Biker aus ganz Bayern haben sich in Nürnberg zu einer 1. Mai-Demonstration getroffen.
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Biker aus ganz Bayern haben sich in Nürnberg zu einer 1. Mai-Demonstration getroffen.

Gewerkschafts-Veranstaltungen eher überschaubar

Größte Demo zum 1. Mai in Nürnberg: 7500 Biker aus ganz Bayern protestieren gegen Fahrverbote

  • Thomas Eldersch
    vonThomas Eldersch
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Nicht die Gewerkschaften organisierten in Bayern die größte 1. Mai-Demo. Ein kleiner Motorrad-Club aus Niederbayern holte 7500 Biker zu einer Demo nach Nürnberg.

Nürnberg - Eigentlich gehört der Tag der Arbeit den Gewerkschaften. Und in Berlin sind auch tausende Menschen im Zusammenhang mit den traditionellen 1. Mai-Kundgebungen auf die Straße gegangen. In Bayern sah die Sache hingegen anders aus. Hier waren es rund 7500 Biker, die ihrem Ärger auf den Straßen von Nürnberg* Luft machten. Der Volksfestplatz der Frankenmetropole glich einem Eldorado für Zweirad-Fans.

Nürnberg: Motorrad-Fahrer protestieren zu tausenden gegen mögliche Fahrverbote

Organisator der Biker-Demo war der niederbayerische Motorradclub „Branos“. Den Veranstaltern und Teilnehmern ging es aber nicht um bessere Arbeitsbedingungen oder um die Schere zwischen Arm und Reich. Sie demonstrierten gegen mögliche Fahrverbote. Denn vor rund einem Jahr hatte der Bundesrat* der Bundesregierung Wochenend-Fahrverbote für besondere Konfliktfälle nahegelegt - also in Gemeinden, in denen die Bürger stark unter Motorradlärm leiden. Bisher wurden aber keine Fahrverbote erlassen. Schon im vergangenen Jahr demonstrierten deshalb in vielen Städten deutschlandweit, beispielsweise in München*, zahlreiche Biker gegen solch ein Fahrverbot.

Am 1. Mai folgten dem Ruf der Veranstalter rund 7500 Biker aus ganz Bayern. Treffpunkt war der Volksfestplatz. Denn ein ursprünglich geplanter Motorradkorso durch die Frankenmetropole wurde Corona-bedingt nicht gestattet. Und obwohl die Polizei und die Organisatoren im Vorfeld mit nur etwa 6000 Teilnehmern gerechnet hatten, verlief alles friedlich, bestätigte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Mittelfranken*.

Bereits im vergangenen Jahr gab es zahlreiche Motorrad-Demos gegen mögliche Fahrverbote in Deutschland (Video)

Gewerkschaften organisieren Demonstrationen in ganz Bayern

Ganz ohne Gewerkschafts-Demos ging es dann doch nicht. In mehreren bayerischen Städten organisierten die Arbeiter-Vertreter mehrere kleinere Kundgebungen. Zentrales Thema der Veranstaltungen war die Kluft zwischen den Wohlhabenden und den Armen. Der IG Metall-Bundesvorsitzende Jörg Hofmann warnte bei einer Veranstaltung auf dem Münchner* Königsplatz: „Die Transformation unserer Arbeitsgesellschaft durch Digitalisierung und Dekarbonisierung birgt die Gefahr, diese Ungleichgewichte noch zu verschärfen, die Gesellschaft zu spalten in Gewinner und Verlierer.“

Die stellvertretende DGB-Landesvorsitzende Verena di Pasquale kritisierte, dass knapp eine Million Menschen im Freistaat unter der Niedriglohn-Schwelle von 11,21 Euro arbeiteten. Fast drei Viertel aller Niedriglohn-Beschäftigten seien Frauen. „Corona* schleudert Frauen und Familien mit Lichtgeschwindigkeit zurück in alte Rollenbilder“, sagte di Pasquale laut Pressemitteilung. „Es sind die Frauen, die ihre Familien durch die Pandemie steuern, mit unbezahlter Familienarbeit und oft auf Kosten ihrer Einkommen.“ (tel) *Merkur.de/bayern und *tz.de/muenchen sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Schon am Abend vor dem 1. Mai gingen in Münchens Nobelvorort Grünwald* zahlreiche linke Demonstranten auf die Straße, um dort zu protestieren, „wo es am dringendsten nötig ist“.

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