Viele Aktivisten brachten Transparente zur Protestkundgebung mit.
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Viele Aktivisten brachten Transparente zur Protestkundgebung mit.

Kundgebung am Schmausenbuck

Demo in Nürnberg: Über 300 Menschen setzen sich für die Rettung des Reichswaldes ein - „Kein ICE-Werk“

  • Tanja Kipke
    VonTanja Kipke
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Am Sonntag kamen zahlreiche Menschen zu einer Protestkundgebung in Nürnberg zusammen. Die Rettung des Reichswaldes stand hierbei im Vordergrund.

Nürnberg - Zu einer Kundgebung unter dem Motto „Rettet den Reichswald“ erschienen am Sonntag (18. Juli) über 300 Menschen in Nürnberg*. Die Aktivisten wollten damit unter anderem ein Zeichen gegen Rodungen, Gewerbegebiete, Straßenbau und das geplante ICE-Werk setzen. Wie der Bund Naturschutz Bayern e.v. (BN) in einer Mitteilung schreibt, gebe der große Zuspruch der Teilnehmer dem BN und den zahlreichen Bürgerinitiativen Recht. „Der Reichswald ist die Klimaanlage der Städte“, so Prof. Dr. Hubert Weiger, ehemaliger BN- und BUND-Bundesvorsitzender.

Nürnberg: Protestkundgebung zur Rettung des Reichswald - „Der Klimaschutz muss angegangen werden“

In jedem Sommer feiert der BN das sogenannte Reichswaldfest, um den Wald in der Region Nürnberg zu feiern. So wie letztes Jahr muss das Fest wegen der Corona*-Pandemie auch 2021 ausfallen. „Wie in den 1970er Jahren machen wir eine reine Protestkundgebung mit demselben Slogan ‚Rettet den Reichswald‘. Immerhin sind die geplanten Rodungen wieder genauso riesig wie damals, als der Wald noch nicht mal als Bannwald geschützt war“, so Richard Mergner, Landesvorsitzender des BN. „Der Klimaschutz muss jetzt endlich vorrangig angegangen werden.“ Über 300 Menschen erschienen zur Kundgebung am Sonntag (18. Juli).

Die Teilnehmer der Kundgebung seien auf sechs Radsternfahrten, einer geführten Wanderung, mit Straßenbahn und zu Fuß zur Kundgebung im Eichenhain des Nürnberger Schmausenbucks gekommen. „Baulöwen“ und „Verkehrsplaner“ würde immer mehr Stücke aus dem Reichswald „herausreißen“. „Doch der Wald ist keine Verfügungsmasse für Planungen aller Art. Er ist unser wichtigster Verbündeter beim Kampf gegen die Klimakrise“, beklagt sich der BN auf Facebook. Er sei die „grüne Lunge“ der Metropolregion.

BN lehnt Platzierung des ICE-Werks im Reichswald ab - Aber: „Wir brauchen die Verkehrswende“

Der BN unterstützt die Ziele der Bahn, die Fahrgastzahlen im Fernverkehr zu verdoppeln und dem klimaschädlichen Straßenverkehr Anteile wegzunehmen, wie es in einer Mitteilung heißt. Allerdings lehne man die Ortsentscheidung des neuen ICE-Werkes entschieden ab. Der BN fordert von der Deutschen Bahn daher eine deutliche Reduzierung der Planung. Die Muna Feucht sei keine gute Wahl, da sie wie die anderen Standorte zum europäischen Vogelschutzgebiet gehöre. Die europäisch geschützten Gelbbauchunke, Neuntöter, Habichte, Kolkraben, Baumpieper und zahlreiche stark gefährdeter Fledermäuse hätten dort ihr Zuhause. (tkip) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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