Bayerns Innenminister Joachim Herrmann zeigte sich erschüttert aufgrund der Angriffe gegen Polizisten in Nürnberg.
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Bayerns Innenminister Joachim Herrmann zeigte sich erschüttert aufgrund der Angriffe gegen Polizisten in Nürnberg.

Großeinsatz in Nürnberg

Gewalt-Eskalation gegen Polizisten - Innenminister Herrmann „fassunglos“

  • Thomas Eldersch
    vonThomas Eldersch
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Feiernde weigerten sich am Freitagabend den Kornmarkt in Nürnberg zu verlassen. Daraufhin kam es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. Mehrere Beamte wurden verletzt.

Nürnberg - Sommerliche Temperaturen und sinkende Corona-Infektionszahlen dazu noch zahlreiche Lockerungen. Beste Voraussetzungen um mal wieder feiern zu gehen und die Zeit im Freien zu genießen. Dass dabei die Stimmungen ganz schnell umschlagen kann, haben die jüngsten Vorfälle in Nürnberg* gezeigt. Über mehrerer Stunden hinweg mussten sich Polizisten mit renitenten Feierwütigen herumschlagen. Dabei wurden auch einige Beamte angegriffen und verletzt.

Nürnberg: Passanten werfen Flaschen auf Polizeibeamte

Ein beliebtes Ziel des Partyvolks schien am Freitagabend der Nürnberger Kornmarkt gewesen zu sein. Die Polizei Mittelfranken* spricht in einer Pressemitteilung davon, dass sich dort teilweise bis zu 200 Personen aufhielten. „Überwiegend Familien und Kleinstgruppen“, heißt es in der Meldung. Die Stimmung war friedlich bis um 23 Uhr die Außengastronomie schließen musste. Die meisten Personen verließen ohne weiteres den Platz - nur rund 80 teils stark alkoholisierte Feiernde blieben vor Ort. Als die Ordnungshüter sie zum Gehen aufforderten, heizte sich die Stimmung immer weiter auf.

Ein bislang unbekannter Mann geriet währenddessen mit einer Frau in Streit. Dieser ging so weit, dass er sogar auf sie einschlug. Die Beamten gingen dazwischen, doch die umstehenden Passanten solidarisierten sich mit dem Mann und griffen die Polizisten an. Dabei wurden auch Flaschen geworfen. Eine traf einen Ordnungshüter am Kopf, der dabei leicht verletzt wurde. Der Unbekannte konnte im Tumult fliehen.

Nürnberg: Drei Polizisten wurden bei den Ausschreitungen verletzt

Weil sich die Stimmung nicht beruhigte und es immer wieder zu Ruhestörungen kam, wurden immer mehr Streifenbesatzungen zum Kornmarkt beordert. Mit Lautsprecherdurchsagen wurden die Menschen aufgefordert, nach Hause zu gehen. Die meisten weigerten sich jedoch. Der Platz musste deshalb geräumt werden. Dabei kam es erneut zu Auseinandersetzungen. Die Beamten mussten Pfefferspray und Schlagstöcke einsetzen. Die Passanten warfen weiter mit Flaschen und griffen die Polizisten an. 13 Menschen wurden in Gewahrsam genommen. Die Aktion dauerte bis 4.30 Uhr an.

Insgesamt wurden drei Beamte verletzt. Durch den Flaschenwurf erlitt ein Polizist eine Kopfplatzwunde und musste im Krankenhaus versorgt werden. Die Ärzte zogen Glassplitter aus der Wunde, schreibt die Polizei in ihrer Mitteilung. Gegen zahlreiche Personen wurden Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung, Landfriedensbruch sowie wegen Widerstands gegen und tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte eingeleitet. Der Kornmarkt war nach den nächtlichen Auseinandersetzungen so stark vermüllt und voller Glasscherben, dass die Stadtreinigung den Platz säubern musste.

Nürnberg: Innenminister Herrmann empört über Gewaltausbrüche

Entsetzt über die Vorkommnisse in der Nacht auf Samstag zeigte sich Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU*). „Die Aggressivität und Intoleranz, die wir hier erlebt haben, machen mich fassungslos. Die rücksichtslose Gewaltbereitschaft gegen unsere Polizeibeamte ist für mich völlig inakzeptabel.“ Und weiter sagte der CSU-Politiker: „Ich kann nicht verstehen, dass sich andere mit solchen Chaoten massiv solidarisieren, diese sogar schützen und dabei unsere Polizisten angreifen und verletzen.“ Erst vor kurzem gab es ähnliche Szenen in Regensburg. Auch hier flogen Flaschen in Richtung Ordnungshüter. (tel) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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