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Hitzewelle in Franken: Nürnberg gießt seine Bäume mit Hallenbad-Wasser

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Von: Thomas Eldersch

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In Nürnberg gießt man jetzt die städtischen Bäume mit Wasser aus den geschlossenen Hallenbädern.
In Nürnberg gießt man jetzt die städtischen Bäume mit Wasser aus den geschlossenen Hallenbädern. © Jens Büttner/dpa/Symbolbild

Kreative Wege sind gefragt, um der Hitzewelle vor allem in den Städten Herr zu werden. In Nürnberg gießt man jetzt kurzerhand Bäume mit Hallenbad-Wasser.

Nürnberg – Der Sommer 2022 hat es in sich. Ein Hitzetag reiht sich an den anderen. Dazu fällt viel zu wenig Regen – die Hoffnungen wurden in den aktuellsten Prognosen zerschlagen. Die Natur kämpft mit der Trockenheit. Immer wieder gibt es Waldbrände. Aber auch in den Städten stemmt sich die Vegetation gegen das Verdorren. Ohne Bewässerung durch den Menschen geht es nicht mehr. Um Wasser zu sparen, hat sich die Frankenmetropole Nürnberg etwas Findiges ausgedacht.

Bäume gießen mit Hallenbad-Wasser: Nürnberg geht kreative Wege

Nach dem Prinzip zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, dachte man sich in Nürnberg: Wasser gibt es in den drei geschlossenen Hallenbädern genug. Warum nicht damit die Bäume in der Stadt gießen. Und so beschloss man, als Erstes an die Wasservorräte des Südstadtbads zu gehen. Das schont auch die Pegnitz, deren Wasserstände aufgrund der hohen Temperaturen der letzten Wochen auf sehr niedrigem Niveau sind.

Zuständig für die Bäder ist erster Werksleiter und gleichzeitig Bürgermeister Christian Vogel (SPD). Er hatte laut BR bei Nürnberg Bad, dem städtischen Eigenbetrieb der Bäder, angefragt. Dort sollte man „einen kreativen Weg“ finden, mit dem Wasser umzugehen. „Das hat tatsächlich geklappt“, freut sich Vogel.

Als Folge der Hitze und Trockenheit haben viele Gewässer in Bayern derzeit nur wenig Wasser. Angespannt ist die Lage auch in Nürnberg.

Nürnberg: Rund eine Million Liter Wasser für die Bäume der Stadt

Aber so einfach das Wasser aus dem Becken abzuzapfen und in der Stadt zu verteilen, ging es dann doch nicht. Es mussten laut BR erst die richtigen Voraussetzungen geschaffen werden. Zunächst wurden die rund 200.000 Liter aus dem Südstadtbad abgepumpt. Ein ganz schön großer, logistischer Aufwand. „Auch wenn es nicht der Riesen-Schritt ist: Ich glaube, es zeigt, dass wir alle beim Wasser- und Energiesparen kreativer werden können und müssen“, so Vogel gegenüber dem BR.

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Bedenken wegen einer möglichen Chlorbelastung des Wassers gibt es nicht. Das hat sich mittlerweile abgebaut. Eine Probe zeigt, dass das Wasser nicht belastet ist. Insgesamt konnte aus allen drei Hallenbädern rund eine Million Liter Wasser geholt werden. Für die Bäder kein Problem. Sie sind bereits seit Wochen geschlossen. „Normalerweise, wenn hier Badegäste da sind, geben wir jeden Tag kontinuierlich Chlor hinzu. Das müssen wir nicht mehr machen, weil das Bad geschlossen ist. Dann baut sich das Chlor ganz von selber ab, in dem wir kein neues mehr hinzuführen, wird das abgebaut durch die UV-Strahlung“, erklärt Matthias Bach von Nürnberg Bad dem BR. Bis zum heutigen Freitag, 12. August, geht die Aktion noch.

Energie-Krise zwang die Bäder zur Schließung

Die Bäder sind nicht nur deshalb geschlossen, weil die Menschen im Sommer lieber am See, Fluss oder Freibad baden gehen, sondern auch aufgrund des Ukraine-Kriegs. Die daraus resultierende Energie-Krise hat die Stadt zu dem Schritt bewogen. Jetzt wird die Sommerzeit genutzt, um Arbeiten an den Becken durchzuführen. (tel)

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