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Tiergarten Nürnberg: Über 100 Jahre Attraktion, aber auch Ziel von Kritikern

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Von: Leyla Yildiz

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Tierpark Eingang
Der Tiergarten in Nürnberg ist eine der Attraktionen der Frankenmetropole. © Thomas Hahn /Eibner-Pressefoto/Imago

Seit über 100 Jahren gibt es den Tiergarten Nürnberg bereits. Er ist einer der Attraktionen der Frankenmetropole. Doch es gibt auch Kritik am Zoo.

Nürnberg - Der Tiergarten Nürnberg ist einer der Attraktionen in der Frankenmetropole. Im Jahr 2019 verzeichnete der Zoo in seinem Jahresbericht über 1,2 Millionen Besucher. Mittlerweile gibt es den Tierpark schon über 100 Jahre, doch nicht immer war er an dem heutigen Standort ansässig.

In Nürnberg gab es laut der Internetseite des Tiergartens bereits im 19. Jahrhundert Pläne, einen Zoo zu bauen. Die Jahre gingen ins Land und so nahm das Vorhaben erst Anfang des 20. Jahrhunderts Gestalt an. Einige Bürger, die im Stadtleben ein renommiertes Ansehen hatten, brachten die Idee vor, den Tiergarten nach dem Vorbild des Zoos Hagenbeck gestalten zu lassen. Das Gelände sollte auf dem Areal der Bayerischen Landesausstellung von 1906 am Luitpoldhain errichtet werden und großzügige sowie tierfreundliche Freigehege haben.

Tiergarten Nürnberg eröffnete 1912 erstmals seine Pforten

Gesagt, getan. Die Stadt Nürnberg konnte am 11. Mai 1912 erstmals einen Zoo eröffnen. Kurze Zeit später überrollte den Tiergarten ein regelrechter Besucheransturm und in den Folgejahren fanden über 1200 Tiere auf dem Gelände Platz. Als die NSDAP an die Macht kam, wurde 1934 darüber gesprochen, den Zoo wieder zu schließen. Adolf Hitler hatte den Plan, das Reichsparteitagsgebäude am Dutzendteich erweitern zu lassen und auf dem Areal des Tiergartens die Luitpoldarena, die Große Straße und die neue Kongresshalle zu errichten. 1939 kam das endgültige Ende des Tierparks.

Straßenschild
Der Tiergarten Nürnberg befindet sich seit 1939 am Schmausenbuck. © Fotostand/K. Schmitt/Imago

Doch ein anderer Platz war schon gefunden: Der neue Tiergarten am Schmausenbuck öffnete noch im selben Jahr seine Pforten für die Besucher. Der Standort entpuppte sich später als besonders gut, denn bis heute gilt der Tiergarten Nürnberg als einer der schönsten deutschen Landschaftszoos.

Tiergarten Nürnberg beheimatet über 6000 Tiere aus 320 Arten - Kritik an Delfinarium

Mit den Jahren kamen immer mehr Tiere hinzu - Ende 2019 waren es 6414 Tiere aus 320 Arten. Heute beheimatet der Zoo unter anderem Alpakas, Löwen, Eisbären, Bisons, Fledermäuse, Buntmarder und Delfine. Letztere leben seit 1971 im Delfinarium des Tierparks. Doch das steht bis heute immer wieder in der Kritik. 2014 kam es zu einem Aufschrei, als öffentlich wird, dass der Tierpark den Delfinen Psychopharmaka geben soll. Der Zoo-Direktor Dag Encke räumte den Vorwurf später ein. Es solle in kleinen Dosen zur Appetitanregung dienen. Nur bei extremen Situation würden die Tiere damit beruhigt werden.

Drei Delfine springen aus dem Wasser
Das Delfinarium des Tiergartens Nürnberg steht immer wieder in der Kritik. © Karina Hessland/Imago

Das Delfinarium ist nach Meinung der Tierschützer eine einzige Quälerei. Mithilfe einer Petition wollte die Aktionsgruppe Tierrechte Bayern aus Roth die Stadt, den Tiergarten und die Politik dazu auffordern, die Delfinhaltung zu verbieten. In der Begründung schrieben sie unter anderem, dass „die Delfine bei Musik zirkusähnliche Tricks vorführen müssen. Ihre Freiheit endet an der Betonwand des Beckens und der Glasscheibe“. Sie würden unter den nicht artgerechten Haltungsbedingungen leiden. Die Tierschützer kämpfen bis heute, das Delfinarium verbieten zu lassen.

Eisbärin Flocke war ein berühmtes Tier des Tiergarten Nürnberg - sie lebt jetzt an der Côte d´Azur

Der Tiergarten brachte aber auch ein berühmtes Tier hervor, die Eisbärin Flocke. Die Kleine kam im Dezember 2007 auf die Welt und wurde im Januar von ihrer Mutter Vera nicht mehr richtig umsorgt. Der Zoo beschloss daraufhin Flocke mit der Hand aufzuziehen. Als sie zwei Jahre alt war, musste sie aus Platzgründen in einen Tierpark an die Côte d´Azur umziehen. Dort bekam sie nach ihrem ersten Baby 2014 zum Jahreswechsel 20/21 Drillinge. Ihren Nachwuchs umsorgt sie laut Nordbayern.de gut.

Eine Familie steht vor einem Gehege im Nürnberger Tiergarten
Nach langer Corona-Pause durften Besucher wieder in den Tiergarten Nürnberg gehen. © Fotostand/K. Schmitt/Imago

In der Corona-Pandemie musste auch der Tiergarten Nürnberg schließen. Erst seit Ende April durften die Besucher wieder in den Zoo, allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen. Der Besuch war bei einer Sieben-Tage-Inzidenz über 100 nur in den Außenbereichen mit Schutz- und Hygienekonzepte, einem höchstens 24 Stunden alten Test für alle Besucher ab 6 Jahren sowie mit FFP2-Masken und unter Angabe der Kontaktdaten möglich. (ly)

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