Rathaus, Altstadt Forchheim
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Das Rathaus in der Altstadt von Forchheim

Bayerische Städte und Landkreise

Forchheim

Forchheim ist die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises. Die Stadt gehört zusammen mit dem Kreis zum Regierungsbezirk Oberfranken in Bayern.

  • Die Stadt Forchheim hat mit die älteste Geschichte in Franken, Besucher finden hier Bauten vom Mittelalter bis zum Barock in malerischen Kopfsteingassen.
  • Forchheim pflegt eine ausgeprägte Bierkultur mit noch vier Brauereien und 23 Bierkellern, Interessierte tauchen beim WALK OF BEER in die Vergangenheit der Stadt ein.
  • Forchheim ist die Kreisstadt des Landkreises Forchheim, in dem insgesamt 29 Gemeinden zu einer Verwaltungseinheit zusammengefasst sind.

Forchheim – Mit rund 32.000 Einwohnern ist die Stadt Forchheim die mit Abstand größte Stadt des gleichnamigen Landkreises. Trotzdem handelt es sich um eine beschauliche Kleinstadt, deren Erscheinungsbild in der Mitte von mit Kopfstein gepflasterten Straßen und Gassen, eingerahmt von pittoresken Fachwerkhäusern, geprägt wird. Besucher können bei einem Spaziergang die Sehenswürdigkeiten bestaunen, das Angebot der Einzelhändler in der Innenstadt prüfen und den Tag bei einem zünftigen Bier ausklingen lassen. Denn Bier hat in Franken eine lange Geschichte. Trotz aller Traditionsverbundenheit ist Forchheim eine moderne Stadt mit starker Wirtschaft.

Forchheim – die frühe Geschichte der Stadt

Funde aus dem Jahr 2013 zeigen, dass das Gebiet der Stadt Forchheim bereits um 5000 v. Chr. besiedelt wurde. Bei Ausgrabungen tauchte eine Grube mit Scherben und Steinartefakten der Linearbandkeramischen Kultur auf.

Im 8. und 9. Jahrhundert wurden in Forchheim eine Pfalz und ein fränkischer Königshof errichtet. Im „Diedenhofener Kapitular“ erwähnte Karl der Große die Stadt unter dem Namen „Foracheim“ erstmals urkundlich. Die Gemeinde gehörte damals zu einem Netzwerk aus Kontrollstationen für den Handel mit Slawischen Stämmen. Das belegen archäologische Funde.

Forchheim war der Ort für viele Reichstage – der Höhepunkt in der frühen Geschichte der Stadt war jedoch sicherlich die Krönung des damals sechsjährigen Ludwig das Kind zum König. Vom 01. November 1007 bis zur Säkularisation in den Jahren 1802 und 1803 gehörte Forchheim bis auf eine kurze Unterbrechung unter Reichsverwaltung zum Bistum Bamberg.

Nachdem die Stadt im Zweiten Markgrafenkrieg erobert wurde, erfolgte der Ausbau zur Festung. Die Schweden konnten sie im Dreißigjährigen Krieg nicht erobern. 1802 gelang allerdings Bayern die Eroberung und Besetzung, die Stadt gehörte fortan zum Fürstentum Bayern.

Forchheim – die Entwicklung zur modernen Stadt

Durch die Integration in das Fürstentum Bayern erhielt die Stadt Forchheim ein Landgericht, das die Rechtsprechung und die Verwaltung für die Stadt und die umliegenden Gemeinden übernahm. 1889 wurde der Stadt die Kreisfreiheit zugesprochen. Bereits in den frühen 1840er-Jahren bekam Forchheim einen Hafen. Damals erreichte der zwischen 1835 und 1846 erbaute Ludwig-Donau-Main-Kanal die Region.

Im Nationalsozialismus zerstörten und schändeten SA-Männer in der Reichspogromnacht 1938 die Synagoge der Jüdischen Gemeinde. In der Wiesentstraße steht heute ein Denkmal, das an die Gräueltaten und den ehemaligen Standort des Gotteshauses erinnert.

Im Jahr 1939 benannten die Nationalsozialisten im Deutschen Reich die Bezirksämter flächendeckend in Landkreis um. So entstand der Vorläufer des heutigen Landkreises Forchheim, die Stadt blieb kreisfrei. Das änderte sich erst mit der bayerischen Gebietsreform des Jahres 1972. Die Stadt Forchheim verlor die Kreisfreiheit und wurde als Große Kreisstadt in den neuen gleichnamigen Landkreis eingegliedert.

Forchheim – die Lage der Stadt

Das Stadtgebiet von Forchheim beinhaltet die Flüsse Regnitz und Wiesent sowie den Main-Donau-Kanal. Die Stadt wird im Osten von der Fränkischen Schweiz und im Westen vom Steigerwald eingerahmt, was zu einer Lage in einer Tallandschaft führt.

Forchheim hat etwa 32.000 Einwohner und gliedert sich in diese sieben Stadtteile:

  • Forchheim
  • Buckenhofen
  • Burk
  • Kersbach
  • Reuth
  • Serlbach
  • Sigritzau

Die Stadt liegt im Westen des Landkreises und wird von diesem nahezu komplett umschlossen. Lediglich auf der Westseite, wo die Regnitz von Süden das Stadtgebiet erreicht, ergibt sich eine kleine Lücke, an der sich die Stadt Baiersdorf im Landkreis Erlangen-Höchstadt direkt anschließt. Forchheim grenzt an folgende Nachbargemeinden des gleichnamigen Kreises:

  • Gemeinde Eggolsheim (rund 6.600 Einwohner)
  • Gemeinde Weilersbach (rund 2.000 Einwohner)
  • Gemeinde Kirchehrenberg (rund 2.200 Einwohner)
  • Gemeinde Wiesenthau (rund 1.600 Einwohner)
  • Gemeinde Pinzberg (rund 2.000 Einwohner)
  • Gemeinde Poxdorf (rund 1.500 Einwohner)
  • Gemeinde Hausen (rund 3.800 Einwohner)
  • Gemeinde Hallerndorf (rund 4.200 Einwohner)

Die Stadt Baiersdorf im Landkreis Erlangen-Höchstadt hat knapp 8.000 Einwohner. Im gesamten Landkreis Forchheim inklusive der Kreisstadt leben etwa 116.000 Menschen.

Forchheim – die Wirtschaft

Die Stadt Forchheim gehört ebenso wie der Landkreis seit dem Jahr 2002 zur Wirtschaftsregion Bamberg-Forchheim und seit 2005 zur Metropolregion Nürnberg.

Trotz der Corona-Pandemie zeigte sich der Arbeitsmarkt in der Stadt Forchheim im Jahr 2020 robust, wie folgende Zahlen belegen: Von den rund 32.000 Einwohnern der Stadt waren zum 30.06.2020 13.817 sozialversicherungspflichtig beschäftigt, das waren 13 Beschäftigte mehr als im Vorjahr. Dazu kamen 4.027 geringfügig Beschäftigte (Mini-Jobber). Es gab zum Stichtag 758 Arbeitslose. Die Einwohner arbeiten in diesen Branchen:

  • Produzierendes Gewerbe: 7.635 Mitarbeiter
  • Sonstige Dienstleistungen: 5.837 Mitarbeiter
  • Handel, Verkehr und Gastgewerbe: 3.460 Mitarbeiter
  • Land- und Forstwirtschaft, Fischerei: 49 Mitarbeiter

Der größte Arbeitgeber in der Stadt ist die Siemens Healthcare GmbH, die im August 2018 über 3.500 Mitarbeiter hatte. Das Unternehmen ist in der Medizintechnik-Industrie tätig. Auf Platz zwei folgt das Klinikum Forchheim-Sächsische Schweiz. Das Krankenhaus unterhält zwölf Kliniken und Institute, in denen rund 70 Ärzte und 150 Pflegekräfte beschäftigt sind. Es stehen etwa 225 Betten für die rund 120.000 Menschen im Einzugsbereich zur Verfügung. Die Klinik und das angeschlossene Ärztehaus beschäftigen zusammen fast 1.000 Arbeitnehmer.

Forchheim – die Sehenswürdigkeiten der Stadt

Aufgrund ihrer langen Geschichte hat die Stadt Forchheim viele historische Sehenswürdigkeiten zu bieten. Am Rande des von einem Brunnen geschmückten Marktplatzes findet sich ein beeindruckendes Fachwerkensemble. Die bekanntesten Sehenswürdigkeiten sind:

  • das um 1500 erbaute Rathaus, ein zweigeschossiger Fachwerkbau mit im Jahr 1523 von Hans Ruhalm geschnitzten Figuren und Szenen
  • die Kaiserpfalz, auch Forchheimer Burg genannt, mit dem Archäologiemuseum Oberfranken
  • der mittelalterliche Saltorturm und das Nürnberger Tor von 1698 in der Festungsmauer
  • die als „Schiefes Haus“ bekannte Kammerersmühle
  • das Katharinenspital von 1611 und die Spitalskirche von 1490
  • das Kloster nebst Klosterkirche aus dem 17. Jahrhundert
  • die Fischkästen zur Aufbewahrung lebender Fische an der Hundsbrücke an der Wiesent
  • die St. Martins Kirche, erbaut zwischen dem 12. und 15. Jahrhundert mit einer Ölberggruppe aus dem 16. Jahrhundert an der Außenmauer
  • die Marienkapelle aus dem 12. Jahrhundert
  • das Frechshaus aus dem 15. Jahrhundert am Marktplatz am Rathaus

Forchheim – die Politik in der Stadt

Die letzte Kommunalwahl fand in der Stadt Forchheim im März 2020 statt. Dabei wurde der Oberbürgermeister der Stadt nicht neu gewählt. Das liegt daran, dass sich für diese Wahl im Jahr 2015 ein anderer Wahlrhythmus eingebürgert hat. Seit 1990 bestimmte Franz Stumpf (ein Gemeinschaftskandidat von CSU und der Wählerinitiative Unabhängiger) als Oberbürgermeister die Politik der Stadt. Er bat im Stadtrat im Dezember 2015 aus gesundheitlichen Gründen knapp zwei Jahre nach seiner Wiederwahl um seinen Rücktritt zum 31. März 2016. Daher wurde am sechsten März des Jahres ein neuer Oberbürgermeister gewählt. In einer Stichwahl setzte sich im zweiten Wahlgang Uwe Kirschstein von SPD durch. Er ist seit dem 01. April 2016 im Amt, die nächste Bürgermeisterwahl findet somit erst 2022 statt.

Die Kommunalwahl 2020 um die Sitze im Rat brachte folgende Ergebnisse:

  • CSU: 32,11 % und 12 Sitze
  • Grüne: 21,68 % und 9 Sitze
  • SPD: 18,25 % und 7 Sitze
  • Junge Bürger: 9,45 % und 4 Sitze
  • Freie Wähler: 8,12 % und 3 Sitze
  • FDP: 4,02 % und 2 Sitze
  • Freier Bürgerblock Forchheim: 2,93 % und 1 Sitz
  • AfD: 1,96 % und 1 Sitz
  • REP: 1,3 % und 1 Sitz

Die Wahlbeteiligung lag bei 57,6 Prozent.

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