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Zugeparkte Straßen in Nürnberg: Camperflut sorgt für Ärger bei Anwohnern - Stadt blockiert legale Lösung

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Von: Leyla Yildiz

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Wohnmobil und Wohnwagen
Einige Straßen in Nürnberg sind mit Wohnwagen und -mobilen zugeparkt. Das sorgt für Unmut bei den Anwohnern. © Matthias Balk/dpa/Symbolbild

Seit Corona hat die Zahl der Camper deutlich zugenommen. Das sorgt nun für volle Straßenränder und gleichzeitig Ärger bei den Anwohnern. Zuletzt in Nürnberg.

Nürnberg - Die Corona-Pandemie* hat einige Änderungen im Leben vieler Deutscher gebracht. Beispielsweise beim Urlaubmachen. Statt langen Flugreisen sind einige Menschen auf Campingurlaub umgestiegen. Dafür gab es entweder die Möglichkeit, sich ein schickes Gefährt beim Campingvermieter des Vertrauens auszuleihen oder aber, sich gleich ein eigenes zu kaufen - egal ob Wohnwagen- oder -mobil.

Letztere Option hat in Nürnberg* anscheinend überhandgenommen. Wie Nordbayern.de berichtet, sind jetzt einige Straßenränder in der Frankenmetropole so massiv zugeparkt, dass der Baureferent der Stadt, Daniel F. Ulrich, an die Halter der Fahrzeuge appelliert hat: „Der öffentliche Raum ist zum Abstellen gänzlich ungeeignet, private Anbieter machen sichere und gute Angebote, die man bitte auch nutzen soll!“

Camperflut in Nürnberg: Private Anbieter haben keine vermietbaren Plätze mehr

Dieser Aufruf sorgte bei einem dieser privaten Anbieter jedoch für großen Unmut. Stefan Marschall, Inhaber der Bäuerlein GmbH, vermietet Abstellplätze, allerdings - und da ist der große Haken - sind die derzeit alle belegt. Ganze 300 Plätze. „Wir sind voll bis auf den letzten Platz, und bei meinen Kollegen sieht es genauso aus“, sagt Marschall gegenüber Nordbayern.de.

Die immer stärker werdende Nachfrage bemerkte Marschall bereits Ende Dezember vergangenen Jahres, weshalb er bei der Stadt für weitere Flächen nachgefragt hatte. Dafür bräuchte er Grundstücke, die sich in Abstellflächen umwandeln lassen. „Ich suche Gewerbeflächen, die für Wohnbebauung unattraktiv sind“, sagt er. „Also direkt an der Autobahn oder an Bahngleisen.“

Anbieter für Camper-Stellplätze wollte erweitern - doch erhielt Absage von der Stadt Nürnberg

Aber die Wirtschaftsförderung der Stadt, genauer gesagt die Abteilung Unternehmensbetreuung, erteilte Stefan Marschall eine deutliche Absage. Mit der Begründung, dass der Inhaber mit seiner Firma nicht genügend neue Arbeitsplätze biete, die wiederum auch keine „Qualität“ hätten. Der Geschäftsmann ist deshalb verärgert, denn seine Firma besteht schon seit 50 Jahren und er hätte mit den neuen Stellplätzen zur Bekämpfung der Camperflut beitragen können. „Genau wie vom Baureferenten gewünscht.“

Gegen die vollgeparkten Straßenränder will ein Anwohner der Valznerweiherstraße in Zabo nun rechtliche Schritte einleiten. Wolfgang Stichs Unmut richtet sich jedoch nicht nur gegen Wohnwägen- und mobile, sondern auch gegen einen Anhänger, der einen Smart aufgeladen hat. Seinen Erlebnissen nach, die er Nordbayern.de geschildert hatte, steht das Gespann bereits seit letztem Jahr dort. Außerdem würden sich Sattelschlepper gerne halbseitig auf den Gehweg stellen. Nach Meinung von Stich fehle bei der Stadtverwaltung und Polizei der Wille, „diese untragbare Situation zu beseitigen“.

Nürnberger Anwohner will nur juristisch vorgehen und hat dabei Rückhalt

Der Polizeiwache Erlenstegen habe der Mann bereits Fotos vorgelegt, die als Beweis dienen sollen, dass einige Gefährte keinen Millimeter verrückt wurden, obwohl das eigentlich in der Straßenverkehrsordnung festgehalten ist. Deshalb möchte er juristisch überprüfen, ob es möglich ist, eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die Behörden einzureichen. Wie Nordbayern.de, seinen Angaben nach weiter berichtet, steht er an vorderster Front für einige Anwohner, die jedoch ihren Frust runterschlucken. „Ich weiß mich mit meinen Beschwerden nicht alleine“, sagt Stich. (ly) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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