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Aus illegalem Welpentransport gerettet: Bulldogge Willi wird zum Markenstar

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Von: Tanja Kipke

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Bulldogge Willi wird Markenbotschafter.
Bulldogge Willi wird zum Markenbotschafter. © Privat

Willi wurde aus einem illegalen Transport gerettet. Eine Familie aus Bad Kissingen schenkte dem verängstigten Welpen ein neues Zuhause - heute ist er ein Markenstar.

Nürnberg/Bad Kissingen - Im Alter von nur vier Monaten wurde Bulldogge Willi mit seinen Geschwistern in einen Transporter gesteckt. In der Nähe von Nürnberg konnte der illegale Welpentransport letztes Jahr gestoppt werden. Die verstörten Welpen kamen in das Nürnberger* Tierheim, wo sie erstmal vier Wochen in Tollwut-Quarantäne mussten. „Die Welpen wurden viel zu früh von ihrer Mutter getrennt“, erklärt Willis neue Mama Anastasia im Gespräch mit Merkur.de. Kein leichter Start ins Leben.

Familie aus Bad Kissingen schenkt Willi neues Zuhause - „Er war total ängstlich“

Anastasia entdeckte Willi über die Facebook-Seite des Nürnberger Tierheims. Nach einem Probebesuch bei der Familie in Bad Kissingen* durfte Willi auch schon in sein neues Zuhause. „Er lag nur neben mir, hat gezittert, aber nach kurzer Zeit hat er direkt seinen Kopf auf meinen Schoß gelegt und hat sich an mich gekuschelt“, beschreibt Tochter Hailey das erste Kennenlernen mit der Bulldogge. „Er war einfach total ängstlich“. Zeit und Geduld seien der Schlüssel gewesen, sein Vertrauen zu gewinnen. „Wenn er was nicht will, dann machen wir es auch nicht. Wir wissen ja nicht was er erlebt hat“, so Hailey. Ihm „viel Liebe“ zu zeigen habe geholfen.

Es gäbe jedoch immer noch Situationen, in denen Willi Angst hat. Anastasias Lebenspartner Volker ist sich sicher, dass die Welpen unheimlich schlechte Erfahrungen gemacht haben. „Wenn man einen Besen in die Hand nimmt oder ein Handtuch aufschlägt, hat er Angst. Ich glaub die haben viel Schläge bekommen“, so Volker gegenüber Merkur.de.

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Nürnberg - Bei einem Spaziergang kommt dem Paar aus Franken eine Idee

„Ich bin ja der Barista in der Familie“, erklärt Volker und lacht. Sein Traum: irgendwann ein eigenes Kaffeelabel. Er erinnert sich noch gut daran, als er eine Kaffeebohne aus Brasilien probierte und total begeistert war. Bei einem Spaziergang erzählte er Anastasia davon. „Ne super faire Bohne, direkt von der Farm, ursprünglich im Charakter und stark im Geschmack“, so Volker. „Und da sagte Anastasia: ‚Mensch das ist ja genauso wie unser Willi‘“. Und schon war der „Bulldog Coffee“ geboren. Willis weißer Bulldoggen-Kopf ziert seit Ende letzten Jahres die Verpackungen des Kaffees seiner Besitzer. Ein richtiger Werbestar also.

Eine Freundin der Familie hat sogar ein Eis aus dem Bulldog Coffee gemacht, das sie in ihrem Eiskaffee in Nürnberg anbietet. „Darauf sind wir sehr stolz“, so Volker. Bald soll der Kaffee auch in ausgewählten Einkaufsmärkten in der Region erhältlich sein.

Familie spendet ein Euro pro verkauftem Kilo an das Tierheim

Anstatt Geld für Werbung auszugeben, hat sich die Familie entschieden eine Kooperation mit dem Nürnberger Tierheim einzugehen. Pro verkauftem Kilo Kaffee geht ein Euro als Spende an das Tierheim. Damit aber noch nicht genug.

Die Familie mit Willi und der Chefin des Nürnberger Tierheims.
Die Familie mit Willi und der Chefin des Nürnberger Tierheims. © Privat

Um auch den Mitarbeitern etwas für die gute Arbeit zurückzugeben, bekommen sie jeden Monat eine Kaffeelieferung. „Sie haben quasi eine ‚Kaffeeflat‘ bei uns“, freut sich Anastasia. Es war ihre Idee auch den Mitarbeiter etwas zu schenken.

Durch die Corona*-Pandemie „boomt“ der illegale Welpenhandel regelrecht. Immer wieder werden Transporte angehalten. Erst vor einigen Monaten hat das Nürnberger Tierheim 101 Welpen aus einem Welpentransport aufgenommen. Eines der Hundebabys starb bereits nach einigen Wochen. (tkip)*Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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