Eine Hand zapft Bier vom Fass in einen Maßkrug.
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Bald könnten auch Nürnbergs Wirte wieder Bier ausschenken. (Symbolbild)

Wirte trotzdem erleichtert

Perspektive für die Außengastronomie - doch Öffnungen in Nürnberg noch in weiter Ferne

  • Raffael Scherer
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Die Wirte in Nürnberg sehen in den Corona-Lockerungen für Bayern ein gutes Zeichen. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg.

Nürnberg - In der Stadt Nürnberg liegt die Sieben-Tage-Inzidenz* derzeit bei 183,3 (Stand 6. Mai). Sie ist damit noch weit von der 100er Marke entfernt. Denn erst wenn sie fünf Tage darunter lag, ist es der Gastronomie zukünftig erlaubt, draußen Gäste zu bewirten. Voraussetzung dafür sind für die Kunden eine Maske bis zum Tisch, ein aktueller negativer Test oder der Nachweis der vollständigen Impfung sowie ein Termin beim Lokal. Ladenschluss ist laut Markus Söders Regelung* außerdem um 22 Uhr. Eine ordentliche Bürde also, bis es die Gäste zum Tisch geschafft haben.

Obwohl es wegen der aktuellen Inzidenz-Zahlen* voraussichtlich noch dauern wird, bis Nürnbergs* Restaurants wieder öffnen dürfen, sind die lokalen Wirte froh über diese Lockerung. So sieht es etwa der Betreiber des Gasthauses „Bratwurst Röslein“, am Nürnberger Rathausplatz. Thomas Förster erklärte nordbayern.de gegenüber, dass er sich freue, weil die Gastronomiebranche durch die Lockerung eine Aussicht bekomme. „Es ist grundsätzlich richtig, dass wir eine Öffnungsperspektive bekommen. Das ist für uns sehr wichtig“, so Förster.

Nürnberger Wirte freuen sich über erste Lockerung und hoffen auf weitere Öffnungsschritte

Laut ihm sei die Öffnung der Wirtshäuser längst überfällig. Vor allem weil die Gäste in den Gaststätten sicherer seien, als beim privaten Zusammensitzen daheim. Theoretisch könnte er im Innern seines Restaurants 550 Gäste bewirten. Draußen, wo es zukünftig erlaubt ist, hingegen „nur“ 240. Doch auch diese Menschenmenge bereitet ihm Sorge: „Wenn alle Tische draußen belegt sind und dann kommt ein heftiger Regenschauer, wo sollen die Gäste dann hin?“ fragt Förster.

Genauso freut sich Tobias Teichmann vom Nürnberger Café „Dampfnudel-Bäck“ über die Entscheidung: „Irgendwann muss man schließlich den ersten Schritt tun, ohne den gibt es den zweiten nicht.“ Auch ihm ist jedoch klar, dass die Bewirtung ausschließlich draußen nur gering Gewinne hereinbringt. „Ich würde Geld sparen, wenn ich zulassen würde“, schätzt er.

Nürnberger Wirte befürchten, dass Auflagen die Gäste vergraulen

Doch zumindest sei Söders Lockerung ein „kleiner Streifen am Horizont“. Zwar besser als nichts, aber nicht das volle Öffnungsprogramm, wie er es sich wünschen würde. Denn ob all der vorgeschriebene Aufwand nur für einen Kaffee von seinen Kunden in Kauf genommen werde, bezweifelt er. Immerhin hatte die Stadt Nürnberg bereits als Hilfe für die Nürnberger Wirte angekündigt für das Jahr 2021 komplett auf die Sondernutzungsgebühren für Außenbestuhlung zu verzichten.

Froheren Mutes ist da Lorenz Kalb, vom „Stadtstrand“, einer Erlebnisgastronomie auf der Nürnberger Insel Seeschütt auf der Pegnitz im Stadtzentrum. Bei ihm haben bereits die Aufbauarbeiten begonnen, damit später möglichst schnell geöffnet werden könne. Denn: „Wir können den ja nicht einfach aufsperren, hier müssen Küchen, Schließfächer, Toiletten stehen“ so Kalb.

Nürnberger Wirte bereiten auf eigenes Risiko Öffnungen vor

In den Stadtstrand seien bereits 250.000 Euro investiert worden - ohne genaue Öffnungsperspektive. „Wir gehen auf volles Risiko“ erklärt Kalb. Er glaubt, dass er bereits Mitte kommender Woche von sich aus öffnen könnte - wenn es die Inzidenzzahlen denn zulassen. Doch auch ihn stimmen die strengen Auflagen, die Gäste vor dem Besuch überwinden müssen bedenklich.

Denn diese seien „Irrsinn, völlig lebensfremd“. Wie schnell dann tatsächlich geöffnet werden kann wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Bis dahin müssen Nürnbergs Besucher weiterhin ihr Essen zum Mitnehmen genießen oder einfach die Sehenswürdigkeiten Nürnbergs* bei einem Sparziergang bewundern. *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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