In Corona-Zeiten sind sogar Einzelsportarten im Freien nicht erlaubt.
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In Corona-Zeiten sind sogar Einzelsportarten im Freien nicht erlaubt. (Symbolbild)

Petition gestartet

Corona: Bayerns größtem Breitensportverein laufen die Sportler weg - mehrere 1000 Mitglieder weniger

  • Thomas Eldersch
    vonThomas Eldersch
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Corona macht es vielen Branchen nicht leicht. Auch Sportvereine kämpfen mit den Auswirkungen der Pandemie. Vor allem kämpfen sie aber um ihre Mitglieder.

Nürnberg - Sonnig warmes Frühlingswetter lockt schon seit knapp zwei Wochen die Menschen ins Freie. Das ist in Nürnberg* nicht anders. Viele haben es vermisst sich zu bewegen, vor allem weil Corona* viele in einen ungewollten Hausarrest zwang. Die Wege sind voll mit Joggern, Fahrradfahrern und Spaziergängern. Nur auf den Sportplätzen herrscht gähnende Leere. Das tut den Vereinen nicht nur in der Seele, sondern auch im Geldbeutel weh.

Nürnberg: Rund 3000 Mitglieder weniger wegen Corona

Der Post-SV Nürnberg* ist der größte Breitensportverein Bayerns. Bei dem Traditionsverein gibt es 24 Abteilungen mit insgesamt 18.000 Mitgliedern. Doch dank Corona* sind es jetzt rund 3000 weniger. Ähnlich geht es dem TSV 1846 Nürnberg - Bayerns ältestem Sportverein. Hier haben bereits 200 Menschen ihren Mitgliedsvertrag gekündigt. Und beim Ex-Handballbundesligisten TuSpo sind es 100 Mitglieder weniger, schreibt die Bild.

Der Mitgliederschwund ist gleich aus zwei Gesichtspunkten schmerzhaft für die Vereine. „Die Mitgliederbeiträge fehlen uns“, sagt Andreas Neugebauer (39), Vorstandvorsitzender beim Post-SV, der Bild. „Verschiedene Angebote wie Kurse fallen aus, Räume werden nicht vermietet. Insgesamt haben wir so eine Million Euro weniger auf der Einnahmenseite.“ Der Verein beschäftigt auch rund 100 Voll- und Teilzeitkräfte. Die sollen wegen der Corona-Krise nicht ihren Job verlieren, deshalb spart man, wo man kann. Sogar das Vereinsmagazin wurde auf Eis gelegt.

Die Vereine und Fitnessstudios haben geschlossen, öffentliche Sportplätze platzen aus allen Nähten (Video)

Nürnberg: Petition für Sport im Freien gestartet

Neugebauer schmerzt es auch zu sehen, wie Menschen im Freien trainieren, er hingegen muss seine Sportplätze absperren. „Warum wird im Verein verboten, was privat erlaubt ist? Zu zweit dürfen Leute joggen, auf unserer Aschenbahn aber nicht mal alleine!“ Dabei gebe es viele Sportarten, die man auf Abstand ausüben könnte wie Tennis, Turnen oder Techniktrainings beim Fußball. „Vor allem Kinder und Jugendliche brauchen Bewegung“, sagt Neugebauer und hat jetzt eine Petition gestartet. Sport im Freien mit Hygienekonzept sollte erlaubt werden. Unterstützung erhält der 39-Jährige dabei auch von den anderen Nürnberger Vereinen.

Mit viel Glück muss der Vereinschef aber gar nicht mehr lange warten. Denn schon am heutigen Mittwoch (3. März) beraten die Länderchefs in Berlin mit der Kanzlerin über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise. Lockerungen auch im Außensportbereich sind dabei in der Diskussion. Jedoch schwebt auch hier die magische Inzidenzgrenze von 35 im Raum. Nürnberg* liegt laut RKI derzeit bei einem Wert von 90,1. (tel) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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