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Long-Covid: Ärzten aus Bayern gelingt mehrmalige Heilung - es gibt einen Haken

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Von: Patrick Mayer

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Long-Covid-Untersuchungen nach Corona-Infektionen steht im Fokus der Wissenschaft (Symbolbild).
Long-Covid-Untersuchungen nach Corona-Infektionen steht im Fokus der Wissenschaft (Symbolbild). © picture alliance/dpa/Agencia Uno | Jose Francisco Zuniga

Eine Ärztin aus Bayern heilt mit ihrem Team offenbar mehrere Corona-Patienten von Long-Covid. Sie berichtet von einem regelrechten Ansturm - und einem Problem.

München/Erlangen - Es ist offenbar ein weiterer Fortschritt im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie. Mediziner der Universitätsklinik Erlangen haben mehrere teils schwer an Long-Covid erkrankte Patienten geheilt, indem sie den Personen den sogenannten Wirkstoff BC 007 verabreicht haben. Das berichtet FOCUS Online

Long-Covid: Ärzte aus Bayern heilen offenbar Patienten nach Corona-Infektion

„Es war wie ein Riesen-Wunder, als wir gemerkt haben, dass die Patienten dadurch beschwerdefrei wurden“, wird die Fachärztin für Augenheilkunde Bettina Hohberger von dem Nachrichtenportal zitiert: „Teilweise schon wenige Stunden nach der Infusion ließ beispielsweise der Brain Fog nach, sodass die Patienten wieder klar denken konnten.“ Brain Fog (zu Deutsch: Gehirnnebel) steht für Bewusstseinstrübung. Diese ist neben permanenter Müdigkeit, schneller Erschöpfung oder Geschmacksstörungen eine von mehreren Symptomen für das sogenannte Long-Covid nach einer Infektion mit dem Coronavirus.

Vier Patienten seien mit dem Medikament behandelt worden, heißt es in dem Bericht, bei allen seien die Beschwerden spätestens nach ein paar Wochen abgeklungen. Hohberger schilderte etwa zu einem Patienten: „Dass der Patient durch die verbesserte Durchblutung komplett beschwerdefrei wurde, hat uns selber erstaunt.“ Der Haken: Das Medikament mit dem Wirkstoff BC 007 sei aktuell noch im Zulassungsverfahren, schreibt FOCUS Online. Dabei wäre die Nachfrage offenbar groß.

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„Wir erhalten Hunderte von Zuschriften von Betroffenen, die Hilfe suchen und sich Heilung erhoffen“, erklärte die Ärztin aus dem bayerischen Erlangen. Doch momentan könne ihr Team keine weiteren Long-Covid-Patienten behandeln: „Das Medikament ist aufgebraucht, wir hatten nur wenige Dosen“, erzählte die Molekularmedizinerin. Aber wie kam es zu den neuen Erkenntnissen ausgerechnet in einer Augenklinik? Zur Einordnung: Das Medikament sollte ursprünglich gegen den Grünen Star im Auge helfen.

Long-Covid: Ärzte aus Bayern heilen offenbar Patienten nach Corona-Infektion

„Wir forschen schon seit Jahren am Grünen Star und wissen, dass sogenannte Autoantikörper eine Rolle bei dieser Augenerkrankung spielen - sie haben Einfluss auf den Augeninnendruck und beeinträchtigen die Durchblutung im Auge“, erklärte Hohberger. Jetzt ist ihr und ihren Kollegen damit offenbar ein Erfolg in der Coronavirus-Pandemie bei der Behandlung von Long-Covid gelungen. (pm)

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