Verkehrsknotenpunkt in Franken

Hauptbahnhof Nürnberg: Über 150.000 Fahrgäste täglich - wie sich sein Aussehen in 120 Jahren entwickelt hat

Eröffnet wurde der Nürnberger Hauptbahnhof im Jahr 1906: Seither haben sich Bedeutung und Aussehen mehrfach gewandelt - er ist der zweitgrößte Bahnhof Bayerns.

  • Von Nürnberg nach Fürth fand die erste Zugfahrt in Deutschland statt - im Jahr 1835.
  • Der heutige Hauptbahnhof entstand aber erst um 1906 - eine Sehenswürdigkeit überlebte die Bomben im Zweiten Weltkrieg. 
  • Seit 2017 sollen zahlreiche Umbaumaßnahmen am Bahnhofvorplatz die Sicherheit für Passanten erhöhen.

Nürnberg - Der Hauptbahnhof in Nürnberg ist aus der Verkehrssituation in Mittelfranken nicht wegzudenken: Pro Tag besuchen etwa 150.000 Menschen den Bahnhof - auf der Durchreise, um umzusteigen oder zum Shopping. Rund 13.000 Quadratmeter des Geländes sind an Gastronomie und Handel vermietet. 

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Im dritten Teil unserer Bahnhofsreihe zeigen wir Euch heute den Nürnberger Hauptbahnhof. Zwischen 1844 und 1847 im neugotischen Stil errichtet, wurde er aufgrund der zunehmenden Bedeutung Nürnbergs als Verkehrsknoten zwischen 1900 und 1906 vom Architekten Karl Zenger weitgehend im Stil des Neubarock umgebaut. Mit dem Umbau erhielt der Bahnhof auch sein imposantes Empfangsgebäude. Innen überzeugt der Nürnberger Hauptbahnhof dagegen mit einem modernen Design. Übrigens: Durch seine 25 Gleise, davon 22 Bahnsteiggleise, gehört er zu den größten Durchgangsbahnhöfen in Europa. Nicht schlecht, oder? #db #deutschebahn #bahn #nürnberg #hauptbahnhof #igersbahn #railstagram #architektur #bahnhof #reise #travel #denkmal #modern (Fotos: DB AG / Pablo Castagnola)

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Nicht nur U-Bahn, Trambahn- und Buslinien laufen hier zusammen, es halten auch Nah- und Fernverkehrszüge. Für die ICE-Verbindungen von München nach Dortmund, Hamburg oder Bremen ist Nürnberg ein wichtiger Zwischenstopp. Nach Mannheim, Prag oder Zürich kann man von hier aus mit dem DB-Fernbus reisen. Diese Zahlen und Fakten der Deutschen Bahn machen den Nürnberger Bahnhof zum zweitgrößten Bahnhof in Bayern

Hauptbahnhof Nürnberg: zwei besondere Sehenswürdigkeiten

Fand die erste Bahnfahrt Deutschlands noch an einem privat geführten Bahnhof am Plärrer statt, wurde schon zehn Jahre später ein Neubau nötig: An der heutigen Stelle entstand zunächst ein Kopfbahnhof. Damals hatten, wie das Tourismusportal Bayern-online.de berichtet, alle Bahnlinien einen eigenen Endbahnhof, es gab keine Durchgangsbahnhöfe. 

Doch zwischen 1850 und 1900 verdreifachte sich das Verkehrsaufkommen erneut - was vor allem daran lag, dass Verbindungen nach Schwabach, Hersbruck, Regensburg und Ansbach angeschlossen wurden. Unter Baumeister Karl Gustav Zenger wurde ab 1900 erneut gebaut. Nach sechs Jahren konnte das neue Gebäude mit der charakteristischen Kuppel in Betrieb genommen. Noch heute kann man den Bahnhof daran schon von Weitem erkennen.

Die eigentliche Kuppel fiel allerdings den Bomben im Zweiten Weltkrieg zum Opfer und wurde aus Geldmangel nur wesentlich einfacher wieder aufgebaut, so erzählt das private Architekturführerportal baukunst-nuernberg.de. Erhalten wurde dagegen der prächtige Jugendstilsaal, in dem einst ein Restaurant untergebracht war. Heute befindet sich darin der Wartesaal. Erst Ende der 1970er-Jahre konnten die Sanierungen abgeschlossen werden. Unter Denkmalschutz steht heute das gesamte Empfangsgebäude.

Hauptbahnhof Nürnberg: Sicherheit am Bahnhof - Die Entwicklungen ab 2000

In jüngerer Zeit häufen sich Meldungen zu Prügeleien und Schlägereien rund um den Bahnhof - immer wieder wird der Ort zum Schauplatz von gewalttätigen Auseinandersetzungen. Auch Umbaumaßnahmen sollen mehr Sicherheit bringen: Als der Bahnhofsvorplatz im Jahr 2017 umgebaut wurde, war dies ein Anliegen der Stadt Nürnberg.

Des Weiteren wurde die Situation der Fußgänger, Radfahrer und Rollstuhlfahrer mit den Bauarbeiten verbessert: Es entstanden neue Fußgänger- und Fahrradwege sowie barrierefreie Zugänge. Zwei Projekte rund um den Bahnhof weisen in die Zukunft: die fahrerlose U-Bahn steht für den technologischen Wandel, das Quartiersprojekt rund um die Linie U1 will Lösungen für die Stadtgesellschaft von Morgen erproben.

kat

Rubriklistenbild: © picture alliance / Daniel Karman / Daniel Karmann

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