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Erlangen-Höchstadt

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Wehrkirche Geburt Mariens mit Friedhof, Hannberg, Ortsteil von Heßdorf, Seebacher Grund, Landkreis Erlangen Höchstadt
Wehrkirche Geburt Mariens in Hannberg im Landkreis Erlangen Höchstadt © Norbert Probst / IMAGO

Der Landkreis Erlangen-Höchstadt gehört zu den wirtschaftlich stärksten Regionen Bayerns.

Erlangen-Höchstadt – Am 1. Mai 1973 erhielt der neu gegründete fränkische Landkreis seinen heutigen Namen. Er ging im Rahmen der groß angelegten bayerischen Gebietsreform aus verschiedenen anderen Landkreisen hervor.

Erlangen-Höchstadt: Lage und Geografie des Landkreises

Das Gebiet des Landkreises Erlangen-Höchstadt erstreckt sich über eine Fläche von knapp 565 Quadratkilometern. Das Kreisgebiet liegt zu wesentlichen Teilen im Mittelfränkischen Becken und weist ausgedehnte Kiefernwälder auf. Im Osten befindet sich das Kreisgebiet im Albvorland. Der Landkreis wird vom Fluss Regnitz sowie dem Main-Donau-Kanal durchquert. Auch die Aisch fließt durch Teile des Kreisgebiets.

Der Landkreis Erlangen-Höchstadt besitzt zahlreiche geschützte Naturgebiete, dazu gehören:

Erlangen-Höchstadt: Die Geschichte der Region von den Anfängen bis zum Mittelalter

Die Lage des heutigen Landkreises Erlangen-Höchstadt im fruchtbaren Regnitz-Tal führte zu einer Besiedlung bereits in der Frühgeschichte. Außerdem war das Tal ein wichtiger Teil von verschiedenen Nord-Süd-Wegen. Die ersten Spuren der Ansiedlungen lassen sich auf die Jungsteinzeit und damit auf die Mitte des dritten Jahrtausends vor Christus datieren. Zu der Zeit entstanden in dieser Region Dörfer, die von Viehzüchtern und Ackerbauern bewohnt wurden. Darüber hinaus kamen bei archäologischen Ausgrabungen Reste von Grabstätten aus der Urnenfeldzeit zum Vorschein, die um das erste Jahrtausend vor Christus errichtet wurden. Mit dem Kosbacher Altar wurde hier auch ein bedeutendes Fundstück aus der Hallstattzeit (ungefähr 500 v. Chr.) ausgegraben.

Die erste urkundliche Erwähnung Erlangens geht auf das Jahr 1002 zurück. Höchstadt an der Aisch wurde 1003 das erste Mal urkundlich genannt. Damals übereignete Graf Enz dem Kloster Fulda den Ort in einer Schenkungsurkunde.

Erlangen-Höchstadt: Die Geschichte vom Dreißigjährigen Krieg bis zum Ende des 18. Jahrhunderts

Die Region des heutigen Landkreises Erlangen-Höchstadt wurde während des Dreißigjährigen Krieges (1618-48) mehrfach von schwedischen Gruppen belagert und überfallen. 1633 zerstörten schwedische Truppen die Gegend um Höchstadt und machten sie dem Erdboden gleich. Auch die Stadt Erlangen und ihre Umgebung, die bereits in der Mitte des 15. Jahrhunderts bei einem Überfall von Hussiten stark in Mitleidenschaft gezogen worden war, mussten umfangreiche Zerstörungen während dieses Krieges hinnehmen.

Die Region um Erlangen und Höchstadt erholte sich relativ schnell von den katastrophalen Folgen des Dreißigjährigen Kriegs. Erlangen wurde unter dem Fürsten Christian Ernst von Brandenburg-Bayreuth zu Beginn des 18. Jahrhunderts zur Residenzstadt. In deren Zentrum wurde das markgräfliche Schloss gebaut. Dagegen gehörte Höchstadt an der Aisch zum Hochstift Bamberg.

Erlangen-Höchstadt: Die Geschichte von der bayerischen Integration bis zum Zweiten Weltkrieg

1803 kam Höchstadt zum Kurfürstentum Bayern. Die Stadt Erlangen gehörte bis 1792 zum Fürstentum Bayreuth und damit auch zum Königreich Preußen. Nachdem Napoleon 1806 die preußische Armee in der Schlacht bei Jenau und Auerstedt vernichtend geschlagen hatte, wurde Erlangen zu einer französischen Provinz. Das Königreich Bayern, das 1805 aus dem Kurfürstentum Bayern hervorgegangen war, kaufte 1810 das Fürstentum von den Franzosen für 15 Millionen Franken.

Die Region des heutigen Landkreises Erlangen-Höchstadt erlebte während der deutschen Gründerzeit einen bedeutenden, lang anhaltenden wirtschaftlichen Aufschwung. Dies war vor allem der Verbesserung der verkehrstechnischen Infrastruktur zu verdanken: Der Mitte des 19. Jahrhunderts erfolgte Anschluss ans Eisenbahnnetz förderte die Ansiedlung der Industrie. Den gleichen Effekt hatte der Bau des Ludwig-Donau-Main-Kanals, der von 1836 bis 1846 fertiggestellt wurde.

Hungersnöte und Verelendung großer Bevölkerungsteile beherrschten die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg. Aufgrund des hohen Anteils an Industriearbeitern an der Gesamtbevölkerung war die Umgebung von Erlangen davon besonders stark betroffen.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Erlangen zu knapp 5 Prozent zerstört. Die Verantwortlichen übergaben die Stadt den vorrückenden alliierten Truppen kampflos und konnten so weitere Schäden verhindern.

Erlangen-Höchststadt: Die Entstehung des neuen Landkreises

Höchstadt an der Aisch hatte in der Nachkriegszeit einen starken Anstieg seiner Einwohnerzahl zu verzeichnen: Zum einen war diese Entwicklung der Ansiedlung von mehreren Industrieunternehmen zu verdanken. Zum anderen erfolgten im Rahmen der großen kommunalen Gebietsreform, die der bayerische Freistaat während der 70er-Jahre durchführte, umfangreiche Eingemeindungen von Ortsteilen. Unter anderem kamen die folgenden Gemeinden auf diese Weise zu Höchstadt:

Im Zuge dieser Gebietsreform wurde der Landkreis Erlangen neu gegründet. Mit Wirkung zum 1. Juli 1972 begann seine Existenz, zusammengefasst wurden folgende Gemeinden:

Die durch mehrere Eingemeindungen vergrößerte Stadt Erlangen wurde Verwaltungssitz des neuen Landkreises, blieb aber kreisfrei. Mit Wirkung zum 1. Mai 1973 erhielt der Landkreis seinen heutigen Namen Erlangen-Höchstadt. In den folgenden Jahren fanden weitere, kleinere Umgliederungen von einzelnen Gemeinden statt.

Erlangen-Höchstadt: Einwohner und Verwaltung des Landkreises

Der Landkreis Erlangen-Höchstadt hat 137.262 Einwohner, die Bevölkerungsdichte liegt bei 243 Einwohnern je Quadratkilometer. Der Kreis gliedert sich in 25 Gemeinden. Dazu gehören neben Höchstadt mit rund 13.500 Einwohnern zwei weitere Städte, Herzogenaurach mit mehr als 23.000 Bewohnern sowie Baiersdorf mit knapp 8.000 Einwohnern. (Stand: 31. Dezember 2019) In der Zeit zwischen 1988 und 2008 nahm die Einwohnerzahl des Landkreises um mehr als 21 Prozent zu.

Erlangen-Höchstadt: Politik und Wirtschaft

Die CSU ist die mit Abstand stärkste Kraft in der Politik im Landkreis. Bei den Kommunalwahlen vom März 2020 erreichte diese Partei 20 von 60 Sitzen im Kreistag. Alexander Tritthart von der CSU bekleidet seit 1. Mai 2014 das Amt des Kreisrats, 2020 gelang ihm die Wiederwahl.

Die Region Erlangen ist traditionell seit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert ein prosperierender Wirtschaftsstandort. Im Laufe der Geschichte ließen sich hier zahlreiche bedeutende Unternehmen nieder. So profitiert der Landkreis Erlangen-Höchstadt von den Produktionsstätten, die der Weltkonzern Siemens hier unterhält. Darüber hinaus sind in dieser Region unter anderem der Automobilzulieferer Schaeffler sowie die Sportmode- und -schuhhersteller Puma und adidas ansässig. Diese Industrieunternehmen bieten gut bezahlte Arbeitsplätze und sorgen so dafür, dass die Pro-Kopf-Einkommen im Landkreis Erlangen-Höchstadt weit über dem Bundesdurchschnitt liegen.

Erlangen-Höchstadt: Wichtige Sehenswürdigkeiten

Im Landkreis Erlangen-Höchstadt finden Interessierte zahlreiche sehenswerte Baudenkmäler, unter anderem:

Zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten in der Region gehört der Kellerberg mit 26 Eingängen und einem faszinierenden Labyrinth an Gängen, das ihn durchzieht. In Höchstadt lohnt sich ein Besuch des Spix-Museums. Es zeigt anhand von Exponaten das Leben und die wissenschaftlichen Errungenschaften, die der deutsche Forscher Johann Baptist Ritter von Spix im 19. Jahrhundert erreichte. Das Museum, das in seinem Geburtshaus eingerichtet wurde, verdeutlicht vor allem, welche Bedeutung die Brasilien-Reise des Forschers für die Entwicklung der Tierkunde und Biologie hatte. Das Meerrettich-Museum in Baiersdorf ist weltweit die einzige Ausstellung, die sich dieser in der Region intensiv kultivierten Pflanze widmet. Hier erfahren Besucher, wie Meerrettich in früheren Zeiten und heutzutage angebaut wird. Außerdem wird veranschaulicht, welche wertvollen Inhaltsstoffe der Meerrettich enthält und wie er sich zubereiten lässt.

Erlangen-Höchstadt: Weitere Sehenswürdigkeiten

Im Reichswald können Naturfreunde einen großen Waldabschnitt durchwandern, der als Urwald sich selbst überlassen ist. Hier entdecken Besucher seltene Pflanzen und Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum. Auch der Tennenloher Forst erfreut sich bei Radfahrern und Wanderern großer Beliebtheit. In diesem Naturschutzgebiet leben zahlreiche Wildpferde.

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