ergebnisse über unerwünschte Nebenwirkungen der Corona-Impfung. Die Forscherin und ihr Team vergleichen Nebenwirkungen verschiedener Impfungen miteinander: COVID-19, Influenza, FSME, Pneumokokken und andere. Einen Fokus legte das Team dabei auf Kreuzimpfungen mit zwei unterschiedlichen Vakzinen, etwa eine Erstimpfung mit AstraZeneca* und die Zweitimpfung mit einem mRNA-Vakzin.  

Die Zwischenauswertung der Forschungsgruppe: Diejenigen, die unterschiedliche Impfstoffe erhalten hatten, meldeten häufiger Impfreaktionen wie Fieber, Abgeschlagenheit oder Schmerzen an der Einstichstelle als die Gruppe, die zweimal das gleiche Vakzin erhalten hatte. Bei der Studie kann übrigens unter www.covako.org jeder teilnehmen, der geimpft ist. Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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